/ Anstoß - Gedanken zum Tag
„Der HERR ist mein Anteil!“
Gedanken von Wolf-Dieter Kretschmer zum Bibeltext Klagelieder 3, 24.
Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
Was bleibt, nachdem die befürchtete Katastrophe eingetreten ist? Wie soll man umgehen mit einer Situation, von der man wusste, dass sie kommen würde? Und was dann?
Der Prophet Jeremia lebte vor 2.600 Jahren. Sein ganzes Leben hat Jeremia dafür eingesetzt, die Könige und die Einwohner des Königreichs Juda zu warnen – über einen Zeitraum von 40 Jahren hinweg. Sie sollten umkehren von ihrem sündigen Lebensstil und sich Gott zuwenden. Jeremia wurde offenbart, was andernfalls geschehen würde.
Trotz seines unermüdlichen Warnens war die Katastrophe eingetreten. Der babylonische Herrscher Nebukadnezzar hatte Judas Hauptstadt Jerusalem und das Land ein drittes Mal angegriffen. Dieses Mal verwüsteten seine Truppen alles, was ihnen in die Quere kam, und schleiften sogar die Hauptstadt. Alles, was den Menschen damals lieb und heilig gewesen ist, wurde gebrandschatzt, der Tempel eingeschlossen. Die meisten Bewohner mussten in die Verbannung ziehen. Nur wenige durften im Land bleiben.
In solch aussichtsloser Lage liegt es nahe, alles hinzuschmeißen. Aber genau das tut Jeremia nicht.
Im Buch der Klagelieder Jeremias ist seine Reaktion überliefert. Dort heißt es: »Der HERR ist mein Anteil, auf ihn will ich hoffen«. Klagelieder 3, Vers 24 NLB
Jeremias Vertrauen auf Gottes Güte muss ungebrochen gewesen sein. Jeremia war sich sicher: Die Gnade des HERRN nimmt kein Ende! Sein Erbarmen hört nie auf (Verse 22).
Diese unerschütterliche Gewissheit wünsche ich Ihnen und mir.
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