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/ Bibel heute

Das neue Gottesvolk (2)

Reinhart Henseling über 1. Petrus 2,4-10.

Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht in der Schrift: »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«[...]

1. Petrus 2,4–10

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber Gottes Liebe nicht!

Über 80% der Erdoberfläche ist aus Steinen, sie sind nahezu unverwüstlich, der älteste und robusteste Baustoff der Welt - überall verfügbar. Dabei ist jeder Naturstein ein einzigartiges Kunstwerk göttlicher Schöpfung - keiner ist wie der andere.

Menschen stellen schon viele Jahrtausende selbst Steine her. Die unzähligen Ziegel, die vor über 7500 Jahren für die Stadtmauern Jerichos verbaut wurden, sind die ältesten der Welt und bestanden aus gebranntem Ton und Lehm. Später fertigte man viele ägyptische Pyramiden aus sogenanntem antiken Beton. Zurzeit Jesu baute man normale Wohnhäuser aus Lehmsteinen, die auf einen Bruchstein-Sockel gesetzt wurden.

Jeder Stein ist anders - aber alle sind tot!

Es gibt große und kleine, dicke und dünne, einfarbige und bunte, runde und eckige, leichte und schwere, harte und weichere … Gesteine. Sie haben gemeinsam, dass sie Natursteine aus Mineralien sind - sie sind, kurz gesagt: tot! Umso erstaunlicher ist, was Petrus schreibt: er lädt ausdrücklich lebendige (!) Steine zu Jesus, dem Sohn Gottes, dem herausragenden lebendigen (!) Stein ein. Dabei bezieht er sich auf das Alte Testament. Einige Propheten hatten Jesus, den Messias, den unvergleichlichen Edelstein Gottes, schon Jahrhunderte vor seiner Geburt vorausgesagt. Dieser göttliche Stein kam als quicklebendiger Mensch auf unsere Erde, er lebt immer noch und wird ewig weiterleben - er ist eben Gott! Er hat sogar nach Kreuzigung, Tod und Grab wieder gelebt. Er macht auch alle seine Nachfolger quicklebendig und ewig lebend - zu lebendigen Steinen. 

Auf diesen Stein können sie bauen…!

Jesus ist - bildlich gesprochen - der beste Grundstein, die sicherste Bodenplatte, das stabilste Lebensfundament! Seine Feinde hatten den solidesten Baustein der Welt verächtlich weggeworfen, sahen den Sohn Gottes schon als Bauschutt in einem Ruinenfeld oder in der Baugrube - nutzlos! Aus Hass verschmäht und durch römische Berufstöter ein für alle Mal entsorgt! - Gott erhöhte ihn aus dem menschlichen Dreck, machte ihn zum unerschütterlichen Fundament seines ewigen Heils, seines neutestamentlichen Volkes und seines endzeitlichen Tempels. Dieses Fundament hält und trägt - sie und mich - auch durch Extremzeiten: durch Christenverfolgungen, Kriege, Nöte, … auch durch unsere derzeitigen Krisen! 

JESUS - versteht uns und fühlt mit uns!

Petrus schreibt im 1. Jahrhundert an Christen in Kleinasien, in der heutigen Türkei. Er will sie ermutigen, da sie in stark bedrängter Lage waren - sie lebten als unterdrückte Minderheit mitten in einer sie radikal ablehnenden Gesellschaft - sie wurden verachtet, weil ihr gekreuzigter HERR als Gott abgelehnt wurde, und ihr Glaube dem geforderten römischen Kaiserkult widersprach.

Der selbst missachtete, abgelehnte und „ausgemusterte“ Sohn Gottes, der Christus, der Eckstein, versteht die bedrängten Christen in Kleinasien genauso gut, wie er uns versteht, wenn wir beiseitegeschoben und ausgegrenzt werden. Er kann nachempfinden, wie wir uns fühlen, wenn wir abgelehnt werden. Er fühlt mit uns und steht uns zur Seite - er ist auch der Einzige, der unseren erlittenen Mangel ausfüllen kann! 

Gott plant und baut mit uns!

