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Hilfe für Kinder in Venezuela

Durch das christliche Kinderprogramm „Pedrito el Pulpo“ erhalten bedürftige Kinder Essen und Hoffnung.

Eigentlich ist Venezuela kein armes Land, denn dort gibt es laut tagesschau.de die größten Ölreserven der Welt. Trotzdem befindet sich Venezuela seit 2016 in einer Versorgungskrise und man kann davon ausgehen, dass etwa 80 Prozent der Bevölkerung im Land verarmt ist. Schuld daran ist eine seit drei Jahren andauernde und stetig wachsende Inflation. 2016 lag diese nach Schätzungen des Handelsblattes bei 800 Prozent.

Nahrung ist wichtiger als ein Schulheft

Diese Wirtschaftskrise macht auch vor der christlichen Radiostation RTM (RadioTransmundial) Venezuela nicht Halt, einer Zweigstelle von TWR. RTM Venezuela hat seinen Sitz in der venezolanischen Hauptstadt Maracay. Dort produzieren sie zwölf Radiosendungen, die sie über insgesamt 70 Radiostationen in Venezuela, aber auch in anderen Teilen Lateinamerikas ausstrahlen. Doch wie gehen die Mitarbeiter dort mit der Wirtschaftskrise um? Pastor Ramon Munoz, der seit 26 Jahren bei RTM Venezuela mitarbeitet, berichtet: „Jeder Einzelne ist betroffen, es gibt keine Nahrung. In Venezuela sterben Menschen, weil es zu wenig Medizin gibt. Auch die Kinder leiden. Sie sind überhaupt nicht gesund. Ihre Eltern sind verzweifelt. Es gibt keinen Zucker, nicht mal Windeln, nichts, mit dem sie ihre Kinder versorgen könnten. Viele der Ureinwohner lassen ihre Kinder im Stich, weil es ihnen mittlerweile unmöglich ist, sie gut zu versorgen.“
 
Diese große Not macht die Mitarbeiter von RTM Venezuela betroffen. Ihnen ist es ein Anliegen, die Not dieser Kinder zu lindern. Eine Möglichkeit dazu haben sie bereits gefunden. Mit der Kinderradiosendung „Pedrito el Pulpo“(Peterchen, der Tintenfisch) über den kleinen Tintenfisch Pedrito erreichen sie ein großes Publikum an Kindern zwischen vier und vierzehn Jahren. In jeder Sendung erlebt Pedrito spannende Abenteuer und erfährt dabei etwas über die Bibel.
Mehr zum Kinderprogramm „Pedrito el Pulpo“ erfahren Sie hier. (Bild: TWR Venezuela)

Doch „Pedrito el Pulpo“ ist nicht nur ein Radioprogramm. Regelmäßig veranstaltet das Team auch Liveprogramme mit Pedrito. Im Mai und Juni war das Team mit solchen Kinderveranstaltungen in verschiedenen Slums unterwegs. Angesichts der Wirtschaftskrise im Land haben die Mitarbeiter im Vorfeld die kleinen Geschenke, die sie üblicherweise bei solchen Veranstaltungen mitbringen, angepasst. Gabriel Fernandez, Leiter von RTM Venezuela erklärt: „Wir wissen, dass diese Kinder Lebensmittel mehr zu schätzen wissen als ein Schulheft. Deshalb haben wir dieses Mal Milch mit Haferflocken für die Kinder vorbereitet.“

Gott trotz den Umständen vertrauen

Doch „Pedrito el Pulpo“ will mehr als Kinder mit Lebensmitteln versorgen. Es geht darum, Hoffnung in die Herzen der Kinder zu pflanzen. Das ist Gabriel Fernandez ebenso wichtig wie den Kindern eine Kleinigkeit zu essen mitzugeben: „Wenn die Kinder die Gelegenheit haben, an einer Pedrito el Pulpo-Show teilzunehmen, ist es unsere größte Freude, in ihre glücklichen Gesichter zu schauen. Wir spielen unsere Geschichten mit Handpuppen vor und die Kindern lernen dabei etwas mehr über biblische Wahrheiten und Werte. Ja, sie müssen danach wieder nach Hause zurückkehren, wo das Leben alles andere als einfach ist. Aber wir haben mit unserem Programm Hoffnung in ihre Herzen gepflanzt. Gott führt seine Arbeit weiter fort, selbst wenn das Leben in unserem Land gerade sehr schwierig sind.“

Daran festzuhalten, ist auch für das Team von RTM Venezuela wichtig. Schon jetzt reduzieren viele Mitarbeiter ihre Arbeitsstunden, weil RTM Venezuela das Geld fehlt, ihre vollen Gehälter zu bezahlen. Doch obwohl sie selbst unter solch schwierigen Bedingungen arbeiten, antworten sie zusammen mit Ehrenamtlichen auf die Anfragen der Zuhörer, die sich Rat und Mut von RTM Venezuela erhoffen. In seinem Morgenprogramm Despertar (Wach auf) spricht Gabriel Fernandez oft darüber, wie wichtig es ist, Gott mehr als allem anderen zu vertrauen. Doch das ist für ihn nicht das einzige wichtige Thema in dieser Krisenzeit: „In letzter Zeit rede ich auch immer öfter über Frieden. Denn es gibt viel Gewalt zwischen den unterschiedlichen Demonstranten, die für oder gegen die jetzige Regierung sind. Es gibt Konfrontationen und auch gewalttätige Auseinandersetzungen. Dabei sind bereits Menschen erschossen worden.“

„Gott versorgt uns!“

RTM Venezuela gehört zu TWR. Als ERF Medien sind wir Partner von RTM Venezuela und unterstützen die Kindersendung „Pedrito el Pulpo“. Mit einer Spende unter dem Verwendungszweck „ERF International“ können Sie mit dazu beitragen, dass wir dies auch weiterhin tun können.

Auch auf ihrer eigenen Webseite nehmen die Mitarbeiter von RTM Venezuela diesen Konflikt wahr. Denn die einen Christen sind für die Regierung, die anderen heftige Gegner der Regierung. Gabriel Fernandez ist dabei ganz wichtig, dass die Social Media-Kanäle seiner Organisation von solcher Propaganda freibleiben. Dabei ist es eine große Hilfe, dass das Team von RTM Venezuela einen festen Zusammenhalt hat: „Wir tun unsere Arbeit als Team. Wir respektieren einander. Jeden Tag beginnen wir, indem wir zusammen Gebetsanliegen sammeln und dafür beten.“

Deshalb zweifelt Fernandez auch nicht am Auftrag von RTM Venezuela. Für ihn steht fest, dass die Arbeit weitergehen wird: „Obwohl sich die politischen Probleme in unserem Land immer weiter verschlechtern, machen wir weiter mit unserer Arbeit. In allem, was wir tun, können wir Gottes Erbarmen und seine Versorgung erkennen.“


Dieses kurze Video erläutert sehr anschaulich die Gründe der Wirtschaftskrise in Venezuela:

 

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