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/ Bibel heute

Das Zeugnis von der Auferweckung Christi

Roland Gebauer über 1. Korinther 15,1-11.

Ich erinnere euch aber, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s so festhaltet, wie ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr’s umsonst geglaubt hättet. Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;[...]

1. Korinther 15,1–11

Wir Menschen müssen immer wieder erinnert werden, weil wir dazu neigen, Dinge zu vergessen. Umso wichtiger ist die Erinnerung an Sachverhalte, die für unser Leben von höchster Wichtigkeit sind. Denn wenn wir uns daran nicht mehr erinnern, verlieren sie ihre Bedeutung für uns – und wir verlieren einen großen Schatz, der unser Leben reich macht.

DER Schatz

Der Apostel Paulus beschreibt in unserem Bibelwort diesen Schatz – nicht nur einen Schatz unter vielen, sondern den einen, der unvergleichlich ist gegenüber allen anderen Schätzen – weil er unser Leben reich macht – nicht mit irgendeinem Reichtum, sondern mit dem Größten, was uns im Leben widerfahren kann: gerettet zu werden für ein Leben in der Verbundenheit mit dem lebendigen Gott – und das heißt: für ein Leben in seiner göttlichen Fülle, in seinem göttlichen Frieden – und das inmitten aller Armut und allem Unfrieden, die das menschliche Dasein immer wieder prägen.

Diesen unermesslichen Schatz hat Paulus bereits vor 2000 Jahren den Christen in Korinth in Erinnerung gerufen – und er tut es heute wieder: „Ich erinnere euch, liebe Brüder“ – und (ich ergänze) Schwestern –, „an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe“. Dieser unvergleichliche Schatz ist also „das Evangelium“, das heißt: die Heilsbotschaft von Jesus Christus.

Warum ist dieser Schatz so unermesslich groß? Weil wir durch ihn „selig werden“ – so übersetzt Luther. „Selig werden“ heißt: gerettet werden – so lautet der griechische Originaltext. Es geht um das Evangelium, „durch das ihr gerettet werdet“, schreibt Paulus der Gemeinde in Korinth.

Unsere Rettung

Warum müssen wir gerettet werden? Und woraus denn? Nun: Wer schon einmal in Todesnot war, wer schon einmal damit rechnen musste, unterzugehen, wenn niemand zur Hilfe kommt – der/die weiß, was Rettung ist – was es heißt, „gerettet zu werden“ – nämlich: das Herausgeholt-Werden aus unmittelbarer Todesgefahr.

Befinden wir uns denn in solcher Todesnot? Paulus sagt den Christen in Korinth: jetzt nicht mehr – denn: Ihr „habt das Evangelium angenommen“ („das ich euch verkündigt habe“). Aber vorher, wie sah es da aus? Wie stand es da um euch? Und wie steht bzw. stand es da um uns?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Blick auf den Inhalt des Evangeliums werfen. Und hier stoßen wir zunächst auf eine Besonderheit unseres Bibelworts. Es ist nämlich der einzige Text in der ganzen Bibel, in dem der Inhalt des Evangeliums prägnant angegeben wird.

Zunächst sagt Paulus in diesem Zusammenhang, dass er das Evangelium, das er den Korinthern verkündigt hat, selbst empfangen hat („Ich habe euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe.“). Er hat sich das Evangelium also nicht ausgedacht, sondern es von anderen Christen vor ihm empfangen – wahrscheinlich von den anderen Aposteln in Jerusalem, die Augenzeugen Jesu waren, insbesondere seines Sterbens und seines Lebens als Auferstandener.

Der Inhalt des Evangeliums

Und dann nennt Paulus den Inhalt des so „empfangenen Evangeliums“. Es lautet in seinen zwei Hauptaussagen, „dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift … und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift“. Die zusätzliche Rede vom Begräbnis Jesu soll dabei die Realität seines Todes unterstreichen – und die Rede von seinem Gesehen-Werden die Wirklichkeit seiner Auferstehung. All dies war von Gott seit Langem in prophetischer Weise angekündigt, wie die zweimalige Wendung „nach der Schrift“ besagt.

Demnach lautet also der Inhalt des rettenden Evangeliums in allerkürzester Fassung: Jesus Christus ist durch den Willen Gottes für unsere Sünden gestorben – und auferstanden. Was ist an dieser Botschaft so gut und so froh machend? Denn Evangelium heißt: Frohe Botschaft, Gute Nachricht. Warum ist das, was hier vor über 2000 Jahren an Karfreitag und Ostern geschehen ist, ein so unermesslicher Schatz – bis zum heutigen Tag?

Nun: Es ist die Tatsache, dass genau darin unsere Rettung begründet ist – und damit unser Heil, unser Leben in dem unermesslichen Reichtum der Verbundenheit mit dem lebendigen Gott.

Bei der Auferstehung Jesu ist das offenkundig. Denn mit ihr hat Gott den Tod überwunden, hat er dem Tod seine Grenze aufgezeigt. Der Tod schlägt zwar zu, aber er erringt nicht den Sieg. Gott entreißt ihm seine Beute, indem er die Toten zu neuem, unvergänglichem, ewigem Leben auferweckt. Diese Wirklichkeit ist allen verheißen, die an Jesus glauben – und damit daran, dass Jesus ihnen den Weg vom Tod zum ewigen Leben vorangegangen ist und uns auf diesem Weg mitnimmt.

Das ist nicht nur Zukunftsmusik – das betrifft auch unsere Gegenwart. Denn der zweite Hauptinhalt des Evangeliums, der Tod Jesu „für unsere Sünden“, rettet uns bereits hier und heute von der Macht der Sünde – und damit vom Tod.

Das ist die besagte Todesgefahr, die Todesnot, in der wir Menschen uns befinden. Denn mit unserer Sünde, unserer Selbstbehauptung gegen Gott, und mit allen Sünden, die daraus resultieren, schaffen wir uns den Tod. Wer seinen Schöpfer leugnet, wer ohne Gott und gegen Gott durchs Leben geht, wer aus sich selbst und für sich selbst lebt, für die eigenen Werte, Ziele, Ideale – der/die nabelt sich selbst von Gott ab – ist weg von Gott, der das Leben ist – und ist sozusagen tot bei lebendigem Leibe.

Genau hier setzt das Evangelium an – mit der Frohen Botschaft: Jesus hat mit seinem Tod die unausweichliche Folge unserer Sünde auf sich genommen – indem er stellvertretend unseren Tod gestorben ist und uns mit seiner Auferstehung den Weg in das wahre Leben in der Verbundenheit mit dem lebendigen Gott eröffnet hat.

Deshalb ist das Evangelium ein unermesslicher Schatz. Wenn wir unser Leben auf diese Botschaft gründen – und damit auf das, was Gott durch Jesus für uns getan hat –, dann haben wir das wahre Leben – sind wir gerettet, weil mit dem lebendigen Gott und seiner Fülle verbunden, in Zeit und Ewigkeit.

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