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/ Bibel heute

Mitarbeiter Gottes (2)

Julien Schmidt über 1. Korinther 3,9-17.

Der Download dieser Sendung ist noch 2 Tage verfügbar.

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.[...]

1. Korinther 3,9–17

Im heutigen Bibelabschnitt geht es nicht um das Gericht, in welchem über ewige Verdammnis oder ewiges Leben bei Gott entschieden wird, sondern um jenes, in dem der durch seinen Glauben an Jesus Christus gerettete Mensch im Blick auf seine Werke beurteilt wird. Dies erkenne ich daran, dass Paulus den 1. Korintherbrief an die Geheiligten in Christus und die berufenen Heiligen adressiert und auch in Kapitel 3 selbst „Brüder“ und „Unmündige“ in Christus anspricht. Sie sind zwar unreif, vertrauen aber Jesus, weil sie in Christus sind.

So heißt es in Vers 15: „…wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch wie durchs Feuer.“

Nach Vers elf ist Jesus Christus selbst die Grundlage des christlichen Glaubens. Doch was ist gemeint, wenn es in den Versen 12-15 heißt, im Feuer wird offenbar, ob jemand auf Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu oder Stroh gebaut hat? Um diese Frage zu beantworten, möchte ich zunächst das Verhältnis von Glauben und Werken klären.

Glaube und Werke

Oft wird die Stelle aus dem Jakobusbrief, Kapitel 2, Vers 14 angeführt. Dort heißt es: „Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?“

Manche halten es deshalb für notwendig, gute Werke zu tun, um gerettet zu werden.

Jakobus spricht jedoch nach meiner Überzeugung von den vorbereiteten Werken, wie sie im Epheserbrief, Kapitel 2 beschrieben werden. Jesus hat mich so vorbereitet, dass ich in Liebe und im Vertrauen auf Jesus handeln kann.

Es handelt sich um eine nach außen sichtbare Bestätigung des Glaubens durch das, was ich tue. Diese Werke folgen auf den Glauben im Leben eines Menschen. Jakobus widerlegte diejenigen, welche meinten, dass Christen aufgrund der Gnade Gottes überhaupt keine Gebote mehr einhalten müssten.

Beruft sich ein Mensch auf den Glauben an seinen Retter Jesus, sollten diesem Glauben Werke folgen. Durch diese erweist sich, ob der Glaube echt ist. Glaube ist also der Weg zur Rettung, Werke hingegen bestätigen diesen Glauben.

Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer, dass Abraham durch Glauben gerechtfertigt wurde. Dabei bezieht er sich auf das 1. Buch Mose, Kapitel 15, wo Abraham für seinen Glauben an die Verheißungen - unabhängig von jeglichen Werken - gerecht gesprochen wurde.

Jakobus hingegen bezieht sich ebenfalls auf Abraham, zielt jedoch auf Abrahams Werk ab, welches diesem rettenden Glauben folgt. Er stellt fest, dass durch die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Isaak, auf welchem die Verheißungen Gottes lagen, zu opfern, Abrahams rettender Glaube bestätigt, nicht begründet wurde.

Die Begebenheit um die Opferung Isaaks (1. Mose 22) fand erst 30 Jahre nachdem Abraham von Gott (1. Mose 15) gerecht gesprochen wurde, statt. Abrahams Verhalten zeugt von seinem Glauben. Er wusste, dass Gott sein Wort halten würde, auch wenn er sich nicht vorstellen kann, wie das gehen soll.

Aktiver Glaube

Abraham hatte Glauben, als er in ein fremdes Land aufbrach, welches Gott ihm verheißen hatte. Diesen Glauben hat er lediglich durch die Bereitschaft, Isaak zu opfern, bestätigt. Jakobus stellt fest, dass Glaube und Werke gewissermaßen Hand in Hand gehen.

Er schlussfolgert, dass wie der Leib ohne Geist tot ist, auch der Glaube ohne Werke tot ist.

Ebenso führt die Trennung des Glaubens von den Werken zu geistlich totem Glauben. Glaube ist aktiv.

