© TWR Bonaire

Sendestation rettet aus Seenot

Seit 50 Jahren strahlt TWR Bonaire Programme aus – und hat damit bereits Leben gerettet.

Das Schiff „MS Anna“ war nicht mehr zu retten. Es versank in den sechziger Jahren mit Mann und Maus an Bord in der Karibik. Die Suchaktion nach Überlebenden verlief erfolglos. Wer konnte auch wissen, dass sich drei Besatzungsmitglieder auf ein winziges Schlauchboot gerettet hatten? Sie irrten hoffnungslos übers Meer, auf der Suche nach einem Orientierungspunkt. Der 24-jährige Kapitän drehte an dem mitgebrachten Funkgerät herum. Da war doch ein Radiosignal?

Karibische Klänge in Finnland

Das Signal stammte von der Karibikinsel Bonaire. Bekannt ist das Inselchen vor allem für rosafarbene Flamingos und bunte Korallen. Aber dort steht auch einer der größten Senderparks des internationale Partnernetzwerks TWR. Am 1. Oktober 1964 hat TWR auf Bonaire einen 500 Kilowatt starken Mittelwellensender in Betrieb genommen, um Radioprogramme nach Südamerika auszustrahlen. Die Insel liegt nämlich nur 100 Kilometer von der Küste Venezuelas entfernt.

Vor dem Sendestart auf Mittelwelle hatten die Techniker errechnet, dass der Sender nachts bis zu 3500 Kilometer Reichweite haben müsste. Doch schon bald meldeten sich Hörer aus Finnland (9000 km entfernt), Argentinien (7000 km) und Kanada (4500 km). Auch der ERF ist TWR Bonaire sehr verbunden. Zum einen haben sich ERF Hörer am Aufbau des ersten Mittelwellensenders beteiligt. Außerdem waren von 1966 an die deutschen ERF-Missionare Bernie und Udo Lüsse 40 Jahre lang auf Bonaire tätig.

Besser keine Höhenangst haben

Dick Veldman mit Familie  © privat

Heute arbeiten neun festangestellte Mitarbeiter bei TWR Bonaire. Einer davon ist Dick Veldman. Der Holländer hat 2011 seinen gutbezahlten Job an den Nagel gehängt und ist mit Frau und vier Kindern in die Karibik gezogen. Arbeit gibt es in dem Senderpark genug: Durch die salzhaltige Luft sind die Sendemasten starken Witterungseinflüssen ausgesetzt. Um sie von dem Salz zu befreien und neu zu streichen, heißt es für die Techniker schon mal in 180 Meter Höhe kraxeln. Höhenangst sollte man also nicht haben, und Seetauglichkeit ist auch nicht schlecht, da die Masten im Wind bis zu sechs Meter hin- und herschwanken.

Ihre Funktion beeinträchtigt das nicht. Tag und Nacht sind die Sender im Einsatz. Eine UKW-Station für die Einwohner von Bonaire sendet in Englisch, Holländisch, Spanisch und Papiamento. Die Mittelwelle 800 kHz strahlt Programme in Englisch, Portugiesisch, Spanisch und zwei Indianerdialekten für Brasilien aus. Besonders aber steht Kuba im Fokus der TWR-Sendungen. In dem kommunistischen Inselstaat selbst sind christliche Radiostationen verboten. Doch fast jeder der 11,3 Millionen Einwohner kennt die Sendungen aus Bonaire. Der kubanische Pastor Alberto produziert speziell für seine Landsleute eine tägliche fünfminütige Sendung. Sie heißt „Frohe Botschaften“. Die hören die Kubaner besonders gerne.

Rettung aus der Luft

Weitere Links zum Thema:                      Dick Veldman über seinen Weg nach Bonaire                                           Pressemeldung zu 50 Jahre TWR Bonaire Webseite Bonaire                                            Power Upgrade: Neue Mission für Bonaire

Und was passierte mit den drei Überlebenden der MS Anna? Während sie hoffnungslos übers Meer trieben, hörten sie Tag und Nacht die Sendungen von TWR Bonaire. Daraufhin beschlossen sie, Gott um ihre Rettung zu bitten. Die kam quasi aus der Luft: Die Schiffbrüchigen konnten sich an dem Signal des TWR-Senders orientieren. Drei Wochen später landete das Schlauchboot mit den Schiffbrüchigen auf Bonaire. Die ersten Worte des Kapitäns waren: "Gott hat uns gerettet. Er hat unsere Gebete erhört."

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren