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/ Bibel heute

Moses Geburt und wunderbare Errettung

Markus Joos über 2. Mose 2,1–10.

Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm eine Tochter Levis zur Frau. Und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate. Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, nahm sie ein Kästlein von Rohr für ihn und verklebte es mit Erdharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils.[...]

2. Mose 2,1–10

Wer den Ausgang der Geschichte von der Geburt des Mose nicht kennt, der hält zu Beginn den Atem an. Da wird diesen beiden Unbekannten aus dem Stamm Levi ein Kind geboren – doch das Familienglück ist getrübt – von Anfang an. Eine schreckliche Anweisung des Pharaos, des Herrschers von Ägypten, beschwerte alle Israeliten. Er hatte den israelitischen Hebammen befohlen, alle neugeborenen Jungen zu töten. So waren alle Ägypter aufgefordert: „Werft jedes neugeborene männliche Kind der Israeliten in den Nil, so dass es ertrinkt.“ Der Pharao war von der Angst getrieben, dass die Fremden, also die Israeliten in Ägypten, zu viele werden. Das wollte, das konnte er nicht dulden.

1000 Jahre später – so berichtet es uns der Evangelist Matthäus – ist wieder ein Herrscher in Angst, König Herodes in Jerusalem. Diesmal vor dem einen Kind, das da zu Bethlehem geboren ist – und wieder ist das Familienglück dahin, denn Maria und Josef müssen mit dem neugeborenen Jesus das Weite suchen, hinab in das sichere Nachbarland Ägypten, die Heilige Familie auf der Flucht in dieser unheiligen Welt.

Keine Frage: Grausam geht es zu – bis heute. An vielen Orten leiden und sterben Kinder, weil Hass, Gewalt und Krieg kein Ende nehmen, weil Menschen auf Macht bauen und nicht Frieden und Gerechtigkeit suchen.

Gibt es Hoffnung?

Gerade davon erzählt unsere Geschichte, erzählen diese beiden Geschichten: von der Bewahrung des einen, mit dem Gott einen Neuanfang setzt, mit dem Gott für Rettung und Befreiung sorgt. Mit dem einen – für viele andere.

Und dafür geht Gott hinein – in das Elend der Menschen.

Gott kommt herein – herunter auf diese zerrissene Erde – herunter mit seinem großen Versprechen, mit seiner unglaublichen Zusage, uns Menschen nicht im Stich zu lassen … Gar auf uns zu achten, auf jedes seiner Menschenkinder. Gott führt aus allem Elend heraus, hilft und rettet uns Menschen.

Das Schöne an dieser Geburtsgeschichte des Mose ist, dass sie sich von Anfang an ein Schmunzeln bewahrt – ein Schmunzeln über die Listigkeit der Hauptakteure, besser Akteurinnen. Diese handelnden Frauen lassen sich manch Pfiffiges einfallen, um dem kleinen Kind ins Leben zu helfen – so wie es vielleicht nur Mutter und Schwestern tun können.

Solange es geht, verbirgt die Mutter ihr Baby. Drei lange Monate. So als ob es da wirklich still gewesen wäre. Das kann nur der glauben, der selbst keine Kinder großgezogen hat. Aber sei’s drum, irgendwann geht das Verstecken nicht mehr und es braucht eine Hilfe von außen. Die Mutter holt sich Schilfrohr und macht ein Körbchen, mit Pech verschmiert, so dass kein Wasser eindringen kann – eine kleine „Arche“ für den Knaben.

Im Hebräischen wird das gleiche Wort wie für die Arche des Noahs verwendet. Das Binsenkörbchen wird so zu Gottes Rettungsarche für Mose. Die Mutter versteckt es im Schilf am Rand des Nils. Wegschwimmen soll es nicht – nein ganz im Gegenteil: gefunden soll es werden.

Die Mutter bleibt im Hintergrund – die Schwester in der Nähe, um zu sehen, was geschieht. Als die Tochter des Pharaos dann, statt zum Bade – wie die Jungfrau zum Kinde kommt, springt die Schwester des Kleinen, Mirjam, wieder in die Mitte – und verschafft ihrer Mutter einen Job als Amme. Listig, wie gesagt – man freut sich mit Mirjam. Mose darf nun doch in seiner Familie aufwachsen – mit Elterngeld und Betreuungsgeld aus der Schatzkammer dessen, der auch ihm ans Leben wollte.

