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Kerzen, Grill und Lagerfeuer

Hannah Thielmann über Jakobus 3,5-6.

Seht, wie klein ist das Feuer und wie groß der Wald, den es anzuzünden vermag! Auch die Zunge ist ein Feuer.

Jakobus 3,5–6

Kerzen, Grill und Lagerfeuer – das sind alles Dinge, die ich sehr mag. Ich mag den Geruch von Duftkerzen. Ich liebe den rauchigen Geschmack von gegrilltem Gemüse. Und ich lausche gerne dem Knistern des Lagerfeuers, während es mich wärmt und am Abend Gemeinschaft ermöglicht.

Hausbrand, Waldbrand und Verbrennungen – das sind alles Dinge, die ich nicht mag. Ich trauere mit den Menschen, die durch Hausbrände alles verlieren. Es ist schrecklich, dass durch Waldbrände große Teile der Natur zerstört werden. Und Verbrennungen schmerzen sehr.

Eines steht fest: Feuer kann sowohl wunderschöne Dinge ermöglichen als auch brutal zerstören. Feuer wärmt, erhellt und zündet Dinge an. So kann ich an Silvester über das Feuerwerk staunen und am Geburtstag die Kerzen auf dem Kuchen anzünden. Gleichzeitig kann aber auch ein kleiner Funke ganze Häuser und Wälder niederbrennen. Dann ist Feuer zerstörerisch.

Ähnlich wie mit dem Feuer ist es auch mit Worten. Ich liebe Komplimente! Ich sage Menschen gerne, wenn sie eine großartige Ausstrahlung haben, oder wenn ich sie für etwas sehr bewundere. Dann ermöglichen meine Worte wunderschöne Dinge – sie bauen auf und sind wertschätzend. Leider passiert es mir aber auch manchmal, dass meine Worte brutal zerstören. Wenn ich mich streite, kann es vorkommen, dass ich Dinge sage, die mein Gegenüber verletzen. Solche Worte können sehr tief gehen und länger hängenbleiben.

Dass Feuer und Worte in ihrer Zerstörungs- und Schöpferkraft ähnlich sind, wird auch schon in der Bibel beschrieben. Im Jakobusbrief im Neuen Testament heißt es in Kapitel 3 in den Versen 5 und 6: Seht, wie klein ist das Feuer und wie groß der Wald, den es anzuzünden vermag! Auch die Zunge ist ein Feuer.

Es wird deutlich: Die Zunge und die mit ihr gesprochenen Worte haben ziemlich viel Macht. Wie ein kleines Feuer einen großen Wald in Brand steckt, so kann auch die Zunge ähnliche Zerstörung anrichten. Was ich sage, hat also große Auswirkungen auf mich und die Menschen um mich herum.

Aber was hat das Ganze mit Gott zu tun? In den Versen, die auf die Verse 5 und 6 folgen, schreibt der Autor des Jakobus-Briefs, dass die Zunge nicht gezähmt werden kann. Und weiter kritisiert er: „Mit der Zunge loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind.“ Das passt irgendwie nicht zusammen. Und das macht der Autor deutlich. Meine Worte scheinen also zu verraten, wie es in meinem Inneren aussieht. Da ich die Zunge nicht zähmen kann, ist sie wie ein Fenster in mein Innerstes. Und wenn ich Gott, den Schöpfer, lobe, aber seine Geschöpfe verfluche, scheint es eine Schieflage zu geben. Das passt nicht. Meine Zunge ist dann wie ein zerstörerisches Feuer – angezündet von schlechten Gedanken und nicht von Gott.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Da ich meine Zunge selbst nicht kontrollieren kann, muss sie von einer guten Quelle angezündet werden. Und wer könnte da besser geeignet sein als Gott?! Wenn ich mich von ihm und von seiner Liebe verändern lasse, ändern sich meine Gedanken. Es ändert sich alles an mir. Dann erzählt meine Zunge mit liebevollen Worten von ihm. Dann sind meine Worte ein Fenster zu Gott und andere Menschen können über meine Worte auf diesen genialen Gott schließen! Wenn ich mit Gott in einer Beziehung lebe und ihm die Gestaltung meines Lebens überlasse, dann ist meine Zunge kein kleines Feuer, das einen großen Wald zerstört, sondern ein wärmendes und helles Licht für mich und alle anderen. Um diese Veränderung kann ich Gott bitten – jeden Tag.

Und dann zündet Gottes Funke in meinem Leben Kerzen, Grill und Lagerfeuer an.

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Kommentare

Christian R. /

Ein kleines Feuer kann schon einen großen Schaden auslösen.
Gott gibt uns den Glaubensfunken und wir können durch unserer Zunge einen Flächenbrand verursachen mit Segen für unsern Nächsten.
Gott befohlen und in Jesus verbunden.
Christian

Dirk P. /

Liebe Hannah Thielmann,
ich bedanke mich für ihr Wort zum Tag heute. Es hat mich in meiner Situation voll getroffen und ich danke Gott dafür, dass er heute durch Sie zu mir spricht.
Gerade heute benötige ich Gottes Hilfe bei der Formulierung meiner Worte, denn ich muss einem lieben Menschen etwas sagen, was mir sehr schwer fällt. Jetzt bin ich sicher, dass Gott mir dafür die richtigen Worte geben wird.
Herzliche Grüße
Dirk P.