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Gebetserhörung

Die Bibelstelle 1. Samuel 1, Vers 27b – ausgelegt von Wolf-Dieter Kretschmer.

Nun hat der HERR mir gegeben, was ich von ihm erbeten habe.

1. Samuel 1,27

Vor etwas mehr als 3.000 Jahren stand eine verzweifelte Frau vor einem Priester Gottes. Damals war sie im Kreis ihrer Familie zum Heiligtum Israels nach Schilo gereist, um dort das jährliche Opfer darzubringen. Hanna war zutiefst unglücklich, denn sie war nicht in der Lage, Kinder zu bekommen. Die zweite Frau ihres Ehemannes hingegen hatte Kinder.

In einem besonders dunklen Moment hat Hanna ihr Herz vor Gott ausgeschüttet. Und Gott hat sie durch den Priester Eli getröstet. „Geh in Frieden“, hat er Hanna zugesprochen. „Der Gott Israels möge dir geben, was du von ihm erbeten hast.“

Tatsächlich! Gott erhört Hannas Bitte. Sie wird schwanger und bringt einen Sohn zur Welt. Den nennt sie Samuel, was so viel heißt wie ›von Gott erhört‹ oder ›von Gott erbeten‹.

Jetzt, einige Jahre später, steht Hanna wieder vor dem Priester Eli in Schilo. Dieses Mal begleitet sie ihr Sohn Samuel. Hanna will das Gelübde einlösen, das sie seinerzeit in Gottes Gegenwart abgelegt hat. Samuel soll fortan im Heiligtum leben und dort Gott dienen. Hanna begründet das dem Priester Eli gegenüber mit den Worten:

Der HERR hat mir gegeben, was ich von ihm erbeten habe. 1. Samuel 1, Vers 27b

Diese Geschichte ist mehr als dreitausend Jahre alt und doch spricht sie mich an. Mehrere Dinge lassen mich aufmerken.

Zunächst ist da eine Frau, die in ihrer Not nicht weiterweiß. Sie kann den Erwartungen ihrer Umwelt nicht gerecht werden, weil sie nicht schwanger wird. In der damaligen Gesellschaft ist das für eine Ehefrau eine schlimme Sache. Kinderlosigkeit ist ein Makel, ein Zeichen dafür, dass Gott einer Frau seine Gunst entzogen hat. Kein Wunder, dass Hanna in eine tiefe Lebenskrise stürzt. Schließlich wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an den Gott Israels und wird getröstet. Hanna verbindet den Zuspruch Gottes durch den Priester mit einem Gelübde, an das sie sich konsequent hält und das sie später einlöst. 

Eine notvolle Lage, die Zusage Gottes, die Erhörung des Gebets und die Bereitschaft, ein gegenüber Gott getroffenes Versprechen einzulösen. – Im Falle von Hanna und Samuel sind das die Zutaten einer Segensgeschichte, die Gott in den kommenden Jahren entfalten wird.

Wie ist das mit mir, und wie mit Ihnen? Haben Sie in einer notvollen Situation Gottes Zuspruch und Hilfe erlebt? Wenn das der Fall war, wie sind Sie damit umgegangen? Haben Sie Gott gedankt oder sind Sie einfach zur Tagesordnung übergegangen? Und wenn Sie Gott etwas versprochen haben, haben Sie es eingelöst?

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