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/ Wort zum Tag

Gott geht mit

Daniel Eschbach über 2. Mose 33,14.

Der HERR sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten.

2. Mose 33,14

Ostersonntag. Heute ist alles klar: Christus lebt. Er ist auferstanden. – Wenn es doch so klar wäre! Häufig erlebe ich eher, was ein Kirchenlied so formuliert: „Ich werfe meine Fragen, Bitten, Ängste hinüber, wie ein Tau von einem Schiff ans Land. Vielleicht ist einer da und greift herüber, vielleicht nimmt einer mich an meiner Hand.“

Dieses Vielleicht vernebelt meine Gewissheit. Ich habe viele Fragen, Bitten und Ängste. Ich will glauben, dass Christus lebt, da ist. Ich sehne mich danach, dass er mich bei der Hand nimmt und zur Ruhe kommen lässt. Wage ich es, darauf zu vertrauen? Da ist dieses Vielleicht. Es macht mir Angst, mein ganzes Vertrauen auf diese eine Karte zu setzen.

Ich will es genauer wissen, möchte unhinterfragbare Klarheit, suche schlagende Beweise: Was stimmt wirklich? Lebt Christus tatsächlich? Wo ist Gott? Wie steht es wirklich um die Welt? Was kann ich glauben? Welchen Informationen darf ich trauen? Was ist denn nun die Wahrheit?

Schon die alten Israeliten suchten diese Sicherheit. Im zweiten Buch Mose wird die Geschichte vom goldenen Kalb erzählt. So versuchten sie, sich den Beweis für die Gegenwart Gottes selbst zu schaffen. Sie wollten Gott sehen können. Sie meinten, darauf angewiesen zu sein. Dabei übertraten sie aber eines der Gebote und Gott wurde sehr zornig. Mose musste hinterher alle seine Energie aufbringen, um Gott wieder versöhnlich zu stimmen. Danach war er selbst schwer angeschlagen und bat darum, Gottes Herrlichkeit sehen zu dürfen. Das wurde ihm aber verwehrt. Er werde Gott nur hinterhersehen dürfen, bekam er zu hören (vgl. 2. Mose 33,20-23). Und dazu die Zusage: ‚Mein Angesicht soll vorangehen. Ich will dich zur Ruhe leiten!‘ (2. Mose 33,14)

Gott hinterhersehen. – Das kommt mir bekannt vor: Der volle Durchblick fehlt mir. Von vorne, im Moment des Erlebens, sehe ich Gott nicht. Ich begreife nicht alles. Das Vielleicht kämpft mit dem Glauben. Zweifel scheinen stärker als die Zeichen für Gottes Nähe. Aber wenn ich dann zurückschaue, beim Nachdenken hinterher, kommen die Spuren Gottes zum Vorschein. Erst im Nachhinein, im Rückblick auf den Weg, den ich gegangen bin, merke ich so richtig: Ich war nicht allein. Ich war getragen, begleitet, wurde gesegnet. Und tatsächlich, wenn mir diese Einsicht geschenkt wird, finde ich besser zur Ruhe.

Gott geht mir voraus. Er ist immer schon da, wo ich hinkomme. Er ist mir auf Schritt und Tritt ganz nahe. Die Gute Nachricht Bibel übersetzt 1. Mose 14 so: „Ich werde mitgehen, du kannst ruhig sein!“ Das ist zwar kein ultimativer Gottesbeweis. Es verhindert nicht, dass mein Glaube unter manchem Zweifel leidet. Aber es ist die Einladung, sich dennoch auf die Nähe Gottes zu verlassen. Und es ist das Versprechen, so zur Ruhe kommen zu können.

Sehr bekannt ist jene Geschichte von einem Menschen, der im Traum auf sein Leben zurückblickt und entdeckt: In schwierigen Zeiten ist nur eine Spur zu sehen, weil er da von Gott getragen wurde. Darauf dürfen wir uns verlassen. Er geht mit. Wir können ruhig sein. Und uns daran halten, auch wenn wir es nicht sehen: Christus lebt.

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Kommentare

Michael E. /

Vielen Dank für diese guten Worte zum heutigen Osterfest. Ja........, so ist es doch immer wieder wenn wir auf das leere Grab sehen und nur staunen können. Um ehrlich zu sein auch ungläubig und nicht verstehen mit dem Kopf schütteln.
Danke deshalb für diese Worte heute die unseren auferstanden Herrn aus dieser beschriebene Perspektive, eben im zurück schauen, zu erkennen geben.