Und später wird er, der doch zu den verhassten Fremden in Ägypten gehört, einer mit Migrationshintergrund also, seine Jugend am vornehmen Hof in Ägypten verbringen. Ihm wird eine gehobene Ausbildung zuteilwerden. Er profitiert vom Luxus der Pharaotochter, die ihn aus dem Wasser gezogen hat und ihm den Namen gegeben hat: Mose – übersetzt: der aus dem Wasser Gezogene. Ein glückliches Ende.

Auffällig am biblischen Bericht ist, dass nie ausdrücklich von Gott gesprochen wird. Und doch weiß jeder: Gott hat es eingefädelt. Er wollte, dass Mose gerettet wird. Er wollte sein Volk retten. Deswegen hat er mit langer Hand geplant, schon bei und mit der Geburt des Mose und seiner Bewahrung am Nil. Gott handelt dabei durch Menschen – durch Moses Mutter, die ihn zur Welt bringt, versorgt und versteckt. Und durch Mirjam, die Schwester des Mose, die über ihren kleinen Bruder wacht und der Gott im entscheidenden Moment einen richtigen Einfall gibt, damit Mose aus dem Wasser gezogen wird und geschützt aufwachsen kann.

Ja, Gott ist überhaupt auf Rettung aus – daher auch die Geburt des anderen Kindes, nicht im Binsenkörbchen, aber in der Krippe, nicht in Angst vor dem Pharao, aber auf der Flucht nach Ägypten vor dem König Herodes.

Gott ist auf Rettung aus:

Mose ist der Retter seines Volkes Israel. Jesus ist der Retter der ganzen Welt. Beide Rettergeburtsgeschichten zeigen: Gott findet einen Weg zu uns Menschen. Menschliche Widerstände können seinen Plan nicht aufhalten. Wenn er retten will, dann wird er retten. Das ist sein Wille für Israel und für die ganze Welt.

Warum?

Als die junge Ägypterin das Körbchen im Nil findet und es öffnet, als sie das weinende Kind darin sieht, hat sie Mitleid – wie Gott selbst, dem Gott Israels, der von sich sagt, als er zu Mose im Dornbusch spricht: „Ich habe das Weinen meiner Kinder gesehen und gehört.“

Israels Not lässt Gott nicht kalt. Sie bewegt ihn. Die Not der Menschen veranlasst ihn, herabzukommen und zu helfen – ja sich zu erbarmen und zu retten.

So ist Gott. Gott sieht und hört hin. Elend und Not, Tränen und Schmerz berühren ihn. Trost und Hoffnung für jeden und jede – damals und heute. Das will er. Hören Sie es auch für sich: Er, der Ihnen das Leben gab – er denkt an Sie. Er will Sie im Leben begleiten, nie allein lassen. Er will, dass Ihnen geholfen werde – auch durch Menschen, die er Ihnen an die Seite stellt.

So sind Eltern an die Seite ihrer Kinder gestellt und versuchen das Beste für ihre Kinder zu ermöglichen. So sind Kinder an die Seite ihrer alt gewordenen Eltern gestellt, um sie zu unterstützen und zu helfen. So sind Christinnen und Christen einander an die Seite gestellt, um sich im Glauben zu stärken und Hoffnung zu machen. Sie sollen füreinander da sein und sich gegenseitig motivieren, für andere in Not da zu sein und ihnen zu helfen, auch und gerade denen, die fremd sind, auch fremd in unserem Land.

Mose und Jesus – zwei Retter für uns Menschen.

Lassen wir es uns immer wieder gesagt sein: Gott findet einen Weg zu uns Menschen, zu jedem und zu jeder von uns. Auch zu Ihnen. Jesus will retten, Sie erretten und in die Freiheit führen. Darum sollen Sie mutig den Kopf erheben und nicht auf das schauen, was das Leben versklavt, was es eng macht und die Luft zum Atmen nimmt. Schauen Sie auf den Retter des Lebens, auf Jesus Christus und Ihren himmlischen Vater.

Gott will an Ihrer Seite stehen. Er will, dass Sie leben – und gutes, ja ewiges Leben haben.

Ihr Kommentar

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Kommentare (3)

Ursula /

Eine sehr gute Auslegung des Bibeltextes, vielen Dank Herr Pfr. Joos.

Renate S. /

DANKE für Ihre gute Botschaft
Über die Rettung, eine gesegnete Zeit

Hildegund G. /

Die Andacht ermutigt mich - Gott kommt zum Ziel! Wo er aufschließt, schließt niemand zu!