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/ Bibel heute

Das Verhalten in der Welt

Herta Schlidt über 1. Petrus 2,11-17.

Ihr Lieben, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Völkern, damit die, die euch als Übeltäter verleumden, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung. Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten[...]

1. Petrus 2,11–17

Dieser Brief des Petrus ist an Menschen gerichtet, die Christen geworden sind. Und weil die Leute noch nicht lange an Jesus glaubten, erklärte Petrus ihnen das neue, das richtige Verhalten. Und was er damals den Gläubigen gesagt hat, das gilt auch heute für uns Christen. Auch wir müssen noch vieles lernen. Besonders, wenn jemand noch nicht lange an Christus glaubt. Aber auch wir „alten Hasen“ sollten hier gut zuhören!

Petrus erklärt hier, was bei Christen anders sein soll als bei Nichtchristen. Als wir noch nicht gläubig waren, haben wir ja vieles anders gemacht, als wir es jetzt tun. Und vieles davon war nicht in Ordnung. Vieles davon war Sünde! Aber nun, da wir gläubig geworden sind, möchten wir ja mit und für Gott leben. Deshalb wollen wir alles Böse ablegen und uns dafür das Gute aneignen. Wir wollen ja Gott Ehre machen und nicht Schande. Also sollen wir wohl liebevoller, freundlicher, geduldiger, usw. sein. Sind wir das? Was natürlich nicht heißt, dass Christen keine Fehler mehr machen. Fehlerlos leben schafft keiner.

Bestimmt hat jeder von uns schon einmal probiert, alles besser zu machen. Besonders beim Jahreswechsel überlegen sich ja viele Leute gute Vorsätze. Aber, meist will man es aus eigener Kraft schaffen. Und das geht nicht so leicht! Deshalb gehen diese guten Vorsätze dann sehr oft im Alltag wieder unter. Und der alte Schlendrian sitzt wieder fest im Sattel. Was bedeutet: Alles bleibt beim Alten! Aber Gott kann und will uns verändern. Und das ist immer zum Guten!

Wenn nun Petrus sagt: Liebe Brüder, dann sind damit natürlich auch wir lieben Schwestern gemeint. Wir Frauen brauchen genauso Veränderung wie die Männer. Wir haben ja früher in unserem Unglauben auch viele Fehler gemacht und so Gott gegenüber gesündigt.              

In unserem Brief nennt Petrus die gläubig gewordenen Leute Fremdlinge und Pilger. Aber, warum das denn? Weil sie nicht mehr zu dieser Welt gehören. Sie haben Vergebung für ihre Sünden bekommen, weil Jesus ihre Sündenstrafe am Kreuz bezahlt hat. Das gilt auch für uns heute lebende Christen. Wir leben zwar noch hier, sind aber keine „Weltmenschen“ mehr. Wir sind Pilger zu Gott in den Himmel. Und genau genommen sind wir laut dem Philipperbrief, Kapitel 3, Vers 20 schon Himmelsbürger!  

Aber noch sind wir hier auf Erden. Und Petrus ermahnt die Gläubigen, sich nicht den fleischlichen Begierden hinzugeben. Die streiten gegen die Seele, sagt er. Hier geht es wohl um die Süchte, die die Seele verunreinigen, wenn wir sie pflegen. Ich denke dabei nicht nur an die Trunksucht, die ja sehr verbreitet ist. Es gibt auch Fresssucht, Sexsucht, Spielsucht, Habsucht oder Habgier und Geldgier. Die Geldgier ist ähnlich, aber nicht das gleiche wie Habsucht. Auch Arbeit kann zu einer Sucht werden, wenn jemand für sonst nichts mehr Zeit und Interesse hat. Sünden, die gegen die Seele streiten. Die Menschen, die darin gefangen sind, stumpfen ab, ziehen sich zurück, verlieren ihre Sozialkontakte. Noch schlimmer und gemeingefährlich ist die Mordlust. Man hört ja immer wieder von sogenannten Amokläufern, die ihre Lust daran haben, andere Menschen zu töten.

Aber, ich will mir mit Ihnen jetzt lieber ansehen, wie wir Christen uns verhalten sollen.

Es geht hier um unser Bild, das wir nach außen abgeben. Das ist das, was unsere Mitmenschen sehen. Wenn wir ehrlich und fleißig sind, können wir Lästermäuler damit zum Verstummen bringen. Es gibt ja wirklich Menschen, die gerne über andere Leute Lügen verbreiten. Hierzu gehört auch das Tratschen. Man hört irgendwo irgendwas, und man verbreitet das, ohne es auf den Wahrheitsgehalt überprüft zu haben. Ich denke dabei an eine Frau, die über ihren Pfarrer Unwahrheiten verbreitet hat. Der Pfarrer hat ihr daraufhin aufgetragen, ein Huhn zu rupfen. Und die Federn sollte sie vom Kirchturm runter schütteln. Nachdem sie das alles getan hatte, sagte er, sie solle die Federn wieder einsammeln. Da verstand die Frau, was sie mit ihrem Getratsche angerichtet hatte. Kein Wort ließ sich wieder „einsammeln“.

Weil wir Christen noch in dieser Welt leben, müssen wir auch die staatlichen und sonstigen Ordnungen einhalten. Und zwar nicht, damit wir gut dastehen, sondern um des Herrn willen. Wir sind ja Gottes Repräsentanten hier auf Erden, Die Leute sehen Jesus nicht, aber sie sehen uns. Unsere Nachbarn wissen wahrscheinlich, dass wir Christen sind. Vielleicht haben wir ihnen einmal einen christlichen Kalender geschenkt oder über Gott gesprochen. Sie sehen wahrscheinlich auch, wenn wir jemandem helfen oder etwas Gutes tun. Ihnen fällt auf, dass wir freundlich grüßen und hilfsbereit sind. Vielleicht möchte Gott auch mal, dass wir eine „zweite Meile“ mit jemandem gehen. Kann sein, wir haben gar keine Lust dazu und wir tun es trotzdem. Nicht mürrisch, sondern gerne.

Und, wenn wir auch unseren Feinden helfen, dann sammeln wir „feurige Kohlen auf ihrem Haupt, und der Herr wird es uns vergelten“. Das lesen wir im Buch der Sprüche (25,22). Dass ich von der Polizei für falsches Parken mit einem Bußgeld bestraft wurde, habe ich schon erlebt. Aber gelobt hat mich noch kein Ordnungshüter. Vielleicht kommt das ja noch. Wir sollen alle Menschen ehren und andere Christen lieben. Vor Gott sollen wir in Ehrfurcht leben. Aber fürchten muss ich Ihn, wenn ich mutwillig gegenüber Gott sündige. Und der König ist auch nur ein Mensch, aber einer, dem ich Ehre erweisen soll.

Schließen möchte ich mit einem Bibelvers aus dem Lukasevangelium (10,27) schließen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“

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