© TWR Chile

Sendungen für die Mapuche - die "Menschen der Erde"

Vergessen, doch nicht verloren – das ist die Kultur und Sprache der Mapuche. Eine Radiosendung hilft, die eigenen Wurzeln wiederzuentdecken und darin Gott zu begegnen.

Vergessene Sprache

Stellen Sie sich vor, Ihr Volk bewohnte schon immer das Land, in dem Sie heute leben. Aber Ihre Muttersprache wurde aus dem öffentlichen Leben verbannt. So lassen Sie sich schon lange nicht mehr anmerken, dass Sie eigentlich mit einer anderen Sprache aufgewachsen sind. Eines Tages stoßen Sie im Suchlauf Ihres Radios auf Fetzen einer Sprache, die Sie sofort an die vertrauten Stimmen Ihrer Familie erinnert. So mag es manchem aus dem indigenen Volk der Mapuche gehen, das in Chile und Argentinien beheimatet ist.

Die Mapuche, die „Menschen der Erde“,  sind das größte indigene Volk in Chile – ihre Zahl liegt je nach Schätzung zwischen 600 000 und über 1 Million. Ihre Muttersprache ist Mapudungun, auch Araukanisch genannt. Diese wird nur noch von 300.000 bis 400.000 Menschen gesprochen oder verstanden, da viele Mapuche in den Städten ihre Sprache nicht mehr verwenden. Dies liegt daran, dass sich die Mapuche einer Reihe von Stereotypen seitens der Gesellschaft ausgesetzt sehen. Vor allem die  Jugendlichen vermeiden, sich als Angehörige eines indigenen Volkes zu identifizieren, weil sie sich ihrer Identität schämen. Da es keine zweisprachigen Ausbildungssysteme gibt und Mapudungun in den Schulen nicht gelehrt wird, lernen Kinder der Mapuche in der Schule nichts über ihre Wurzeln.

 

Die eigene Sprache neu entdecken

Damit dieses Volk das Wort Gottes in seiner Muttersprache hören kann, strahlt unser Partnerbüro TWR Chile seit März 2008 die Sendung “NGÚENECHEN AM TA PIWKEYEN ÚRKE” (Weil Gott Liebe ist) in Mapudungun aus. Es ist die einzige evangelistische Sendung in dieser Sprache. Da die Mapuche ihre Kultur und Traditionen mündlich weitergeben, lassen sie sich besonders gut durch das Medium Radio ansprechen. Die Sendung „Weil Gott Liebe ist“ dauert dreißig Minuten und enthält Musik, eine Bibellese und einen Impuls zu einem bestimmten Thema.  Dieser ist auf Spanisch, da viele in den Städten lebenden Mapuche ihre Sprache langsam vergessen. Der Rest der Sendung ist in Mapudungun, um den Hörern ihre Muttersprache wieder näher zu bringen. Der Sprecher, der selbst ein Mapuche ist, stellt mit viel Sensibilität eine Verbindung zwischen der traditionellen Kultur und der Bibel her. So gibt es zum Beispiel eine Legende bei den Mapuche, dass die Seelen der Toten auf einem Geisterschiff umherfahren. Diese Geschichte greift der Produzent auf und erklärt die biblische Sicht auf das Leben nach dem Tod.

Wegen ihres kulturellen Bezugs zum Volk der Mapuche wird die Sendung auch von nichtchristlichen Hörern geschätzt. So schreibt ein Hörer: „Ich bin Universitätsprofessor mit einem eigenen Lehrstuhl für Mathematik und Physik, und ich gratuliere Ihnen zur Ihrer Sendung. Als städtischer Mapuche freue ich mich über alle, die etwas Positives über mein Volk erzählen.” Die Sendung hat bereits einige Pastoren motiviert, ihre Muttersprache öfters in ihren Predigten oder Liedern zu verwenden.

 

Herausforderung mündliche Sprache

Eine Herausforderung bei der Produktion ist die Tatsache, dass Mapudungun hauptsächlich eine phonetische, d.h. mündliche Sprache ist. Daher gibt es keine normierte Standardsprache und keine vollständigen Wörterbücher. Um eine der breiten Hörerschaft verständliche Wortwahl zu treffen, ziehen die Produzenten daher verschiedene aktive Mapudungun-Sprecher zu Rate.

Um einen kleinen Höreindruck in der Sprache Mapudungun zu bekommen, klicken Sie hier für eine Beispiel-Sendung im MP3-Format.

© TWR Chile

 

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren