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/ Bibel heute

Reicht das – einfach nur Mut machen?

Die Bibelstelle Offenbarung 9,13-21 - ausgelegt von Helmut Geggus.

Und der sechste Engel blies seine Posaune; und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott; die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Lass los die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Strom Euphrat. Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen.[...]

Offenbarung 9,13-21

Unbequeme Worte nicht verschweigen

In unserer Gemeinde ist es Gewohnheit, dass der Prediger am Ende des Gottesdienstes die Gemeinde am Ausgang persönlich verabschiedet. In der Regel sagt man sich wertschätzende Worte und wünscht sich einen schönen Sonntag. Auch kann ich von den Zuhörern ein Echo auf meine Predigt hören. An einem Sonntag spreche ich über die Endzeitrede Jesu aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 24. Darin spricht Jesus von Geschehnissen, die sich kurz vor seiner Wiederkunft ereignen werden, von Kriegen, Verfolgungen und Hungersnöten. Ich versuche, meinen Zuhörern auch Trost und Hoffnung zu vermitteln. Doch bei einem Gemeindeglied kommt das wohl nicht so richtig an. „Sprechen Sie nicht mehr über solche Bibeltexte. Machen Sie den Leuten einfach nur Mut.“

Diese Worte sitzen. Habe ich etwas falsch gemacht? Soll ich diese Worte Jesu verschweigen oder einfach übergehen? Doch wie kann ich wichtige Worte der Bibel ausklammern? Nein, als Verkündiger soll ich nichts verschweigen, sondern auch unangenehme Dinge sagen und bedenken. Wenn Jesus wichtige Ereignisse voraussagt, ist das wie ein Licht in der Dunkelheit. Es hilft mir auf meinem Weg durch die Zeit, bewahrt vor falschem Optimismus und enttarnt Irrlehrer, Populisten und Sekten. Es ist ein großes Vorrecht, diese Worte zu kennen.
 

Die sechste Posaune: Wenn das Unheil losgelassen wird

Zu Beginn der Offenbarung sagt Jesus: „Selig ist, wer diese Worte hört und liest.“

Unser heutiger Bibelabschnitt zeigt uns eine dunkle Zeit der Menschheitsgeschichte.

Er schildert Katastrophen, die jeweils durch das Blasen einer Posaune angekündigt werden. Der 6. Engel bläst die Posaune. Er verkündet, was er von einer Stimme – wohl Gottes Stimme – hört. Er soll vier gebundene Engel am Euphrat, also im Osten, lösen. Und das hat verheerende Auswirkungen. Johannes versucht mit Worten zu beschreiben, was er sieht. Mit jeder Posaune steigert sich das Unheil. Die Botschaft der 6. Posaune ist dramatisch. Der dritte Teil der Menschheit muss zu einer bestimmten Zeit ihr Leben lassen. Dafür werden diese todbringenden Mächte und Kräfte losgebunden.

Ja, wehe, wenn sie losgelassen werden … Ein gewaltiges Heer, Panzer und Kriegsgerät bringen Tod und Verderben. Diese Schilderungen sind kaum auszuhalten. Was nur ist der Sinn all dieser Ereignisse? Warum lässt Gott das alles zu? Und er lässt es nicht nur zu, nein, er gibt sogar den Befehl dazu!
 

Warum Gott sich zu Wort meldet

In der Bibel finde ich an mehreren Stellen Antworten für das vielfältige Handeln Gottes in dieser Welt und an uns Menschen. Grundsätzlich gilt: Gott will, dass Menschen ihn anbeten und als Schöpfer anerkennen. Ihn ehren und an ihn glauben. Er redet deshalb zu Menschen auf ganz verschiedene Weise. Ganz gerne redet er durch die Predigt. Verkündiger rufen zum Glauben an Jesus Christus. Doch nicht nur das. Ein Liederdichter unserer Zeit drückt es einmal so aus: Er spricht zu uns durch tausend Fingerzeige, durch Botschaften im „Alltagsalphabet“. [Komponist/Interpret: Siegfried Fietz, Textdichter: Johannes Jourdan] Das sind z. B. Ereignisse in meinem Leben, die mich ins Nachdenken bringen sollen. Bei dem einen ist das ein Unfall, der ihn aus der Bahn wirft und ihn zur Ruhe zwingt, damit Gott ihm begegnen kann. Ein anderer erlebt ein Wunder, und es erfüllt sich das Bibelwort: „Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“

