© Peet Albrecht

Wir sprechen die Wahrheit mutig aus

Vor zwei Monaten haben Islamisten 147 Studenten in Garissa ermordet. Unser Partner TWR Kenia hat daraufhin seine Mitarbeiter aus der Stadt abgezogen. Ein Bericht.

Garissa liegt etwa 350 Kilometer östlich von Nairobi und hat etwa 70.000 Einwohner.  Die Gegend ist vornehmlich von somalisch-stämmigen Muslimen geprägt. Das trifft auch auf die meisten Hörer der TWR-Sendestation in Garissa zu. Der Sender erfreut sich seit dem Sendestart im Juni 2008 großer Beliebtheit. Neben Nachrichten und Unterhaltung greifen die Radiomacher auch gesellschaftliche und soziale Themen auf. Der Slogan des Senders ist Ukweli wa Mambo, das heißt “Die Wahrheit mutig aussprechen.”

Vermittelnde Botschaft

Einer der größten Auswirkungen des TWR-Senders in der Region ist, dass sich die Einstellung zum Thema weibliche Genitalverstümmelung verändert. Ältere Männer rufen an und beichten, dass sie ihre Töchter haben beschneiden lassen. Auch junge Frauen melden sich und erzählen, was mit ihnen passiert ist. TWR Kenia hat es zudem geschafft, Spannungen zwischen den Somalis und anderen kleineren Stämmen zu beruhigen. Auch zwischen Christen und Muslimen versuchen die Mitarbeiter von TWR Kenia zu vermitteln. Dies geschieht zum Beispiel durch eine Talksendung mit den Leitern von christlichen und muslimischen Gemeinden. Jeder Gast beantwortet gesellschaftliche und soziale Fragen auf der Grundlage seines heiligen Buches. Ziel ist, die vorwiegend muslimische Hörerschaft neugierig auf die Bibel zu machen.

Garissa nach dem Anschlag

Seit einiger Zeit haben die Kirchen in Garissa vermehrt unter islamistischen Anschlägen zu leiden. Viele Christen trauen sich aus Angst vor weiteren Anschlägen nicht mehr in den Gottesdienst. In solchen Zeiten spielt das Radio eine wichtige Rolle: Die Hörer erhalten dadurch nicht nur aktuelle Informationen zur Lage, sondern können auch mutmachende geistliche Gedanken mitbekommen.

Leider hat das Mitarbeiterteam unseres Partnerbüros in Garissa mehrfach Drohungen erhalten. Nach dem Anschlag auf die christlichen Studenten ist die Gegend noch gefährlicher geworden. Deshalb hat TWR Kenia kurzfristig beschlossen, die Sendestation in Garissa zu schließen. Die dort ansässigen Radiomitarbeiter sind in die TWR-Sendezentrale in Nairobi umgezogen. Zukünftig werden sie ihre Sendungen über Satellit nach Garissa ausstrahlen. Die Ausstrahlung wird dadurch jedoch erheblich teurer. ERF Medien neben anderen Kosten auch die Finanzierung der Satellitenausstrahlung für ein Jahr übernommen. So können die TWR Kenia-Mitarbeiter weiterhin die Wahrheit mutig aussprechen, ohne dabei selbst gefährdet zu werden. 

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