Navigation überspringen

/ Wort zum Tag

Wüstenjahre

Michael Wehrwein über 5. Mose 2,7.

Der HERR, dein Gott, hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.

5. Mose 2,7

Wüstenzeiten sind oft schwierige Zeiten. Das galt für Mose und das Volk Israel auf dem Weg aus der Knechtschaft in Ägypten hin in das von Gott versprochene Land.

40 Jahre waren die Israeliten unterwegs. Sie erlebten schwierige Wegstrecken. Manche Entbehrungen mussten sie auf sich nehmen. Manchmal war die Angst stärker als die Zuversicht. Mose, ihr Anführer, wurde zuweilen angegriffen, seine Führungsrolle und seine Autorität wurden infrage gestellt. Das Volk murrte. Als es schwierig wurde, sehnten sie sich nach den Fleischtöpfen in Ägypten zurück. Der lebendige Gott hatte sie auf wunderbare Weise aus der Knechtschaft befreit. Immer wieder schenkte er ihnen die Zeichen seiner Gegenwart. Sie erlebten seine Fürsorge und erfuhren Wunder über Wunder.

Und trotzdem kündigten sie Gott den Gehorsam auf. Sie schufen sich ein Götzenbild und beteten das an. Sie mussten die schlimmen Folgen ihres Ungehorsams ausbaden. Und immer wieder musste sie Mose auf den richtigen Weg führen. Mose motivierte. Immer wieder rief er Gottes Bundesschluss und seine Zusage in Erinnerung. Mose hielt treu an Gottes Auftrag fest.

Das war nicht immer einfach. Gerade in den schwierigen Situationen des Wüstenweges mag es ihm manchmal angst und bange geworden sein. Feindliche Völker stellten sich den Israeliten in den Weg. Sie mussten manche Kämpfe bestehen.

Aber schließlich kamen sie zu dem von Gott versprochenen Ziel, dem Land der Verheißung. Im 5. Mosebuch, dem Buch Deuteronomium, wird die Rede des Mose überliefert. Er hat sie zum Abschluss der Wüstenwanderung vor dem Übergang über den Jordan gehalten. Mose blickt zurück. Er weiß sich auf seinem Weg von Gott gesegnet. „Der Herr, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände“ kann Mose im Rückblick auf sein und das Leben des Volkes Israel bekennen.

Von Gott weiß Mose sich auf dem Weg durch die große Wüste begleitet, getragen und geführt. Gott hat sein Wandern durch die große Wüste auf sein Herz genommen. Das wusste Mose. Dieses Wissen schenkte ihm Geborgenheit, Mut und immer wieder die nötige Kraft für den Weg. Gerade in den Schwierigkeiten und Herausforderungen war dies entscheidend. Es bewahrte ihn vor dem Aufgeben, vor Verzweiflung und Resignation.

Auch Ihr und mein Leben kennt schwierige Phasen, Wüstenerfahrungen. Da ist es gut und wichtig sich gerade dann an das segnende und bewahrende Handeln Gottes zu erinnern. Auch unsere Lebensgeschichte ist Teil der Liebesgeschichte Gottes.

Selbst wenn in manchen Situationen und Ereignissen Gott aus dem Blick geraten ist: Er war da und er ist da. Was wir vollbringen und erreichen, ist Ausdruck seiner Treue und Begleitung. Das gilt für die schönen und gelungenen Wegstrecken. Das gilt aber auch für Wüstenzeiten, für Scheitern und Misserfolg, in Schwachheit und in Glaubenskrisen.

Was das Losungswort der Herrnhuter Brüdergemeine aus dem .Mosebuch ausdrückt, gilt auch heute: „Er hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.“ Es gilt auch heute, was später der Apostel Paulus im 2. Brief an die Korinther in seiner Schwachheit so beschrieben hat: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Kor. 12,9).

Wohl uns, wenn wir mit Paulus sagen können: „Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“ (2. Kor. 12,9b)

Sie möchten noch tiefer in die Bibel eintauchen? Wir empfehlen unsere Sendereihe:

Anstoß

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Kommentare

Dieter B. /

Eine gute Verbindung von Moses Wüstenwanderung zu meiner persönlichen Lebenwanderung, welche ja bei jedem Menschen durch die persönlichen Erlebnisse anders verläuft. Danke für die Erinnerung, dass Gott auch mein Wandern auf sein Herz genommen hat und mir in Schwachheit seine Gnade schenkt.

Christiane F.-T. /

Nichts ist falsch an dieser Andacht. Aber mir fehlt der Bezug zum Leben. Das eine Bibelwort mit dem anderen zu bestätigen, greift zu kurz. Wüstenzeiten bedeuten brennende Hitze, Durst, Schwäche, Schweigen Gottes. Manchmal sehr lange. Gott mutet uns Wüstenzeiten zu, um unseren Glauben tiefer zu verwurzeln. Nichts daran ist leicht. Aber Jesus ist auch da und geht auch mit, wenn es sich anfühlt, als ob Er Lichtjahre entfernt sei und sich nicht interessiere für mein Leid. Wenn ich am Ende bin mit meiner Kraft, bleibt mir immer noch das Gebet: "Herr Jesus, erbarme dich meiner."