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Projekt Samuel - Gespräche am Fluss

Niemals zuvor war der Weg ins Erwachsenenalter in Afrika so schwierig. Die Radiosendung "Gespräche am Fluss" gibt Kindern Orientierung.

"Bei unserem Besuch in Simbabwe standen wir auf der Straße und beobachteten die vorübergehenden Schulkinder", erzählen Mitarbeiter unseres Partnernetzwerks TWR. "Manche waren aufgeregt, uns zu sehen, andere waren ängstlich. Ein kleiner Junge warf immer wieder einen verstohlenen Blick über die Schulter in unsere Richtung. Drei andere Jungen, zwei in leuchtend roten Shirts, der dritte in einer grünen Schuluniform, rannten um die Wette in unsere Richtung. Ein junges Mädchen ging vorbei, barfuß, mit einem kleinen pinken Rucksack auf den Schultern. Als wir Zeit mit den Kindern verbrachten, fragten wir uns: Wer wird diesen Kindern helfen, einen sicheren Weg ins Erwachsenenalter zu finden?" 

In Afrika haben 14,2 Millionen Kinder ein oder beide Elternteile durch AIDS verloren. Wenn sie nicht bei Verwandten wie den Großeltern unterkommen können, sind sie schon in frühen Jahren auf sich allein gestellt. Das bedeutet in vielen Fällen ein früher Tod durch Gewalt, Armut oder Krankheit. Neben der großen Gefahr durch AIDS stirbt alle 30 Sekunden ein afrikanisches Kind an Malaria. Zudem müssen viele Kinder schon in jungen Jahren hart arbeiten: Südlich der Sahara liegt der Anteil erwerbstätiger Kinder bei rund 26 Prozent. Diese Kinder erhalten dann keine angemessene Schulbildung und werden mit vielen Schwierigkeiten alleingelassen. 

Großmutter Gogo hat immer Zeit

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Die Situation der Kinder und Waisen im südlichen Afrika ging Pastor Horst Marquardt sehr zu Herzen. Als einer der Gründerväter des ERF beschloss er, die Kinder so zu unterstützen, wie er es am besten konnte: über das Radio. Aus dieser Idee entstand die 15-minütige Hörspielreihe „Gespräche am Fluss“ (original: Witness at the water). Sie richtet sich an Hörer zwischen sieben und zwölf Jahren und spricht Themen an, die viele Kinder in Afrika betreffen: Konflikte untereinander, Krankheiten, Zukunftsträume und praktische Fragen zur Lebenshaltung. 

Die vier Hörspielcharaktere Lindiwe, Themba, Sipho und Thandi gehen mit all diesen Herausforderungen zu Gogo, einer weisen Großmutter. Die geheimnisvolle Frau lebt an einem Fluss, denn Bäche und Flüsse sind in Afrika ein Ort, wo sich die Menschen treffen. Im übertragenen Sinn ist Jesus außerdem das "lebendige Wasser", weil er uns ewiges Leben schenkt. Die Großmutter Gogo hört den Fragen der Kinder zu und gibt ihnen praktische Tipps aus der Bibel. In zweiundfünfzig Episoden bekommen die kleinen Hörer wichtige Ratschläge für ihr Leben. Sie erfahren zum Beispiel, wie sie sich vor Krankheiten wie AIDS, Malaria und Polio besser schützen können. Auch das Thema Hygiene spielt eine wichtig Reihe.

"Gespräche am Fluss" in zwölf Ländern

„Ich bin sehr froh, dass ich Ihr Hörspiel hören kann. Ich bin Gott dankbar, dass er uns Kindern eine so kreative Möglichkeit geschenkt hat, sein Wort kennenzulernen und ein besserer Mensch zu werden. Bitte machen Sie weiter.“

Die Hörspielreihe "Gespräche am Fluss" ist Teil der Initiative "Projekt Samuel". Die Sendung wurde auf Englisch entwickelt und dann in regionale afrikanische Sprachen übersetzt. Die Ausstrahlung startete im Jahr 2003 in den Sprachen Suaheli, Chechewa, siSwati und Portugiesisch. Es kommen immer wieder neue Sprachen dazu, darunter auch Shona und Zulu. Aktuell wird die Sendung einmal pro Woche in zwölf afrikanischen Ländern ausgestrahlt, darunter Angola, Mosambik, Simbabwe und Swasiland. 

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Zu der Hörspielreihe finden auch regelmäßige "Projekt Samuel"-Kinderclubs statt. Dort hören die Kinder die aktuelle der Sendung und sprechen über die Themen der jeweiligen Folge. Jedes Kind bekommt ein "Projekt Samuel"-Arbeitsheft, in dem die einzelnen Themen vertieft werden. Viermal im Jahr finden außerdem besondere Aktionstage statt, in Zusammenarbeit mit örtlichen Kirchengemeinden. Die Tage stehen jeweils unter einem bestimmten Motto und bringen den Kindern wichtige Lebensthemen näher. 

Durch Armut zum Diebstahl verführt

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Auch für Jugendliche werden Sendungen produziert. In ihrem Alter stehen sie vor wichtigen Entscheidungen und Veränderungen. Aufgrund der schwierigen Verhältnisse gleiten viele Jugendliche in die Kriminalität ab. Zudem greifen viele von ihnen zu Alkohol oder Drogen. Junge Mädchen stecken sich durch frühe sexuelle Kontakte zu verschiedenen Männern leicht mit HIV an, oder sie werden unerwünscht schwanger. Müssen sie daraufhin die Schule abbrechen, haben sie wenig berufliche Möglichkeiten. Die TWR-Programme nehmen diese Themen auf und möchten Jugendlichen helfen, Entscheidungen für ihr Leben auf biblischer Grundlage zu treffen.

Projekt Samuel - Gespräche am Fluss

Projekt Samuel - Gespräche am Fluss

Niemals zuvor war der Weg ins Erwachsenenalter in Afrika so schwierig. Die Radiosendung "Gespräche am Fluss" gibt Kindern Orientierung.

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