In der Bibel lese ich: Allein aus Gnade und durch Glauben und Vertrauen auf Christus, unabhängig von menschlichen Werken, bin ich gerettet.

Dieser Glaube umfasst das Evangelium, wie Paulus es in seinem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth im 15. Kapitel definiert, und besteht aus 3 Punkten: (1) Christus ist für unsere Sünden gestorben, (2) wurde begraben (was seinen Tod beweist) und (3) ist am dritten Tag wiederauferstanden.

Gute Werke sind eine Folge und nicht Ursache oder Bedingung für ewiges Leben.

Rettender Glaube

Jedoch haben nicht alle, welche behaupten, an Jesus zu glauben, diesen Glauben auch tatsächlich. Auch gibt es kein bestimmtes Ritual, wie ein Übergabegebet oder das Vorkommen auf einer Evangelisationsveranstaltung, das vorgezeigt werden muss. Glaube an Jesus Christus schlägt sich im Herzen nieder. Jesus rettet mich durch sein Sterben am Kreuz. Sofern dieser Glaube vorhanden ist, ist die Person, welche dann das Übergabegebet spricht oder nach vorne kommt, schon in diesem Moment gerettet.

Wiedergeburt bedeutet, dass der Mensch eine neue Schöpfung ist und dass sich dies nach einiger Zeit auf irgendeine Art zeigen wird. Dies muss nicht unbedingt für Menschen wahrnehmbar sein, ist es aber in jedem Fall für Gott.

Gott wird nicht zulassen, dass ein Christ auf Dauer in noch nicht bekannter Sünde lebt. Als liebender Vater nimmt Gott seine Kinder öfter hart ran. Mancher erlebt das, wenn er schwach ist, krank oder den körperlichen Tod nahen sieht.

Nutzloser Glaube

Ein Beispiel für nutzlosen Glauben führt wiederum Jakobus an: Wenn ein Christ einen Mitgläubigen sieht, welcher Nahrung benötigt, sie ihm jedoch nicht gibt, ist sein Glaube in jener Hinsicht fruchtlos.

Errettung geschieht allein aus Gnade durch Glauben. Auf der anderen Seite kann Glaube, welcher vollkommen fruchtlos ist, nicht im Sinne Jesu sein.

Glaube an Jesus bringt immer ein gewisses Maß an Früchten im Leben des Gläubigen hervor (Matthäus 13). Diese Früchte mögen sich so äußern, dass andere Menschen sie nicht sehen können oder dass sie fehlerhaft sind. Dennoch wird es sie im Leben eines Christen geben.

Die Frucht des Glaubens

Doch kein Christ bringt stets gute Frucht und baut beständig mit Gold, Silber und edlen Steinen, wie Paulus es formuliert. Aber selbst jene Gläubigen, welche mit Holz, Heu und Stoppeln bauen, sind durch ihren Glauben an Jesus Christus errettet. Jedoch ermahnt Paulus die Christen in Korinth Jesus zum Herrn ihres gesamten Lebens zu machen.

Christen können ihr Leben lang unreif bleiben und ebenso können sie sündigen. Die Konsequenz hieraus sind in diesem Leben göttliche Warnzeichen und vor dem Richterstuhl Christi ein Verlust von Lohn. Errettet werden sie dennoch. Ein jeder Mensch der an den Herrn Jesus Christus glaubt, wird (1. Korinther 4) von Gott das Lob erhalten, welches er verdient. Je nachdem, womit er auf den Grund gebaut hat. Einerseits mit Gold, Silber und kostbaren Steinen - welche allesamt dem Feuer standhalten. Oder auf der anderen Seite mit Holz, Heu und Stroh - welche im Feuer verbrennen.

Ich schließe mit den letzten Worten des Buches Prediger (12,13.14): „Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen.“

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Kommentare (2)

Werner D. /

eine sehr wichtige Botschaft. Schade, dass es vorgelesene Schriftsprache ist. Der Beitrag wirft viele Fragen auf.

Rike /

Eine ganz schriftgemäße, gut durchdachte, klare Auslegung, herzlichen Dank dafür!