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Gebets-ABC: T wie Trauer

Elke Drossmann und Kai-Uwe Woytschak laden Sie ein, Ihre Trauer in Worte zu fassen.

Der Download dieser Sendung ist noch 14 Tage verfügbar.

Meditation

Sie weiß es und doch ist es so unwirklich: Sein Lieblingssessel bleibt leer. Am Tisch sitzt sie jetzt allein. Manchmal fragt sie sich, ob sie überhaupt für sich allein kochen soll. Als er gerade gestorben war, konnte sie sich vor Anrufen, Nachrichten und Besuchen gar nicht retten. Das war ihr manchmal schon zu viel. Doch nach der Beerdigung ist es schlagartig ruhig geworden. Jetzt hätte sie sich über einen Besuch gefreut, doch nun kam keiner mehr. Für die anderen war die Anteilnahme mit der Beerdigung wohl mehr oder weniger abgeschlossen. Für sie die Trauer um ihren Mann nicht. Jetzt spürt sie die Trauer erst so richtig. Wem soll sie erzählen, dass ihr zum Weinen zumute ist, die Tränen nicht versiegen? Sie gar keine Lust hat, für die anderen zu funktionieren?  Sich alles so leer anfühlt?  

Er ist da. Jesus, der Sohn Gottes. Er mischt sich in ihre Gedanken ein und sagt: „Ich sammle deine Tränen in meinen Krug … ich zähle sie …“ (Psalm 56,9).

Gebet

Lieber Jesus, danke, dass du wenigstens da bist. Auch wenn alle anderen so beschäftigt sind, du bist da. Manchmal vergesse ich ausgerechnet dich. Ich sehe dich ja nicht. Doch wenn mein Blick auf das Kreuz im Wohnzimmer fällt, erinnere ich mich an dich. Es tut so gut, dass ich vor dir so ehrlich sein kann. Dir alles wieder und wieder sagen kann. Siehst du, auch jetzt kommen mir die Tränen. Danke, dass du sie siehst und einsammelst. Sie sind nicht umsonst geweint. Auch jetzt, wenn ich schniefe, spüre ich fast, wie du deinen Arm um meine Schulter legst und mir ein Taschentuch reichst. Danke dir! Danke, dass du da bist und bleibst, wenn ich meinen Mann so vermisse. Bei dir brauche ich nicht zu funktionieren. Ach Herr! Amen.

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