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/ Wort zum Tag

Freiheit – die Sehnsucht aller Menschen

Jürgen Neidhart über Römer 6,23.

Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

Römer 6,23

In meiner Jugend lernte ich auf dem Aidlinger Pfingstjugendtreffen ein Lied von Gerhard Schnitter kennen. Es beginnt mit den folgenden Worten: „Freiheit ohne den Vater ist nur eine Illusion. Einer knechtet uns immer. Wirklich frei macht nur Jesus, Gottes Sohn.“

Freiheit – das ist die Sehnsucht aller Menschen. Freiheit ist der Atem des Lebens. Und sie liefert Stoff für unzählige Lieder.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ hat auch Reinhard Mey einst gesungen. Doch diese grenzenlose Freiheit gibt es weder über den Wolken noch im realen Leben hier auf der Erde. Keiner von uns kann einfach tun, was er will. Es gilt, auch die Rechte und Bedürfnisse anderer Menschen anzuerkennen. Und dann gibt es die Obrigkeit mit ihren Gesetzen, den Chef mit seinen Vorgaben und die Zehn Gebote, durch die Gott mein Leben und das Leben anderer Menschen schützen möchte. Doch innerhalb dieses gesteckten Rahmens kann ich in relativer Freiheit Entscheidungen treffen. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte aber ist: Wir treffen täglich unzählige Fehlentscheidungen, indem wir uns von egoistischen, lieblosen, geltungssüchtigen und triebhaften Motiven bestimmen lassen. Die Bibel nennt das – um ein aus der Mode gekommenes Wort zu benutzen – Sünde. Die Sünde macht uns total unfrei, sie ist wie ein Zwang, also eine Kraft, die stärker ist als alle unsere guten Absichten.

Jesus Christus hat uns in seinem irdischen Leben jedoch einen hilfreichen Weg aufgezeigt: Er hat seine Freiheit wirklich genutzt und sich nicht von den Mächten und Gewalten dieser Welt vereinnahmen lassen. Das ist ihm deshalb gelungen, weil er sich konsequent und ungeteilt an seinen Vater im Himmel ausrichtete und hielt. In dieser Bindung an Gott finden auch wir die größtmögliche Freiheit. Wir werden frei vom Egoismus, frei von inneren Zwängen und Ängsten, frei von Abhängigkeiten und vom Lustprinzip.

Echte Freiheit wird also in Beziehungen gefunden – in der Hingabe an Gott und den Mitmenschen. Jesus hat das so ausgedrückt: „Jeder, der sündigt, ist ein Sklave der Sünde… Nur wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei“ (Joh 8,34.36 - NGÜ).

Ob uns das bewusst ist oder nicht: Der Mensch ist immer in einem Dienstverhältnis, auch wenn er meint, frei zu sein. Wer Gott nicht dient, der dient der Sünde. Entweder wählen wir Gott als unseren Herrn oder die Sünde regiert uns. Einen dritten Weg gibt es nicht. Und je nachdem, welche Herrschaft wir wählen, sieht das Ergebnis unseres Lebens aus.

Paulus schreibt am Ende des 6. Kapitels des Römerbriefes:

„Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod; aber das Geschenk, das Gott uns in seiner Gnade macht, ist das ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.“ (Röm 6,23).

Ein Sklave der Sünde schaufelt sich also sein eigenes Grab. Was für eine Tragik: Die Sünde zahlt ihrem Diener den wohlverdienten Lohn – genau so viel, wie ihm zum Voraus in Aussicht gestellt wurde, nämlich den Tod. Gemeint ist damit die zeitliche und ewige Trennung von Gott, der Quelle des Lebens.

Dagegen darf sich ein Diener Christi auf die Zukunft freuen. Er erhält von Gott zum Ende seiner Dienstzeit ein unverdientes, alle Erwartungen überbietendes Geschenk: die ewige Herrlichkeit im Himmel.

Paulus spricht hier nicht von einem Lohn, den wir uns verdienen müssten, sondern von einem großzügigen Geschenk: In der Guten Nachricht Bibel lautet der Tagesvers deshalb so: „Gott aber schenkt uns unverdient, aus reiner Gnade, ewiges Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

Voller Überzeugung habe ich mich für ein Leben in der Nachfolge Christi entschieden, denn „Freiheit ohne den Vater ist nur eine Illusion. Einer knechtet uns immer. Wirklich frei macht nur Jesus, Gottes Sohn.“

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