Mit 9 Jahren vor dem Traualtar

„Women of Hope“ hilft zwangsverheirateten Frauen

Bild: BBC World Service / www.flickr.com CC BY NC 2.0

Nujood aus dem Jemen wurde mit neun Jahren verheiratet. Sie wurde weltweit bekannt, weil sie sich mit zehn Jahren scheiden ließ. Damit ist Nujood aber die absolute Ausnahme. Etwa 250 Millionen Frauen weltweit leben in Ehen, die vor ihrem 15. Lebensjahr geschlossen wurden. Oft mit Männern, die mehr als doppelt so alt wie sie sind.

Was in Deutschland als schönster Tag im Leben gilt, ist für diese Mädchen der Beginn eines Alptraums. Oft sind sie noch nicht einmal in der Pubertät. Trotzdem bestehen viele Männer auf ihren „ehelichen Rechten“ und vergewaltigen ihre kindliche Braut.

Dramatische Folgen

Mutter aus Mosambik (Bild: TWR)

Die frühe Heirat hat schwerwiegende Folgen für die betroffenen Mädchen: Der plötzliche Verlust des Elternhauses und der Abbruch der Schulbildung, sofern die Mädchen überhaupt zur Schule gehen durften. Die traumatische Erfahrung der Hochzeitsnacht, die sich in vielen Folgenächten wiederholt. Und die viel zu frühen Schwangerschaften.

Selbst noch ein Kind, müssen die jungen Mädchen auf einmal für ein Baby sorgen. Damit sind sie überfordert. Dazu kommt, dass viele Mädchen körperlich noch nicht bereit sind, ein Kind auszutragen. Sofern sie nicht bei der Geburt sterben, tragen sie oft schwere Schäden davon.

Weltweit sind etwa zwei Millionen Mädchen und Frauen von Geburtsfisteln betroffen, die meisten davon in Afrika. Geburtsfisteln sind Löcher im Gewebe, die zu dauerhafter schwerer Inkontinenz führen.

„Women of Hope“ hilft

Bild: Philipp Rüsch / TWR

Die Fraueninitiative „Women of Hope“ (früher Projekt Hannah) möchte die Tradition der Zwangsheirat beenden. Leider ist es unmöglich, Millionen Frauen aus arrangierten Ehen herauszuholen. Aber zumindest kann „Women of Hope“ Betroffene trösten und Eltern aufklären, die selbst davor stehen, ihre Kinder zu verheiraten.

Umdenken bei den Eltern herbeiführen

In der gleichnamigen Radiosendung erfahren Mütter - und auch Väter - welche Konsequenzen eine frühe Verheiratung für junge Mädchen hat. Sie werden ermutigt, mit dieser ungesunden Tradition zu brechen und ihre Töchter vor einer frühen Heirat zu schützen.

Betroffene trösten

Frauen, die selbst gegen ihren Willen verheiratet wurden, werden durch die Radiosendungen von „Women of Hope“ getröstet. Sie erfahren, dass sie wertvoll sind in Gottes Augen. Und dass er ihnen Gaben und Fähigkeiten geschenkt hat.

In vielen Gegenden gibt es zudem „Women of Hope“-Gebetsgruppen. Dort finden notleidende Frauen Trost und Annahme.

Über Tabus aufklären


„Women of Hope“-Leiterin Dr. Peggy Banks über die Sendung zum Thema Fisteln

Das Audiodrama Healing Voice – „Stimme der Heilung“ von „Women of Hope“ klärt über Fisteln auf - Löcher im Unterleibsgewebe verursacht durch schwere Geburten. Das Programm erklärt die Ursachen für diese Verletzungen und bringt Betroffenen Verständnis entgegen. Außerdem klärt es über die Möglichkeit einer Operation auf. Hierfür arbeitet „Women of Hope“ mit verschiedenen Krankenhäusern zusammen.

Diese Arbeit können Sie mit einer Spende unter dem Stichwort „Women of Hope“ unterstützen.

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