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/ Wort zum Tag

Lohn der Treue

Karsten Hellwig über Psalm 97,10.

Der das Leben seiner Getreuen behütet, wird sie retten aus der Hand der Frevler.

Psalm 97,10

„Die Guten ins Töpfchen. Die Schlechten ins Kröpfchen.“ Kennen Sie das von Aschenputtel? Ist die Welt in Schlechte und Gute geteilt? Das Bibelwort für den heutigen Tag aus Ps. 97,10 geht jedenfalls auch auf zwei Gruppen ein: „Der HERR schützt das Leben der Getreuen. – und - Er reißt sie aus der Gewalt der Gottlosen.“ Gottlose und Getreue.  Zu welcher Gruppe gehören Sie? Nein, ich will niemanden jetzt einfach so festlegen – ich will bloß mit Ihnen nachdenken über diese beiden Möglichkeiten.

Die Getreuen haben ein Herz für Gott. Sie werden – in demselben Vers in Psalm 97 - folgendermaßen angesprochen: „Die ihr den HERRN liebt, hasst das Böse!“ Jeder Mensch ist in der Lage Böses zu tun. Wer möchte schon für sich selber die Hand ins Feuer legen. Manchmal sind wir überrascht, welche unterschiedlichen Strebungen in uns stecken. „Gott baut sein Reich mit Menschen, die großzügig und liebevoll sind, die aber auch Fehler machen, die schwach werden oder unbarmherzig handeln – andere hat und will er nicht.“ Die Getreuen sind nicht die Saubermänner, sondern Menschen wie du und ich – aber mit einem Herz für Gott und mit dem Herzen Gottes verbunden. Sie haben den Mut, sich korrigieren zu lassen. Sie sind Gott treu, indem sie sich – auch und gerade, wenn sie Fehler gemacht haben – an Gott halten und nach ihm richten.

Und wer ein Herz für Gott hat, der hasst das Böse – um sich herum und in sich drin. Was ist das Böse? Hinter Verhaltensweisen stehen Haltungen. Z. B. solche: eifersüchtig, neidisch, gehässig, bösartig, unmöglich. Aber das Böse muss nicht immer so typisch böse daherkommen. Was ist das Böse heute? Das „Egal“. Die Gottlosigkeit. Die Resignation. Gleichgültigkeit. Das: „solange es mir gut geht, können mir die anderen egal sein.“ Das: „sich selber rausreden, aus der Verantwortung nehmen, an nichts schuld sein.“

Treu sein, heißt das Böse lassen und das Gute tun. Ehrlich sein. Sich Unrecht widersetzen. Sich auf die Seite der Schwachen stellen. Solches Verhalten kann Nachteile mit sich bringen für den, der so handelt. Und solches Verhalten kann Ärger auslösen. Wenn ich jemandem treu bin, dann gefällt das denjenigen nicht, die untreu sind. Oder es ist ihnen vollkommen egal.

Die Gottlosen sind Leute, die Gott nicht kennen und ihn auch nicht kennen lernen wollen. Sie verfolgen ihre eigene Strategie. Sie haben ein anderes Lebenskonzept. Und sie fühlen sich darin vielleicht einfach nur angegriffen – in Frage gestellt. Sie verstehen die Gott Getreuen nicht. Deren Verhalten kommt den Gottlosen fremd vor.

Für den Getreuen bedeutet das einmal Herausforderung und zum anderen Ermutigung.

Die Herausforderung: Ich möchte Gott treu sein. Ich möchte sein Wort studieren und mich an IHN halten. In den konkreten Alltagssituationen möchte ich mich von IHM leiten lassen. Ich möchte nicht stur meine Meinung verfolgen. Ich möchte korrekturbereit sein.

Und ich möchte mein Fähnchen nicht nach dem Wind hängen. Ich möchte mich von der Schutzzusage Gottes ermutigen lassen, auch mal gegen den Strom zu schwimmen.

Im Mittalter gab es eine Art Sozialvertrag. Und zwar zwischen Lehnsmännern oder Lehnsnehmern und dem Lehnsherrn oder Lehnsgeber. Jemand wurde durch Schwur und Vertrag verpflichtet dem König zu dienen und bekam dafür ein Lehen – ein Stück Land oder ein einträgliches Amt. Und was mindestens ebenso wichtig war: der Lehnsmann stand unter dem Schutz des Lehnsherrn. Solange er treu seinen Schwur erfüllte, schützte der König ihn vor den Ansprüchen anderer.

Der Getreue steht unter dem Schutz Gottes. Auch wenn er in Schwierigkeiten kommt – letztlich wird er gerettet werden.

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Kommentare (1)

Helga S. /

Danke!