Gott will, dass ich Kontakt mit ihm habe, nach seinem Willen lebe. Ich bin zur Gemeinschaft mit ihm berufen. Und weil ich viel lieber tun will, was mir gefällt, meine eigenen Wünsche und Bedürfnisse auslebe, meldet sich Gott zu Wort. Ich laufe ihm so gerne davon, klammere ihn aus meinem Leben aus. Eine unsrer Töchter sagt einmal zu mir: „Papa, wenn du etwas sagst, dann laufe ich einfach weg, damit ich dich nicht hören kann. Und so habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich tue, was ich will.“ „Genial!“, denke ich. Doch Gott will, dass ich umkehre von einem Leben, das nicht nach ihm fragt. Ganz klar und deutlich sagt er mir, wovon ich lassen soll. Es geht um die „Werke unserer Hände“. Ihrer und meiner. Es ist ja schon großartig, was wir Menschen leisten können.

Gott hat mich mit einzigartigen Gaben, Erfindergeist und Kreativität ausgestattet. Deshalb gehört ihm die Ehre. Matthias Claudius hat es in seinem Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ treffend ausgedrückt: „Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel, wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.“

Ja, von der Sünde sprechen die Verse 20 und 21. Nicht so poetisch wie Matthias Claudius. Die Sünde ist brutal. Ganz konkret wird die Sünde beim Namen genannt. Wir Menschen sollen das Morden lassen. Das Leben eines jeden Menschen ist so unendlich kostbar. Es ist furchtbar, wenn Menschen ermordet werden. Ihr Leben nicht mehr gestalten können. Wie unschuldige Babys, die im Mutterleib abgetrieben werden. Jedes Baby ist ein wunderbarer Gedanke Gottes. Es soll nicht in den Müll geworfen werden. Und Gott will auch nicht, dass Menschen es mit okkulten und spiritistischen Geistern zu tun haben. In der Esoterik werden geheimnisvolle Kräfte angeboten, doch aus welchen Quellen werden sie gespeist? Und die herrliche Gabe der Sexualität, die Gott zwei Menschen schenkt, soll nicht außerhalb der Ehe gelebt werden. Gott schützt die Ehe. Er will Familien, in denen Kinder im Frieden und in der Geborgenheit von Vater und Mutter aufwachsen. Und dieser Gott schützt auch mein Eigentum. Deutlich sagt er im 7. Gebot: „Du sollst nicht stehlen!“

Das alles ist Gott so unendlich wichtig. Er will Ihnen und mir ein erfülltes Leben schenken. Er tut alles, um mich zur Besinnung, zur Sinnesänderung und zur Umkehr zu rufen – scheinbar sind dazu harte Maßnahmen notwendig.

Es scheint so, als ob das Gottes letztes Mittel ist, um Menschen vor dem Verderben zu retten, vor einem Leben, das ohne ihn verloren geht. Werden Menschen in den Nöten von Katastrophen und Epidemien zur Besinnung kommen?
 

Leben in endzeitlichen Wirrungen

Es bleibt für mich die Frage: Wie kann ich denn in diesen endzeitlichen Wirrungen leben?

Ich will es für mich so sagen:

  1. Ich bin dankbar für das prophetische Wort. Ich muss nicht ohne Orientierung im endzeitlichen Chaos verzweifeln.
  2. Ich will Menschen tröstend und helfend in Nöten zur Seite stehen.
  3. Ich unterstütze Organisationen, die Menschen zum Glauben an Jesus einladen.
  4. Ich will in meinem persönlichen Umfeld auf Jesus hinweisen. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
  5. Ich darf ein Leben ohne Angst und Sorgen führen, weil Jesus mir zur Seite steht. Sein Wort gilt: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Sendetermine auf ERF Plus

Freitag, 6. November 2026, 19:00

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