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Wunderbare Aussichten

Die Bibelstelle Offenbarung 7,9.10 – ausgelegt von Michael Wehrwein.

Der Seher Johannes schreibt: Siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen: die riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei unserm Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm!

Offenbarung 7,9.10

Gewaltig ist die Vision des Sehers Johannes. Überwältigend ist das, was er schaut. Für die bedrängte und verfolgte kleine Schar der Christen muss dies mutmachend gewesen sein. Es wird sie mit Freude auf Gottes hoffnungsvoller Zukunft erfüllt haben. Wunderbar ist die unzählbar große Schar der Erlösten vor dem Thron Gottes und des Lammes. Sie huldigen dem Herrn der Welt und seiner Gemeinde. Ein gewaltiger Chor gibt Gott und seinem Sohn Jesus Christus die Ehre. Sie bekunden, dass das Heil bei ihnen liegt. In der Welt des damaligen römischen Weltreiches beansprucht der Kaiser für sich alle Macht. Er sieht sich als Gott und lässt sich als solcher verehren. Wer dem Kaiser das Opfer verweigert, leidet. Gerade die Christen, die dieses Kaiseropfer verweigern, spüren die geballte Macht der Verfolgung. Sie leiden unter dem Hass des Kaisers. Der Seher Johannes ist selbst zum Opfer geworden. Er wird auf die Insel Patmos verbannt. Wie mag es ihm ergangen sein, ob der grandiosen Vision des Thrones Gottes? Diese ermutigt auch Johannes und stärkt ihn in der Trübsal seiner Verbannung.

Die alttestamentliche Verheißung kommt in Erinnerung. Es ist erfüllt, was Gott Abraham, dem Stammvater des Gottesvolkes versprochen hat. Er sagte zu Abraham: „Sieh zum Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und er sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein.“
Abraham kann sie nicht zählen.

In der Vision ist die Zahl der Erlösten ebenfalls unzählbar. Johannes kann sie nicht zählen. Aber Gott kann sie zählen. Er weiß um die, die zu ihm gehören. Sie stammen aus allen Nationen, Stämmen und Völkern und Sprachen. Die Vielzahl beschreibt das Umfassende. Zahlen und ihre Symbolik spielen in der Offenbarung eine große Rolle. Dem Abraham hat Gott zugesagt: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker, alle Geschlechter auf Erden“. Johannes sieht in seiner Vision die Gemeinde als die in Abraham gesegnete Menschheit. Die unzählbar große Schar der Erlösten trägt weiße Kleider, so wie die Märtyrer. Diese haben wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus gelitten. Sie haben oft mit ihrem Leben bezahlt. Sie haben überwunden und bilden nun die Gemeinschaft der Erlösten. Sie tragen das Siegergewand und Palmzweige in ihren Händen. Bei den Sportwettkämpfen der Griechen tragen die Sieger grüne Zweige und einen Lorbeerkranz. Aber auch in einer jüdischen Schrift ist zu lesen: „Wer den Palmzweig in seiner Hand trägt, von dem wissen wir, dass er der Sieger ist.“  Die Heilsgemeinde ist also auf der Siegerstraße. Auch der Jubel der Sieger preist das Heil, dass in Gott und seinem Heiland gründet. Die Siegeshymne, die sie anstimmen, hat nur ein Thema:  Das Heil ist in Gott, der auf dem Thron sitzt und im Lamm Jesus Christus. Die wiedergöttliche Macht ist gestürzt. Jetzt ist klar, wer der Herr der ganzen Welt ist. Er allein hat Anspruch auf das Leben aller Menschen. Sie sollen einen Platz in der Gemeinde der Erlösten haben.

Auch für uns heute bildet diese wunderbare Vision einen Vorgeschmack auf Gottes Zukunft und unsere Zukunft. Als Erlöste dürfen wir einen Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft aus allen Völkern, Stämmen, Nationen und Sprachen sein. Es ist tröstlich und mutmachend, dass nicht die Machthaber dieser Erde am Ende siegen. Unser Herr hat die Welt in der Hand und er ist der Sieger. Am Ende werden wir Christen stehen und staunen. Wir werden einstimmen in den Jubel der Erlösten vor seinem Thron. Das sind wunderbare Aussichten mitten in einer verlorenen Welt.

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