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Von Gott adoptiert

Erika Best-Haseloh über Epheser 1,5.

Aus Liebe hat er uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden – durch Jesus Christus.

Epheser 1,5

„Aus Liebe hat er uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden – durch Jesus Christus.“ So steht es im 5. Vers des ersten Kapitels des Epheserbriefes. Der Apostel Paulus schreibt diesen Brief an die Christen in Ephesus. Paulus hatte dort einige Zeit gewirkt. Und in der Apostelgeschichte wird berichtet, dass die Gemeinde sich gut entwickelt hat. Nach der Nennung des Absenders und der Empfänger wird der Blick zuerst auf Gott gelenkt. „Gepriesen sei unser Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!“ Danach folgt ein sehr komplexer Text, der die Grundlagen des christlichen Lebens beinhaltet.

Gott hat uns dazu ausgesucht, seine Kinder zu werden. Es die erste von drei grundlegenden Aussagen unseres Lebens als Christ: Erwählt, erlöst und versiegelt. Gott hat uns erwählt. Erwählung heißt nichts anderes als: Ich will das. Wenn Gott erwählt, bedeutet dies, dass er uns, dass er mich haben will. Und diesen Entschluss hat er schon getroffen, bevor er die Welt geschaffen hat. Wie aber ist Gott bei der Erwählung vorgegangen? Wenn ich etwas auswähle, muss das bestimmten Kriterien entsprechen. Ich habe Vorstellungen von der Farbe, der Form oder dem Schnitt, wenn ich mir z.B. eine Jacke kaufe. Aber welche Kriterien hat Gott bei unserer Erwählung zugrunde gelegt?

Paulus nennt nur ein einziges Kriterium: Die Liebe Gottes zu uns. Gott hat mich aus Liebe erwählt. Das war von Anfang an sein unveränderlicher Plan. Ja, Gott hat uns schon vorher dazu bestimmt, dass wir als seine rechtmäßigen Kinder angenommen werden. Dies wurde möglich durch Jesus Christus. Gott wollte mich als sein Kind haben. Er hat mich adoptiert.

Dazu eine Begebenheit aus dem Buch „Rasmus und der Landstreicher“ von Astrid Lindgren: Rasmus wächst in einem Waisenhaus auf. Er hat kein beneidenswertes Leben. Ab und zu hören die Kinder die Ankündigung: „Morgen kommt ein Ehepaar, das sich ein Kind aussuchen will“. Das ist für Rasmus und seinen Freund Gunnar eine große Hoffnung. Die beiden sprechen darüber. Gunnar ist Realist und macht Rasmus klar, dass grundsätzlich kleine Mädchen mit lockigen Haaren ausgewählt werden. Und das ist sein Problem: Er ist weder klein noch süß, zudem hat er glatte Haare und ein Mädchen ist er auch nicht. Gunnar behält recht. Das Ehepaar wählt am nächsten Tag ein kleines Mädchen aus – natürlich mit Locken.

Wenn Gott außer seiner Liebe noch weitere Kriterien bei der Erwählung gehabt hätte, würde ich sicher nicht sein Kind sein. Gottes Kriterien wären für mich nicht erfüllbar. Gott wollte mich als sein Kind adoptieren – weil er mich liebt. Es gibt Momente, da kann ich das gar nicht glauben.

Nochmal zurück zu Rasmus. Auf diversen Umwegen kommt er dann doch noch zu seinen Eltern. Als Rasmus dann einige Zeit bei ihnen lebt, kommt bei ihm eine typisch menschliche Eigenschaft zum Vorschein. Voller Zweifel fragt er die Eltern, ob sie denn überhaupt einen Jungen mit glatten Haaren haben wollten. Er kann sich das einfach nicht vorstellen. Die Antwort des Vaters lautet so: „Einen Jungen mit glatten Haaren oder gar keinen. Das haben wir immer gesagt.“ Rasmus Augen leuchten. Sein ganzes Gesicht strahlt. Das war für ihn ein wunderbarer Tag. Er hat endlich ein Zuhause.

Auch ich habe manchmal Zweifel, ob Gott mich überhaupt gewollt hat. Sicher entspreche ich gar nicht den Kriterien. Ich habe nicht viel vorzuweisen. Wahrscheinlich duldet Gott mich nur. Aber wenn ich mich daran erinnere, dass das einzige Kriterium Liebe ist, dann freue ich mich und weiß, dass ich als Kind Gottes ein Zuhause habe.

Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde hat sich für mich entschieden. Er wollte mich, weil er mich liebt und nicht, weil ich irgendetwas vorzuweisen hätte.

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Kommentare

Siegfried /

danke!

Manfred S. /

Einfach wunderschön!

Urö /

""Auch ich habe manchmal Zweifel, ob Gott mich überhaupt gewollt hat. Sicher entspreche ich gar nicht den Kriterien. Ich habe nicht viel vorzuweisen. Wahrscheinlich duldet Gott mich nur.""
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Moin, Frau Best-Haseloh!
Die vorgenannten Zeilen haben Sie geschrieben.
Ich widerspreche entschieden

Sabine /

Danke für Ihr tolles Wort zum Tag, Frau Best-Haseloh. Mir tat es sehr gut!!!!