© Wilhelmine Wulff /pixelio.de; TWR

Post in die Militärdiktatur

Gott findet seine Wege - und wenn sie 11.000 km lang sind.

Auf einem Schreibtisch in Addis Abeba liegt ein 23 Jahre alter Brief, der ein Leben verändert hat. Er ist adressiert an Wakshuma Terefe. Dass er heute eine Leitungsfunktion in der evangelischen Kirche von Äthiopien innehat, dafür ist dieser Brief aus dem Jahr 1989 mitverantwortlich.

Äthiopien 1989: eine sozialistische Militärdiktatur beherrscht das Land. Den Menschen ist es streng verboten, über Gott auch nur zu sprechen, geschweige denn ihn anzubeten. Dennoch trifft sich der 20-jährige Wakshuma heimlich mit anderen Gläubigen, um zu beten. Seit er Christen begegnet ist, hat sein Leben eine Kehrtwende gemacht. In seiner Kindheit bekam er mit, wie seine Eltern Hexerei und Magie praktizierten, und lernte, Geister anzurufen.  Jetzt ruft er Jesus an. Das ist gefährlich: „Die Nachfolger Jesu wurden rigoros verfolgt und viele von ihnen wurden verhaftet, gefoltert und ermordet. Oft wurde auch unsere Versammlung von den Behörden entdeckt, dann misshandelten sie uns. An einem schlimmen Tag zwangen sie mich, auf Knien über groben Schotter zu rutschen. Meine Knie bluteten und ich war den Tränen nah.“  Waskshuma bleibt standhaft – und ist zugleich ratlos, wie er mehr über Jesus erfahren und im Glauben wachsen kann.

"Das Leben war sehr schwer für mich", sagt Wakshuma. "Meine Mutter war sehr arm und konnte sich nicht um mich kümmern. Mein Vater war bereits tot." In diesen Lebensumständen findet Wakshuma Trost und Ermutigung in TWR Radiosendungen. Denn eines Tages entdeckt er eine christliche Radiosendung, die über den TWR Sender auf der Insel Guam nach Indien ausgestrahlt wird. Dennoch ist sie auch in Afrika zu hören. Auf der Suche nach Rat und Ermutigung für seine christliche Gruppe schreibt er einen Brief an die Kontaktadresse in Hong Kong – 8.000 km entfernt. Von dort wird der Brief weitere 3.000 km bis nach Guam transportiert, bis er schließlich auf dem Tisch von der TWR Missionarin Joan Zensen landet . Diese ist ziemlich überrascht, einen Brief aus Äthiopien zu erhalten. Umso mehr freut sich Wakshuma, als sie ihm eine lange Antwort schickt.  Joan ermutigt ihn, treu am Herrn zu bleiben und so oft wie möglich in der Bibel zu lesen. Und sie schlägt ihm vor, an dem kostenlosen Bibelkorrespondenzkurs von TWR teilzunehmen. „Aus meiner eigenen Erfahrung heraus glaube ich fest, dass Gott es nicht vergessen wird, wenn wir ihm unser Leben übergeben," schreibt Joan ihm. „Er wird Sie führen und leiten, bis Sie erkennen, dass er Ihnen Ihren Herzenswunsch erfüllt hat."

 

© TWR Afrika

Für Wakshuma ist der Brief mehr als nur eine höfliche Antwort – er ist eine konkrete Orientierungshilfe für sein neues Leben als Christ. Durch den Bibelkorrespondenzkurs bleibt er mit Joan in Kontakt und kann seine Fragen loswerden. „Die Briefe von Joan Zensen waren für mich voll wichtiger Hinweise. Sie ermutigte mich, weiter TWR zu hören und gab mir Orientierung, wie ich im Glauben wachsen kann. Ihre Briefe haben mein Leben wirklich verändert."

1991 wurde die Militärdiktatur in Äthiopien gestürzt. 1996 begann Wakshuma seinen Vollzeitdienst bei einer christlichen Mission, um selbst mitzuhelfen, das Leben von Menschen zu verändern.

 

 

 

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