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Der Tod – das ist doch das Allerletzte

Jürgen Barth über 2. Timotheus 1,10.

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

2. Timotheus 1,10

Er hatte bisher kein leichtes Leben. Viele seiner Wünsche sind unerfüllt geblieben. Familiär, beruflich und gesundheitlich ist vieles nicht so gelaufen, wie er es sich gewünscht hatte.

Als ob das alles nicht schon genug war. Nun ist noch eine schwere Krebserkrankung dazu gekommen. Ich stehe an seinem Krankenbett. Es ist absehbar, dass sein Leben zu Ende geht.

Er ist nicht mehr ansprechbar. Ich spreche ihm trotzdem einige vertraute biblische Texte zu. Ich bete für ihn und segne ihn. Und kann nur hoffen, dass er vielleicht doch noch etwas davon mitbekommt. - Vieles bewegt mich in diesem Augenblick.

Mir fällt der Titel eines Buches ein: „Am Ende sterben wir sowieso…“. Alles scheint im Leben auf diesen „End-Punkt“ zuzulaufen. Haben diejenigen recht, die sagen: „Der Tod ist das Letzte!“? Genauer: „…das Allerletzte, danach kommt nichts mehr“? Bedeutet es, dass der Tod die Macht ist, vor der wir alle irgendwann einmal kapitulieren müssen? Ist der Tod jener schlimme Schlusspunkt, der uns alle Hoffnung und Zukunft raubt?

Mir fällt ein Bibelwort ein, das ganz anders klingt. Hoffnungsvoll, ermutigend und zuversichtlich. Im 2. Timotheusbrief Kapitel 1 Vers 10 heißt es: „Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“

Ist das nur ein frommer Wunschtraum? Selbsttäuschung? Vertröstung anstatt Trost?

Wie kommt der Apostel zu solch einer provozierenden Behauptung, die scheinbar allen Erfahrungen widerspricht?

Was bedeuten diese Worte angesichts des Schwerkranken, der da vor mir liegt? Was bedeuten sie für mich? Was bedeuten sie für das Leben?

Die Macht des Todes ist gebrochen und überwunden. Diese Überzeugung hat der Apostel am Leben und Wirken Jesu Christi gewonnen.

Als Jesus Christus am Kreuz starb, war das für seine Jünger wie ein Schlusspunkt. Zwei von ihnen berichten es einem zunächst unbekannten Wegbegleiter, als sie von Jerusalem nach Hause, nach Emmaus zurückkehren (Lukas 24, 13ff.).

Sie haben ihre Hoffnungen „begraben“. Sie sind enttäuscht. „Wir dachten, er würde Israel erlösen, befreien“, sagen sie. Die Sache mit Jesus ist für sie abgeschlossen. Der Tod hat einmal mehr seine Macht bewiesen – so, wie es schon immer war. Daran änderte sich auch nichts durch die Erzählung der Frauen, die morgens am Grab Jesu waren. Das Grab war leer. Sie bezeugen: Jesus lebt.

Den beiden enttäuschten Jesus-Jüngern müssen erst die Augen geöffnet werden, bis sie es begreifen: Jesus ist tatsächlich auferstanden und lebt. Sie und die anderen Jüngerinnen und Jünger Jesu begegnen ihm als dem Auferstandenen. Die Auferstehung Jesu Christi macht sie gewiss: die Macht des Todes ist gebrochen und überwunden. Gott schenkt neues Leben, ewiges Leben.

Das meint der Apostel, wenn er schreibt: „Christus hat das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht…“ Das ist eine gute Nachricht - Evangelium eben. Das ist meine Hoffnung – auch für den Schwerkranken, an dessen Bett ich stehe. Das gibt mir Kraft und tröstet mich in solchen scheinbar trostlosen Zeiten und ausweglosen Situationen.

Und es ist schon ein Unterschied, ob ich mit oder ohne diese Hoffnung und Gewissheit trauern muss. Weil Jesus Christus den Tod überwunden, den Tod entmachtet hat, bin ich gewiss: bei ihm bin ich geborgen – im Leben und im Sterben.

Dem neuen Leben, das er uns im Glauben an ihn schenkt, kann der Tod nichts mehr anhaben. Aus dieser Gewissheit und Zuversicht können wir Kraft schöpfen für die Zeiten des Lebens, die so schwer und leidvoll sind. Zeiten, die auch Christen nicht immer erspart bleiben.

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Kommentare

Rainer /

Lieber Herr Barth, vielen Dank für Ihre biblisch fundierte Auslegung. Liebe Frau Anneli S., vielen Dank für Ihr mutmachendes Zeugnis.

Anneli S. /

Ich kann bezeugen das der Tod nicht da letzte Wort hat. Mein Mann starb am 1.11.18 an Herzversagen im Bett. Ich war an seiner Seite. Wir hatten uns gegenseitig versprochen wer zuerst zu Jesus kommt, Jesus liebe Grüße mitzugeben.

Ich sagte zu meinem Mann:" Nimm Jesus liebe Grüße mit!" Da leuchtete und strahlte sein Gesicht obwohl die Augen schon gebrochen waren. Ich sah wie er Jesus sah und sich unbändig freute. So habe ich meinen Mann noch nie strahlen gesehen. Er war eher ein ernsthafter mehr