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"Fest der Hoffnung"

Eine Woche lang trafen sich Projekt Hannah Mitarbeiter, um sich über die Situationen von Frauen weltweit auszutauschen und ihre weitere Arbeit zu besprechen.

Unter der Leitung der Gründerin von „Projekt Hannah“ waren Frauen aus europäischen, arabischen und afrikanischen Ländern sowie aus Zentralasien nach Deutschland zur ersten Europakonferenz zusammen gekommen. Unter dem Namen „Projekt Hannah“ hat die Radiomission TWR 1997 die ersten Sendungen speziell für Frauen in sein Programm aufgenommen. Heute gibt es diese Sendereihe in 64 Sprachen. Frauen und Männer aus 124 Ländern begleiten die Radioarbeit durch regelmäßiges Gebet.

"Mädchen müssen entsetzlich leiden"


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Rednerin Ruth Mbennah aus Afrika

Die Produzenten und Koordinatoren von Projekt Hannah haben sich eine Woche lang über die Situationen von Frauen in ihrer Heimat ausgetauscht und Strategien beraten, wie sie die Lage dieser Frauen verbessern können. Bei einem Abend unter dem Thema „Fest der Hoffnung“ nahmen rund 250 Besucher im Haus Höhenblick in Braunfels teil. Dabei berichtete die Regionalkoordinatorin für Afrika, Ruth Mbennah (Pretoria), von schrecklichen Erfahrungen von Mädchen und Frauen auf dem schwarzen Kontinent. Noch immer würden in manchen Regionen junge Mädchen im Alter zwischen vier und acht Jahren beschnitten. Dies werde oftmals damit begründet, dass sie dadurch später einmal mehr Kinder bekommen könnten, oder es werden rituale und religiöse Gründe angeführt. Angeblich sollten die Mädchen dadurch heilig werden. Sie habe in einem Krankenhaus Mädchen gesehen, die bei der Beschneidung verletzt wurden. Mädchen müssten zum Teil entsetzlich leiden.

Auch gebe es Regionen, in denen Mädchen im Alter zwischen sieben und 17 Jahren verheiratet werden. Sie müssten mit ihrem Mann Geschlechtsverkehr ausüben und werden schwanger, obwohl ihre Organe dazu noch gar nicht fertig entwickelt sind. Frauen erfahren nach ihren Angaben häusliche Gewalt und Missbrauch in der Familie. Schülerinnen würden auf dem Weg zur Schule oder nach Hause vergewaltigt. Es gibt Schätzungen, nach denen alle 26 Sekunden in Südafrika eine Vergewaltigung geschehe. Dies treffe auch wenige Monate alte Säuglinge. Der Gedanke dahinter sei bei an Aids erkrankten Männern, dass sie dadurch geheilt würden. „Unschuldige Babys leiden Unsägliches“, so die Afrikanerin. Durch die Sendungen wolle sie den Frauen Mut machen und ihnen helfen, den Alltag zu bestehen.

"Frauen in der muslimischen Gesellschaft wollen geliebt werden"

Eine Mitarbeiterin aus dem arabischen Sprachraum erläuterte, dass die Frau in ihrer Lebenswelt oft nichts wert sei. In einer muslimischen Männerwelt gelte die Frau häufig als unvollständiger Mensch. „Die Frau erhält oft nicht den Respekt, in der Gesellschaft reden zu dürfen“, so die Referentin, die aus Angst vor Nachstellungen in ihrer Heimat lieber ungenannt bleiben will. Frauen sitzen in der arabischen Gesellschaft meist im Hintergrund, werden zum Teil nicht zur Schulbildung zugelassen. „Eine Frau in der arabischen Welt wächst mit dem Bewusstsein auf: Ich bin nichts wert“. Frauen in der muslimischen Gesellschaft wollen geliebt werden, sind aber meist häufig primär Sexobjekt für den Mann, führte die Referentin weiter aus. Die Sendungen von Projekt Hannah entfalteten in dieser Situation bei den Frauen eine starke Wirkung. „Wenn sie von Liebe und Friede durch Jesus hören, dann antworten viele darauf positiv und mit Begeisterung“. Vom christlichen Glauben könne in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas selten öffentlich gesprochen werden. Deshalb seien Medien wie Radio, Fernsehen und Internet die Instrumente, Frauen mit dem christlichen Glauben bekannt zu machen.

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Projekt Hannah Gründerin Marli Spieker

„Beim Hören der Sendungen können sie innerlich ihren Schleier ablegen“, so die für Frauen in der arabischen Welt leidenschaftlich eintretende Rednerin. Diese Frauen brauchten die Hoffnung des christlichen Glaubens. Deshalb nennen sich die dortigen Sendungen von Projekt Hannah „Hoffnung für Dich“. Im mittleren Osten könnten die Programme 350 Millionen Menschen in 21 Ländern erreichen.

Die Gründerin und Leiterin von "Projekt Hannah", Marli Spieker, zeigte sich begeistert, dass die christliche Werte über das Radio so eine weite Verbreitung erhalten. Sie wolle sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Frauen die Freiheit im Glauben finden. Frau Spieker rief dazu auf, für Frauen in aller Welt zu beten, die Arbeit zu unterstützen und mitzuhelfen, dass sich in der Öffentlichkeit das Bewusstsein über die Situation von Frauen ändert. ERF Medien unterstützt Sendungen von Projekt Hannah in mehreren Sprachen.

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