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Kopf hoch!

Andrea Hoppstädter über Zefanja 3,16-17.

Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland.

Zefanja 3,16–17

„Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.“ Dieser wohlgemeinte Aufmunterungsversuch ist sicherlich den meisten schon mal begegnet.

Wenn Lasten uns bedrücken, sich das Gedankenkarussell unentwegt dreht, können wir vielleicht noch eine Zeitlang funktionieren. Wenn jedoch die bedrückende Situation lange genug andauert, lässt wahrscheinlich auch unsere Körperhaltung darauf schließen. Wir lassen Kopf und Schultern hängen. Unsere Schritte werden schleppend. Arme und Hände sinken leichter, denn auch sie sind von der Schwere erfasst.

Aber nicht nur einem Einzelnen kann es so gehen, sondern auch einem ganzen Volk. Die Israeliten leben im 7. Jahrhundert vor Christus in einer Zeit, die von Gottes Gerichten geprägt ist. Gott hat dabei nicht nur die heidnischen Nachbarvölker gerichtet, sondern auch sein auserwähltes Volk selbst. So haben sich nach einer langen zermürbenden Zeit längst Angst, Mutlosigkeit und Resignation im Volk Gottes breitgemacht. Nun bekommt Jerusalem, auch Zion genannt, durch den Propheten Zephania von Gott einen tröstlichen und Mut machenden Zuspruch:

Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland.

Obwohl das Wort Geborgenheit nicht direkt vorkommt, so spüre ich förmlich die Geborgenheit, die in diesem Zuspruch liegt.

Und nach Geborgenheit sehnt sich doch wohl jeder Mensch. Schon von Anfang an genießt der Mensch die Gegenwart eines Stärkeren. „Mein großer Bruder haut euch alle um.“ Solche Sätze kann man schon im Kindergarten hören. „Mein Papa kann das wieder ganz machen.“ Auch dieses Wissen, dass das Kind für Kaputtgegangenes Hilfe bekommt, vermittelt ihm ein Stück Geborgenheit. Und wie oft flieht ein Kind in die schützenden und tröstenden Arme der Mutter. Schutz, Trost, Halt, verbundene Wunden erlebt es normalerweise unzählige Male. So helfen auch Nähe, Wärme und Verständnis, dass es sich geborgen fühlt. Irgendwann stellt es zwar fest, dass kein Mensch umfassenden Schutz, Sicherheit und Nähe leisten kann und somit die Helden seiner Kindheit auch begrenzt sind. Und doch bleibt die Sehnsucht nach jemand, der stark ist, der heil macht und der immer da ist.

Auch in Israel war die Sehnsucht nach Geborgenheit jetzt sicherlich besonders groß. Und Gott sagt ihnen nun, dass er da ist. Und zwar als ihr starker Heiland.

Im alten Bund wird Gott nur wenige Male als Heiland bezeichnet. Heiland - das ist die Seite Gottes, mit der er uns durch seinen Sohn Jesus begegnet. Er bietet uns die Versöhnung an, damit wir in der Ewigkeit auch wieder in vollkommener Geborgenheit bei ihm sein dürfen.

Aber auch heute schon will er Ihnen und mir als starker Heiland zur Seite stehen.

Mir ist dieser Vers schon vor vielen Jahren zur Ermutigung geworden. Eine Freundin hat mir diese Worte während einer schwierigen Zeit zugesprochen. Und seitdem gab auch ich diese Worte schon an viele Trostsuchende weiter.

„Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.“ Mir hilft dieser nette Spruch nicht wirklich weiter. Aber umso mehr die Zusage, dass mein starker Heiland bei mir ist.

Was auch Sie gerade belastet und Kraft und Mut sinken lässt: Kopf hoch, denn auch Ihnen will der starke Heiland zur Seite stehen.

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Kommentare (4)

Jacqueline G. /

Danke Frau Hoppstädter!

Pfr.i.R Dietrich T. /

Danke ! Eine sehr gute Andacht. Ermutigend, ehrlich, bezeugend und aus der Tiefe des Evangeliums heraus. Die Verkündigerin scheint auch eine
befähigte Seelsorgerin, weil gute Zuhörerin zu sein. Jesus segne Sie und Ihre ganze Familie.

Margreet M. /

Danke für diese Ermutigung!!
Ich kenne diesen Satz anders :Kopf hoch hier unten ist es nicht