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/ Wort zum Tag

Ein Liebesverhältnis

Christoph Morgner über Johannes 14,23.

Jesus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

Johannes 14,23

Woran erkennt man Liebe? Am Kribbeln im Bauch? An den innigen Küssen? An der Treue? Da könnte ich eine Menge nennen. Die meisten von uns haben mit der Liebe ihre Erfahrungen gemacht - wo und wie auch immer. Das bleibt dabei gleich: Liebe macht nicht nur Worte, sondern sie nimmt Formen an. Mit Liebesschwüren ist’s nicht getan. Bloße Gefühle sind zu wenig. Liebe hat immer auch eine praktische Seite. Man wird sie uns hoffentlich abspüren. Wer liebt, der nimmt den anderen ernst. Und er zeigt das auch, so gut es irgend geht.

So ähnlich läuft’s im Glauben. Denn auch hier geht’s um Liebe. Wer glaubt, der liebt. Ja, Glaube ist im Kern ein Liebesverhältnis: Er, unser Gott und Heiland, liebt uns, und wir lieben ihn. Hinüber und herüber. Tag für Tag. „Ihr habt Jesus nicht gesehen und habt ihn doch lieb“, schreibt der Apostel Petrus an seine Gemeinden. (vgl. 1. Petrus 1,8) „Ich liebe Jesus alle Stund“, singt Johann Sebastian Bach in einer seiner Kantaten. Und Niklaus Graf von Zinzendorf fordert auf: „Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu“. Glauben heißt lieben.

Aber woran erkennt man diese Liebe? Wie wirkt sie sich aus? Was ist ihr Echtheitstest? Genau das macht uns Jesus im Wort für heute klar. Es steht im 14. Kapitel des Johannesevangeliums: „Jesus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten“. Ganz schlicht: Wer mich liebt, der wird mich ernst nehmen. Der wird sich an mir orientieren. Der lässt den Worten der Liebe Taten folgen.

Deshalb wird die Liebe zu Jesus unserem Leben den Stempel aufdrücken. Ganz praktisch heißt das: Wir pflegen täglich den Kontakt zu Jesus, indem wir mit ihm in unserem Gebet reden. Wir lassen uns etwas von Jesus sagen. Wir lassen es zu, dass er uns dreinredet. Wir hören auf ihn, indem wir in der Bibel lesen und uns an seinem Wort orientieren, speziell dann, wenn wir Entscheidungen zu treffen haben. Was würde Jesus dazu sagen? Wie würde sich Jesus wohl jetzt verhalten?

Zugegeben: Das bürstet mich manchmal gegen den Strich. Denn Jesus redet mir nicht nach dem Mund. Nein, er zieht manche Striche durch meine Rechnungen. Denn er will verhindern, dass ich mich gegenüber anderen Menschen egoistisch durchsetze und nur meine eigene Meinung gelten lasse. Er fällt mir in den Arm, wenn ich nur meinen persönlichen Vorteil im Auge habe. Jesus leitet mich an, in seiner Spur zu denken und zu handeln. „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten…“.

Die gute Fortsetzung fügt das Bibelwort für heute hinzu: „und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen“. Unser Gott und Heiland quartiert sich bei uns ein. Er wird zum Herrn im Haus. Er gibt den Ton an. Und so werden wir mehr und mehr von ihm geformt. Er prägt unser Denken und drückt unserem Verhalten den Stempel auf.

Und das Schönste dabei: Dieser Bewohner hat nicht vor, wieder auszuziehen. Er bleibt, auch wenn uns das manchmal ungelegen kommt, weil unser Egoismus andere Ziele verfolgt. Lassen wir uns doch von Jesus prägen! Seine Liebe wird unser Verhalten formen – uns selber und anderen zum Segen.

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Anstoß

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Kommentare

Volker B. /

Vielen Dank für ihre guten Worte, schon gestern und heute hat mich ihre Botschaft erreicht!