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Der Generationenvertrag stimmt nicht mehr!

Albrecht Kaul über Psalm 78,3-4.

Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern.

Psalm 78,3–4

Der Generationenvertrag stimmt nicht mehr!

Im sogenannten Generationenvertrag war festgelegt, dass die Rentner durch die Abgaben der arbeitenden Menschen getragen werden. Das hat 1955 noch so funktioniert, dass fünf Arbeiter einen Rentner finanzierten. Heute müssen bereits zweieinhalb Arbeiter die Beiträge für einen Rentner aufbringen und 2040 steht es sogar 1:1. Das kann nicht mehr funktionieren und die politisch Verantwortlichen müssen sich ernstlich Gedanken machen, wie in Zukunft die Beiträge für die Rentnerinnen und Rentner finanziert werden können.

Im Bibeltext für heute wird ein ganz anderer Generationenvertrag angesprochen:

„Was wir gehört haben und wissen und unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir nicht verschweigen unseren Kindern.“ Psalm 78, Verse 3 und 4.

Hier geht es nicht darum, was die zukünftigen Generationen für die Alten tun sollten, sondern wie die Älteren die geistliche Verantwortung für die Nachkommenden übernehmen können. Wenn die jungen Generationen Christen werden sollen, dann haben wir Eltern und Großeltern heute eine enorm wichtige Aufgabe: Wir dürfen nicht schweigen über das, was wir von Gott wissen und was wir mit Gott erlebt haben. Religionsunterricht, Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht sind gut, aber sie ersetzen nicht die persönliche Weitergabe des Glaubens. Das können kleine Erlebnisse mit Jesus sein – dort, wo er geholfen hat, Momente, wo sich die Angst durch ein Gebet aufgelöst hat oder wo Gott durch ein Bibelwort eine hilfreiche Richtung aufzeigte.

Wir sollten es nicht den Profis der christlichen Kinderarbeit überlassen, vom Glauben zu sprechen, sondern es muss selbstverständlich sein, dass eine Generation die Informationen und Erfahrungen mit Jesus an die nächste weitergibt. Gerade in die Glaubensvermittlung mit Kindern müssen wir mehr investieren. Die zurückgehende Zahl der Hauptamtlichen in unseren Kirchen kann das nicht schaffen. Hier sind Eltern und Großeltern, Paten und Freunde gefragt, die biblischen Geschichten und die eigenen Erlebnisse mit Gott nicht zu verschweigen. Früher war die Großmutter oft diejenige, die biblische Geschichten erzählt hat. In unserer Generation kamen Tonbänder, biblische Hörspiele, der Schlunz und die Filme vom Superbuch dazu. Heute gibt es richtig gute Clips im Internet, aber das ersetzt nicht die persönliche Weitergabe des Glaubens in der Familie. Das kann die kleine Andacht zu einem Familienfest sein, aber eben auch die lockere Erzählung am Abendbrottisch, was Vater oder Mutter mit Gott erlebt haben. Dieser Generationenvertrag ist im Grunde wichtiger als die Frage, ob in Zukunft das Geld noch reicht.

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Kommentare (2)

Schwester Christa W. /

Vielen Dank, lieber Albrecht, für Deine hilfreiche, auf den Punkt gebrachte Auslegung. Herzliche Grüße aus BRB/Havel D. Sr. Chr.

Ursula /

Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Herr Kaul!