Alle Jesus-Nachfolger sind Steine in seinem neuen Haus, seinem Tempel. Kein Stein ist perfekt! Aber jeder wird genommen, wie er ist - mit Ecken und Kanten - und passgenau von Gott liebevoll in sein Haus platziert. Jeder wird gebraucht, jeder füllt seinen individuellen Platz aus, jeder trägt die anderen und wird von den anderen getragen - im Verbund halten wir zusammen und sind extrem stabil und hoch belastbar. Jeder Christ verschönert das Gotteshaus, jeder ist ein Schmuckstück im neutestamentlichen Tempel, der den alttestamentlichen abgelöst hat.

Ich stelle mir vor, dass die Liebe Gottes der Mörtel ist, der alle Steine bombig fest zu-sammenhält. Das gemeinsame Gebet sorgt für eine gute Statik, die Fürbitte hält eng beieinander, die göttliche Gegenwart erfüllt das Haus - so errichtet Gott selbst sein geistliches Haus zu seiner Ehre und ihnen und mir, uns Christen, zur geistlichen Heimat!  

JESUS - ein Stolperstein für die Noch-Nichtglaubenden?  

Petrus beschreibt einen großen Eckstein, der nicht plan gemauert ist, sodass er übersteht und damit zum gefährlichen Stolperstein wird - über ihn kann derjenige fallen, der nicht auf den Eckstein achtet. Ein Bild für diejenigen, die dem Wort Gottes nicht gehorchen wollen, für sie ist Jesus nicht mehr das sichere Fundament, sondern sie stoßen sich an ihm bzw. stolpern über ihn - für sie wird Jesus zum „Gerichtsstein“.

Das alttestamentliche Gottesvolk hielt es für unmöglich, dass ihr Vatergott, der den Bund mit ihnen geschlossen hatte, seine unzähligen Gerichtsbotschaften tatsächlich irgendwann vollstrecken würde. Wir lernen: Gott steht immer zu seinem Wort! In Jesus sind wir alle - Juden und Nichtjuden - gerettet oder gerichtet! 

Kaum zu glauben, wie Gott uns Christen sieht!

Es ist nicht zu toppen, was Petrus über uns Christen schreibt: Wir sind das Volk, das Gott gehört, sein Eigentum, seine geliebten Nachkommen, sein heiliges Volk, d.h. für sein Lob und den Dienst für ihn ausgesondert. Durch Jesu Kommen, Sterben und Auferstehen haben wir schon jetzt Anteil an seiner Gottesherrschaft, seinem neuen ewigen Reich. Wir sind heilige Königskinder und Priester - unter dem königlichen Hohepriester Jesus, d.h. wir sind Gottes kostbare, handverlesene Diener. Jesus hat durch seinen Opfertod die Grenze zwischen Juden und Nicht-Juden abgerissen, der Weg zu Gott ist jetzt für alle frei! Wir haben jederzeit freien Zugang zum allmächtigen Gott, der uns mit liebenden Armen empfängt.

In Christus haben wir alles!

Gott formt aus einem „Nicht-Volk“, so nennt uns der Text wörtlich, sein neues Gottesvolk. Wir sind Kinder des lebendigen Gottes! Aus Menschen, denen Gottes Barmherzigkeit nicht galt, wird ein Volk, dem er seine ganze Gnade zuwendet - aus uns Verlorenen wurden Gesegnete! Unsere perfekte Erlösung hat Jesus durch sein Sühnehandeln und seinen Friedensschluss am Kreuz erwirkt - wir sind erwählt, erlöst, begnadigt, geliebte Kinder in Gottes Familie, Schwestern und Brüder Jesu, mit dem ewigen Bürgerrecht in seinem Reich!

Als Christ kann ich vertrauensvoll weitergehen, denn ich bin eng verbunden mit dem Herrn aller Herren und allen Christen weltweit, sicher eingewebt in Gottes Netzwerk, fest eingemauert in sein Haus, eingehüllt in seine Liebe, unterwegs mit seinem Schutz, beschenkt mit seinem Frieden und Segen! Ich bin überzeugt: Marmor, Stein und Eisen bricht - aber Gottes Liebe nicht!

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Kommentare (1)

Markus /

Liebes ERF Team, lieber Pastor Reinhart Henseling,
danke für die Botschaften und Auslegung des Wortes Gottes. Emutigung und Bestätigung der Zusagen aus der Bibel erlebe ich täglich. Daher lasse ich mehr