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/ Bibel heute

Einsetzung des Passafestes

Christine Weidner über 2. Mose 12,1–20.

Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus.[...]

2. Mose 12,1–20

„Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe.“

So stellt Gott sich selbst vor. Diese Geschichte, die sich da zur Zeit Moses und des Pharaos Thutmose des 1. aus der 18. Dynastie ereignet hat, erscheint als ein Markenzeichen Gottes, etwas, woran man Gott erkennen kann. Die Kurzfassung dieser Ereignisse, die wir zur Einleitung der 10 Gebote in 2.Mose 20,2 finden, ist so etwas wie ein Name Gottes.
 

Tage der Hoffnung

Hier, im zwölften Kapitel, werden genaue Anweisungen erteilt, wie es am Abend des 14. Nisan vor sich gehen soll. Und es wird gesagt, dass dieser Monat der erste Monat zum Beginn eines neuen Jahres sein soll. Der Monat Nisan liegt ungefähr in unserem März und April. Die Heilsgeschichte Gottes reicht von Frühling zu Frühling durch den Winter hindurch. Gott führt aus der Knechtschaft in die Freiheit: Das hat das Volk Israel erfahren.

Gott erweckt aus dem Tod zum Leben: Das haben die Jünger Jesu erfahren, als sie Jesus, dem Auferstandenen, begegneten. Und das ist auch unsere Hoffnung als Christen, in allem Dunkel an das Licht zu glauben.
 

Passah: Ein Fest der Befreiung

Die Israeliten befanden sich noch unter der Herrschaft des Pharaos in Ägypten. Auf die Aufforderung Moses, das Volk ziehen zu lassen, ist er trotz wiederholter katastrophaler Ereignisse, die sein Land schwer betroffen haben, nicht eingegangen. Nun wird sich bald etwas ereignen, das als Erinnerung einen zentralen Platz im Leben des Volkes Israel einnehmen wird.

Das Passah-Mahl ist bis heute ein Fest der Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten. Bis heute werden an diesem Fest bittere Kräuter und ungesäuertes Brot gegessen.

Auch Jesus feierte jedes Jahr das Passahfest. An seinem letzten Passah-Mahl änderte er die Worte und sagte zu dem Brot der Knechtschaft, das unsere Väter in Ägypten aßen: „das ist mein Leib“ (Matthäus 26,26). Die Jünger werden sich vielleicht daran erinnert haben, dass Johannes der Täufer schon gesagt hatte, als Jesus zur Taufe zu ihm an den Jordan kam: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.“

Und sie hatten wohl auch noch im Ohr, was Jesu einmal gesagt hatte: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Johannes 6,36) „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.“

Es geht in dem Moment, als Jesus das sagt, um eine noch umfassendere Befreiung.
 

Ist für mich gesorgt?

Die Götter Ägyptens, über die Gott sich damals als mächtiger erwies, haben heute andere Namen. Heute sind es z. B. die Namen großer Konzerne. Aber wir müssen gar nicht nur auf die Mächtigen und die großen Namen schauen. Wir tragen alle das Misstrauen und die Angst in uns, ob denn wirklich für uns gesorgt ist, ob letztlich Gott für mich eintritt. Oder ob ich nicht doch selbst etwas dafür tun muss, weil es sonst keinen kümmert. Streben nach Macht oder Besitz oder Anerkennung oder Lob – alles hat diese Wurzel, dieses Urmisstrauen.

Jesus ließ alles los, um für uns sorgen zu können. So wie es im Psalm 127 versprochen wird:

„Wenn das Haus nicht baut der Herr, die Bauleute mühn sich vergeblich.

Wenn die Stadt nicht behütet der Herr, so wacht vergeblich der Wächter.

Umsonst, wenn ihr euch erhebt noch vor dem Tag, euch müht bis spät in die Nacht:

Ihr esst das Brot einer harten Mühsal –

Denen, die er liebt, gibt es der Herr im Schlaf.“

Soweit der Psalm 127. Die Anweisung in 2. Mose 12, Vers 16, am 1. Und 7. Tag des Passahfestes nicht zu arbeiten, schenkt noch einmal wie jeder Sabbath den Menschen die Freiheit, Gott nicht zu misstrauen.

Dem Psalm 127 nachzusinnen, sich Gott neu anzuvertrauen. Es ist ein Gott, der gibt, wir müssen uns nicht zu Sklaven unserer Termine machen lassen und zu Sklaven unserer Habgier und unseres Neids. In dieser Welt können wir das nur in Ansätzen vorwegnehmen. Wir leben noch im Dunkel, wie Israel damals am Vorabend des Passahmahls noch unter der Herrschaft des Pharaos lebte. Aber wir dürfen im Dunkeln an das Licht glauben. Gott ist am Werk.

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