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Wegen Terrorgefahr geschlossen

ERF Medien unterstützt TWR Kenia bei Studioverlegung nach Nairobi

Seit einigen Jahren nimmt die Terrorgefahr im Nordosten Kenias zu. Verantwortlich dafür ist die radikal-islamische Terrormiliz Al-Shabaab, die aus Somalia stammt. Im April 2015 haben Al-Shabaab-Kämpfer die Universität von Garissa im Nordosten der Landes gestürmt und 147 christliche Studenten erschossen. In dieser Stadt hatte unsere Partnerorganisation TWR Kenia einen Lokalsender. In wenigen Tagen werden die Mitarbeiter den Sender schließen und ihre Arbeit in Nairobi fortführen. Ein Gespräch mit Bernice Gatere, Leiterin von TWR Kenia.   

ERF Medien: Im Jahr 2010 haben Sie einen Lokalsender in Garissa eröffnet. Wie war die Situation für Christen, als Sie damals angefangen haben?

Bernice Gatere: Garissa war schon immer ein gefährlicher Ort für Christen. Aber einige Missionare haben trotzdem in Garissa gelebt und gearbeitet. Einer davon ist im Vorstand von TWR Kenia. Er hat uns ermutigt, einen lokalen Sender zu eröffnen. Die Menschen in Garissa kannten TWR da schon, denn wir haben Bibelprogramme in der Sprache Suaheli über unseren nationalen Sender ausgestrahlt.

„Unsere Mitarbeiter hatten Angst um ihr Leben“

ERF Medien: Wie haben die Hörer das Programm angenommen?

© B. Gatere, TWR Kenia

B. Gatere: Am Anfang sind wir nur auf gesellschaftliche Fragen eingegangen, die für die Menschen in Garissa relevant waren. Später haben wir dann auch Bibelprogramme gesendet. Aber wir haben sehr darauf geachtet, dass wir andere Glaubensrichtungen nicht schlechtmachen. Eines Tages hat unser Leiter in Garissa einen Anruf von einem Imam bekommen. Er wollte den Radiosender besuchen kommen. Unser Kollege war sehr beunruhigt. Aber es kam ganz anders als erwartet: Der Imam hat sich bedankt, dass unser Radiosender so gute Werte an die Kinder vermittelt. Da haben wir realisiert, dass er unseren Sender als einen Freund für Garissa ansieht.

ERF Medien: Was hat der Anschlag auf die Universität von Garissa für Ihre Mitarbeiter bedeutet?

B. Gatere: Das war eine sehr traumatische Situation für unsere Mitarbeiter – und nicht nur für sie, sondern für alle Christen, die in Garissa arbeiten. Sie hatten große Angst, und die meisten von ihnen haben die Gegend verlassen. Auch einige Einrichtungen haben geschlossen, weil sie Angst vor Anschlägen hatten. Dann haben wir erfahren, dass auch unser Radiosender im Visier der Al-Shabaab-Miliz ist.

Obwohl unsere Mitarbeiter ihre Arbeit wirklich gerne machten, hatten sie nun erst recht Angst um ihr Leben. Und auch ihre Familien haben sie bedrängt wegzugehen. Da wurde uns klar: Wir müssen etwas tun, um unsere Mitarbeiter aus der unmittelbaren Gefahrenzone herauszuholen.

„Fast alle Schulen im Nordosten Kenias haben geschlossen“

ERF Medien: Wie schwer fiel es Ihnen, den Standort in Garissa aufzugeben?

B. Gatere: Es war kein leichter Schritt. Wir waren überzeugt, dass Gott uns die Aufgabe gegeben hatte, den Menschen in Garissa vom Glauben zu erzählen. Aber wir konnten auch die Sicherheitsalge unserer Mitarbeiter in Garissa nicht einfach ignorieren. Auf der anderen Seite wurde uns bewusst, dass Gott uns auch technische Mittel für unsere Arbeit zur Verfügung stellt. Durch eine Satellitenübertragung von Nairobi aus können wir die Hörer in Garissa erreichen, ohne dass wir alle vor Ort sein müssen.

ERF Medien: Haben Sie Ihrer Hörerschaft mitgeteilt, dass Sie weggehen?

B. Gatere: Nein, wir haben ihnen nicht gesagt, dass wir den Radiosender aus Sicherheitsgründen schließen. Wir haben stattdessen angekündigt, dass wir den Sender relaunchen. Nun steigern wir ihre Vorfreude auf das neue Programm, mit neuen Stimmen und einer neuen Programmgestaltung. So möchten wir zum Beispiel in Zukunft mehr Programme zum Thema Friede und Versöhnung produzieren. Außerdem möchten wir Bildungsprogramme machen, weil wegen der zunehmenden Anschläge fast alle Schulen im Nordosten Kenias geschlossen haben. Wir werden uns den Lehrplan ansehen und einige Programme entwickeln, um Kinder so zu unterrichten, wie ein Lehrer sie unterrichten würde. Wir hoffen, dass wir dabei mit der Regierung zusammenarbeiten können.

ERF Medien: Wann beginnt das neue Programm?

B. Gatere: Ursprünglich wollten wir am 1. September starten. Wir mussten den Sendestart aber auf den 21. September verschieben, weil wir von der Kreisverwaltung Nairobi die Lizenz für die Satellitenübertragung noch nicht erhalten haben. Aktuell läuft das Programm noch von Garissa aus, aber der Leiter ist schon nach Nairobi gezogen.

Wir sind sehr dankbar, wenn Sie uns im Gebet unterstützen. Die Sicherheitslage in Garissa ist immer noch sehr schwierig, und die Menschen haben große Angst. Danke auch für Ihre finanzielle Hilfe, damit wir den Kenianern von Jesus erzählen können. Nicht nur in Garissa, sondern auch an vielen anderen Orten, wo die Not so groß ist. Gott möge Sie reichlich segnen.

ERF Medien: Vielen Dank für das Gespräch.

Die Verlegung des Studios nach Nairobi war nur möglich durch Ihre Spenden. Herzlichen Dank dafür!


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