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Auf der Insel Malta

Der Bibeltext Apostelgeschichte 28,1-16 – ausgelegt von Wilfried Gundlach.

Und als wir gerettet waren, erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß. Die Leute da erwiesen uns nicht geringe Freundlichkeit, zündeten ein Feuer an und nahmen uns alle auf wegen des Regens, der über uns gekommen war, und wegen der Kälte. Als nun Paulus einen Haufen Reisig zusammenraffte und aufs Feuer legte, fuhr wegen der Hitze eine Schlange heraus und biss sich an seiner Hand fest.[...]

Apostelgeschichte 28,1–16

Können Sie sich an eine Situation in Ihrem Leben erinnern, als Sie in einer Notlage waren und jemand unerwartet freundlich zu Ihnen war? Wie wohltuend ist das doch! Ich habe das einmal erlebt, als ich weit von zu Hause weg auf der Autobahn fuhr und plötzlich der Motor mit einem schrecklichen Geräusch sein Autoleben aufgab. Der Abschleppdienst fuhr mich zur nächsten Werkstatt, wo ich hörte, dass ich einen neuen Motor für ca. 5000 Euro brauche. Das war schon etwas schockierend. Was sollte ich tun? Ich war deprimiert.

Da sah ich ein Hinweisschild auf eine christliche Gemeinde. Ich ging dort hin und fand einen freundlichen Prediger, der mich, obwohl ich fremd war, sofort aufnahm, mich beköstigte und beherbergte und mir sein Telefon kostenfrei zur Verfügung stellte. Damals hatte ich noch kein Handy. So konnte ich telefonisch einen Bekannten erreichen, der mich mit seinem Auto-Anhänger abholte. Zu Hause wurde die Reparatur wesentlich billiger. Wie froh war ich über diese freundlichen Menschen, den großzügigen Prediger und meinen Bekannten, der alle Transportkosten übernahm und mir nicht einmal erlaubte, das Tanken zu bezahlen.

In dem ext aus der Apostelgeschichte faszinieren mich die kleinen und großen Freundlichkeiten und die großartigen Wirkungen, die daraus folgen. Vergegenwärtigen wir uns zunächst die Situation. Paulus reist als Gefangener auf einem Schiff mit weiteren 275 Leuten nach Rom. Da kommt ein extrem starker Sturm auf. Der ergreift das Schiff und macht es manövrierunfähig. 14 Tage lang treibt es hilflos auf der stürmischen See. Die Reisenden haben Todesangst und keine Hoffnung mehr auf ein Überleben. Paulus jedoch bekommt eine Offenbarung von Gott, dass alle gerettet werden. Damit ermutigt er die Mitreisenden. Endlich zeigt sich eine Insel mit einer Sandbank, auf der sie das Schiff auflaufen lassen. Alle retten sich an Land, während der Sturm das Schiff zerbricht. Schließlich sind sie gerettet, aber total erschöpft, nass, hungrig und frierend.

Da kommt ihnen die leibhaftige Freundlichkeit entgegen. Die Einwohner – vom Urtext her Barbaren – sehen die Not. Sie kommen und helfen zunächst mit einem großen Feuer im Freien, als Hilfe gegen die Kälte. Sie werden gewiss auch Essen, Trinken und trockene Kleidung gebracht haben. Wie Engel müssen sie den Schiffbrüchigen vorgekommen sein. Sie sind nicht mehr allein in ihrer Not. Es gibt freundliche Menschen, die ihnen helfen. Die Geretteten haben wieder Hoffnung! Wie dankbar werden sie gewesen sein! Vielleicht spüren sie jetzt auch etwas von dem Gott des Himmels, den Paulus auf dem Schiff schon verkündet hat und der ihnen jetzt hilft. Gott hilft durch freundliche Menschen! Gott sei Dank!

