/ Wort zum Tag
HERRliches DeutschLAND?
Die Bibelstelle Psalm 144,15 – ausgelegt von Jens Kilian.
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!
Hat Deutschland eine Staatsreligion oder welche Rolle spielt das Christentum in unserem deutschen Staat? Ich finde, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Offiziell sind Staat und Kirche getrennt und es gibt keine Staatsreligion. Der Staat garantiert Religionsfreiheit. Häufig wird behauptet, dass die unterschiedlichen Religionen in Deutschland gleichwertig nebeneinanderstehen.
Steht das so in unserem Grundgesetz und war es nach dem 2. Weltkrieg so gedacht? Während die Gesetze der ehemaligen DDR auf einem atheistischen Weltbild beruhten, konnte man in der Bundesrepublik Deutschland im Grundgesetz erkennen, dass es auf einem christlichen Weltbild beruht. Besonders deutlich wird dies im Vorwort dazu. Die Präambel des Grundgesetzes beginnt mit den Worten: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen...“. Ich gehe fest davon aus, dass die Autoren dabei Gott meinten, wie er sich uns in der Bibel zu erkennen gibt, und dies damals der Bevölkerung auch klar war, selbst wenn das heute oft in Frage gestellt wird.
Ich denke, dass alleine schon die Präambel des Grundgesetzes, der Religionsunterricht in Schulen und der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat deutlich machen, dass sich Deutschland als ein christliches Land verstand. Anderen Religionen wurde zwar eine große Freiheit gewährt, sie standen jedoch nicht gleichrangig neben dem Christentum. In meinen Augen entspricht die heutige Darstellung, dass in Deutschland alle Religionen gleich gestellt seien und der Staat neutral sein solle, eigentlich nicht dem Grundgesetz und seiner Präambel. Hier werden meiner Ansicht nach Religionsfreiheit und vollständige religiöse Neutralität verwechselt.
Der bedeutendste Staatsmann Israels, König David, schreibt am Ende des 144. Psalms:
„Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist!“ (Psalm 144,15)
An der Geschichte Israels im Alten Testament lässt sich erkennen, welch ein großer Segen darauf liegt, wenn ein Volk mit Gott im Bund steht und sein Vertrauen auf ihn setzt. Hier ist zu lesen, wie Gott Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit, sie in das verheißene Land führt, ihnen immer wieder auch gegen scheinbar übermächtige Feinde zur Seite steht und das Volk segnet und führt. Allerdings wird uns auch die andere Seite deutlich aufgezeigt. Das Volk Israel wendet sich von Gott ab und dem gesellschaftlichen Verfall folgt auch der äußere Zerfall und schließlich eine neue Gefangenschaft in Babylon.
Die alttestamentliche Geschichte Israels zeigt, was David hier ausspricht: Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ein Volk nach Gott fragt und ihn bewusst Herr sein lässt oder ob ein Volk sich von Gott abwendet und anderes gleichwertig neben ihn stellt.
Wer auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts schaut, kann schnell erkennen: Ihre dunkelste Zeit war der Nationalsozialismus, in dem Juden systematisch verfolgt und millionenfach ermordet wurden. Das Volk, mit dem Gott eine besondere Geschichte und einen besonderen Bund hat. Das war offene Feindschaft gegen Gott. Auch der Atheismus der DDR, der behauptete, dass es keinen Gott gibt, ist gescheitert. Hier wurde Gott offen abgelehnt und auf seinen Segen verzichtet.
Welchen Weg wollen wir gehen - als Volk, aber auch als einzelne? Wollen Sie Gott Herr sein lassen oder anderes gleichwertig neben ihn stellen? Wer Gott gegenüber neutral ist, lehnt ihn als Herr ab!
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist! Und wohl dem Menschen, dessen Gott der HERR ist!
Ihr Kommentar
Kommentare (6)
Danke für diese Worte. Ich wünschte das würde mal im Bundestag gesagt. Uns bleibt das Gebet. Gott segne Sie und bewahre Sie.
Eine sehr mutige Andacht. Danke!
Vielen herzlichen Dank für die heutige sehr aufschlussreiche Andacht zu Ps. 144,15 durch Herrn Jens Kilian.. im Wort zum Tag: Herrliches Deutschland?
Eine bemerkenswerte Auslegung des Psalmwortes (Ps. 144,15). Diese Gedanken sollten sich jeder Mitbürger und besonders die Führungskräfte in Politik und Wirtschaft zu Herzen nehmen.
Sehr geehrter Herr Kilian,
vielen Dank für diese klare Feststellung. Ich habe schon selbst nach solch einer klaren Formulierung gesucht, aber nie so eindeutig vorgefunden, wie Sie es hier … mehrbeschrieben haben. Ich werde mir Ihren Text verinnerlichen, um klar Stellung zu beziehen, dass Gott unser Herr ist. Nochmals Danke!
Sehr gute bibeltreue und aktuelle Auslegung. Vielen Dank.