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Radio, das Mut macht: Sendung für Menschen mit Behinderung

"Wenn Sie am Anfang so nett die Worte sagen ‘Du bist etwas Besonderes!‘“, dann wissen Mutter und Tochter, dass ihre Lieblingssendung ‚Du bist Mein‘ im Radio beginnt.

"Wissen Sie, die Sendung ist so ermutigend, besonders wenn Sie am Anfang so nett die Worte sagen: „Du bist etwas BESONDERES!“. Aus dem Hörerbrief spricht eine tiefe Verbundenheit der Adressatin Frau L., die diese Worte in besonderer Weise für sich wahrnimmt: Ihre Tochter sitzt im Rollstuhl, ist seit ihrer Geburt vor 20 Jahren auf Rundumversorgung angewiesen und kann sich kaum artikulieren. Mutter und Tochter leben in Weißrussland, dem nördlichen Nachbarn der Ukraine. Bis dorthin reichen die Radiowellen der ukrainischen Radiosendung, die sich an Menschen mit Behinderungen richtet.

 

Von Sozialstaat keine Spur

Ganze 161 Euro waren im Jahr 2011 der übliche ukrainische Rentensatz für eine Person mit dem schwersten Grad körperlicher Einschränkung – vorausgesetzt, sie kann volle zwei Jahre Erwerbstätigkeit nachweisen. Medizinische Versorgung und Therapiemöglichkeiten können die Betroffenen allein von dieser Rente nicht finanzieren. Überhaupt erst eine passende Betreuung zu finden, ist äußerst schwierig in der Ukraine. Denn eine traditionell verankerte Korruptionspraxis in den ukrainischen Staatsapparaten erstickt jeden Aufbruch zur Verbesserung des Sozial- und Gesundheitssystems. Dabei wäre dies umso wichtiger für ein Land, das immer noch unter den Folgen des Reaktorunglücks von Tschernobyl leidet – einer über 26 Jahre zurückliegenden Katastrophe. Immer noch leiden die Ukrainer unter den gesundheitlichen Auswirkungen der atomaren Verstrahlung, die möglicherweise die Empfänglichkeit beeinträchtigt und Missbildungen begünstigt. Hinzu kommt die schwierige wirtschaftliche Lage. Schon die Ukrainer ohne größere körperliche und geistige Beeinträchtigung müssen sehen, wie sie sich über Wasser halten - wie ergeht es dann erst den zweieinhalb Millionen Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen?

 

Die Isolation durchbrechen

“Ich höre Ihre Sendung “Du bist Mein!” seit einiger Zeit. Ich habe eine Tochter, sie ist 20 Jahre alt. Sie sitzt im Rollstuhl. Sie ist von Geburt an behindert, und kann fast gar nicht sprechen. Fremde können sie nicht verstehen. Aber sie fühlt genauso wie auch wir – gesunde. Ich bin ihre Mutter und auch ihre Freundin. Meine Tochter ist total hilflos. Ich schreibe Ihnen, damit Sie auch wissen, wer Ihre Sendung hört. Wissen Sie, die Sendung ist so ermutigend, besonders wenn Sie am Anfang so nett die Worte sagen: „Du bist etwas BESONDERES!“

Menschen mit Behinderungen sind in vielen Fällen an das Haus gebunden und fristen ihr Dasein abseits des gesellschaftlichen Lebens. Um ihre Isolation zu durchbrechen, sendet unser Partnernetzwerk TWR seit November 2005 zweimal im Monat die Radiosendung “Du bist Mein“. Sie vermittelt behinderten Hörern Wertschätzung ihrer Person und stärkt ihr Glaubensleben. In der Sendung erzählen Betroffene aus ihrem Leben - einem Leben mit Einschränkungen und vielen Schmerzen. Doch wollen die Radiogäste nicht nur klagen und die ohnehin leidvolle Situation ihrer Hörer unterstreichen; ganz im Gegenteil: Durch ihr Lebenszeugnis im Radio möchten sie zeigen, dass Gott über ihren Schmerz gesiegt hat und dass sie schon viele Wunder mit ihm erleben durften. Zudem ermutigt die Sendung Behinderte dazu, ihre Fähigkeiten zu entdecken und sich auf das zu konzentrieren, was sie trotz allem noch in der Lage sind zu tun - “Überwindung der Hoffnungslosigkeit“ heißt diese Rubrik innerhalb der 30-minütigen Sendezeit. Auch die gesundheitlich besser gestellten Hörer lernen ihr Leben wertzuschätzen, es durch Schwierigkeiten hindurch anzunehmen und Schmerzen zu überwinden.

 

Hörer helfen Hörern

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Weil das ukrainische Programm von TWR auch in die Anrainerstaaten Weißrussland und Teile Russlands reicht, bedient der christliche Sender einen großen Hörerkreis, der sehr rege Rückmeldungen und Reaktionen zusendet. Nicht wenige bitten darum, dass ihre Postadresse in der Sendung genannt wird, damit sie eine Brieffreundschaft oder einen Telefonkontakt mit anderen Hörern aufbauen können. Manch nichtbehinderter Hörer wird durch die Sendung animiert, sich für Betroffene einzusetzen: „Die Sendung „Du bist Mein!“ hat mich umgekrempelt. Ich habe sofort gegoogelt und die Gemeinde und das Ehepaar  gefunden, von denen Sie in der Sendung gesprochen haben. Bis 4 Uhr morgens konnte ich nicht einschlafen. Ich überlegte, wie ich diesen Leuten weiter helfen könnte. Ich habe immer schon ein Zentrum öffnen wollen für Menschen mit Behinderungen… Und jetzt hatte ich eine Nummer und rief an, und mir wurde viel Mut zugesprochen und Wege zur Kooperation aufgezeigt. Vielen Dank für Ihren Dienst!“

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