Jeder von uns kann freundlich sein. Es ist nicht schwer. Ich kann es mir vornehmen oder von Gott erbitten: Ich will anstatt zu kritisieren lieber ein freundliches Wort sagen. Sie können Menschen mit einem anteilnehmenden Wort glücklich machen. Oder mit einer freundlichen Tat. Gewiss werden Sie danach selber mit innerer Freude belohnt. 

Ich komme zurück zur Situation der Geretteten am Feuer. Als Paulus einen Arm voll Reisig auf das Feuer legt, springt eine giftige Schlange hervor und beißt sich an seiner Hand fest. Ein Todesurteil für Paulus? Nein, er weiß, Gott will ihn in Rom haben. So hat er keine Angst und es passiert ihm absolut nichts. Die Inselbewohner sehen dieses Wunder und halten Paulus für einen Gott. In der Bibel wird hier keine Predigt von Paulus berichtet, aber ich bin sicher, er hat erstens diese Verehrung strikt abgelehnt und zweitens auf den wahren Gott und Jesus Christus hingewiesen, der sie alle gerettet hat.

Das spricht sich herum und Publius, der Oberste der Insel, der viele Landgüter hat, lädt sie alle ein und beherbergt sie großzügig drei Tage lang. Diese Freundlichkeit wird ihm sogleich belohnt. Paulus sieht, dass der Schwiegervater des Publius an Fieber und der Ruhr erkrankt ist. Paulus betet und der Kranke wird gesund. Jesus hat ja schon früher seine Jünger beauftragt: „Heilt die Kranken und predigt das Reich Gottes“ (Lukas 10,9). Das Evangelium beinhaltet Heilungskraft.

Die Heilung durch Paulus spricht sich schnell herum und viele Kranke der Insel kommen zu Paulus, der für sie betet und sie werden gesund. Welch‘ eine Freude breitet

 sich auf der Insel aus! Die Freundlichkeit der Bewohner wird belohnt durch die Freundlichkeit Gottes. Als die Soldaten samt den anderen Gefangenen nach drei Monaten mit einem anderen Schiff wieder abfahren, zeigen die freundlichen Inselbewohner ihre Dankbarkeit, indem sie den Abreisenden große Ehre erweisen und sie reichlich mit Proviant und allem Nötigen versorgen.

Da ist noch eine Freundlichkeit, die Paulus und seinen Mitgefangenen entgegen gebracht wird. Als sie auf dem italienischen Festland ca. 30-50 km vor Rom sind, nicht wissend, was ihnen begegnen wird, kommen Christen aus Rom ihnen entgegen, die von Paulus‘ Anreise gehört haben. Welch eine Freude und Ermutigung bedeutet doch dieser freundliche Willkommensgruß! Paulus dankt Gott und durch diese freundliche Tat gewinnt er neue Zuversicht.

Freundlichkeit kann sehr einfach sein. Sie beginnt schon beim Grüßen. Jeder kann sie verschenken. Freundlichkeit tut gut und kostet nichts. Sie erfreut den anderen und mich selber. Freundlichkeit ist ein Gedanke aus dem Himmel. Im Titusbrief schreibt der Apostel Paulus von der “Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes“ (Titus 3,4). Und Psalm 136 fordert uns auf: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich“. Jesus ist die Freundlichkeit Gottes in Person, wenn er mit Schwachen, Benachteiligten oder Kranken zusammenkommt. Jesus hat heilbringende Worte.

Freundlichkeit macht das Leben schöner. Freundliche Taten schaffen neue Freunde. Freundlichkeit verursacht Dankgebete zu Gott. In der Bibel heißt es: „Ein freundliches Wort ist wie Honig: Angenehm im Geschmack und gesund für den Körper“ (Sprüche 16,24). Freundliche Worte trösten und ermutigen. Welch eine Wohltat ist es, wenn ich als Christ ein gutes Wort für jemand habe! Lassen Sie sich von Gottes Wort inspirieren! Gott möchte durch Sie seine Freundlichkeit sichtbar machen. Werden Sie zu einem Verbreiter der Freundlichkeit Gottes! Machen Sie die Welt schöner – göttlicher!

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