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Razzia während des Gottesdienstes

ERF Medien hilft Christen in Zentralasien

Wer in Zentralasien außerhalb der offiziellen, vom Staat kontrollierten Kirche, Versammlungen abhält, kann streng bestraft werden. So ging es auch einer Hausgemeinde, die einem unserer Kollegen persönlich bekannt ist:

„Am 08. November 2015 wurde unsere 15-köpfige Versammlung ohne jede Vorwarnung von Polizisten gestürmt. Sie waren zu acht, einer von ihnen war maskiert und hatte eine Pistole. Wir wurden gezwungen, uns mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen. Keiner durfte sich rühren. Unser Gemeindeältester und ein anderer Mann bekamen Handschellen angelegt. Unsere Frauen und Kinder wurden beschimpft.

Dann durchsuchten die Polizisten unser Haus, obwohl sie keine richterliche Erlaubnis dafür hatten. Sie durchwühlten alles und konfiszierten zwei Notebooks, einen Fotoapparat, eine externe Festplatte, mehrere UBS-Sticks und eine Gitarre. Außerdem nahmen sie uns die Handys ab.

Eltern von Kindern getrennt

Nach der Durchsuchung nahmen sie uns alle mit aufs Revier und hielten uns über 10 Stunden dort fest. Wir bekamen kein Essen und durften nicht einmal auf die Toilette. Die Polizisten trennten die Kinder von den Erwachsenen. Über sechs Stunden lang wusste ein Ehepaar aus unserer Gruppe nicht, wo ihre drei Kinder im Alter von 6 Jahren, 4 Jahren und 9 Monate stecken.

Währenddessen fragten die Beamten uns aus. In unserem Gemeindeältesten sahen sie den Hauptschuldigen. Sie schlugen die anderen Männer und zwangen sie, gegen den Ältesten auszusagen. Sie bedrohten uns massiv und demütigten uns. Erst am späten Abend gegen 23 Uhr durften wir gehen, aber unsere Pässe bekamen wir nicht zurück. Sie sagten, sie würden uns anrufen. Allerdings behielten sie unsere Handys ein.

Ein halbes Jahresgehalt als Strafe

Nach einigen Tagen wurden wir einzeln vorgeladen. Fünf von uns bekamen eine große Geldstrafe auferlegt. Einige von uns haben gerade erst ihr Studium abgeschlossen und sind von ihren Eltern finanziell abhängig. Wir versuchten, Widerspruch einzulegen, aber kein Gericht hörte uns an. Die konfiszierten Gegenstände haben wir bis heute nicht zurückbekommen.“

Die auferlegte Geldstrafe betrug pro Person etwa 800 Euro, das entspricht ungefähr einem halben Jahresgehalt. Die Betroffenen legten alle Ersparnisse zusammen, aber immer noch war es nicht genug. Mithilfe der Spenden von ERF Freunden hat ERF Medien den fehlenden Betrag ausgeglichen. Die zentralasiatischen Christen haben daraufhin folgenden Brief geschrieben:

Grenzenlose Dankbarkeit

„Liebe Brüder und Schwestern in Jesus Christus!

Für Ihre Hilfe und Unterstützung sind wir Ihnen grenzenlos dankbar. Wir sehen darin die Hand Gottes und die Führsorge unseres himmlischen Vaters. Ihre schnelle Reaktion auf unseren Hilferuf überrascht und berührt uns zutiefst. Sie haben uns noch nie gesehen, und trotzdem haben Sie Ihre helfende Hand ausgestreckt. Möge Gott Ihnen nach seinem Reichtum vergelten! In Liebe, Ihre Geschwister aus Zentralasien.“

Danke, wenn Sie für die Christen in Zentralasien beten. Wenn Sie spenden möchten, geben Sie bitte das Stichwort "Zentralasien" an.


Als ERF Medien unterstützen wir die Arbeit von Radiopartnern weltweit, auch in Zentralasien. Dazu zählen heute im engeren Sinne Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Für Christen ist die Lage sehr angespannt: Bis auf Kirgistan stehen alle Länder Zentralasiens auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors. Am schlimmsten betroffen ist Ubekistan. 

Open Doors schreibt: "Usbekistan  ist eine der strengsten Diktaturen in Zentralasien. Das Regime unternimmt alles in seiner Macht stehende, um weiter zu regieren – jegliche Form der Opposition und Abweichung von der Norm wird erbarmungslos angegriffen. Den christlichen Glauben betrachtet man als fremd und als destabilisierenden Faktor. Außerdem erfahren Christen muslimischer Herkunft zusätzlichen Druck aus ihrem sozialen und kulturellen Umfeld."

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