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/ Bibel heute

Einladung zum Gnadenbund Gottes

Bernhard Berends über Jesaja 55,1–5.

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und euren sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben.[...]

Jesaja 55,1–5

„Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser!“ Als ich einmal über dieses Thema zu predigen hatte, habe ich vor dem Gottesdienst vorne in der Kirche einen Tisch aufgestellt mit einem Glas Wasser. Niemand hat dieses Glas Wasser angerührt. In der Predigt sagte ich dann: „Hier in der Kirche ist niemand, der wirklich Durst hat. Denn wenn einer wirklich durstig wäre, dann hätte er das Wasser aus dem Glas getrunken, egal was die anderen Gottesdienstbesucher denken.“

Wie ein Marktschreier spricht der Prophet die Durstigen an: „Kommt her! Hier gibt’s Wasser! Und das Besondere ist: Dieses Wasser ist umsonst! Ihr braucht nichts zu bezahlen! Das ist nicht nur ein Sonderangebot, so nach dem Motto: ‚Alles 20 % billiger’, nein, es ist ganz umsonst!“

Ich muss sagen: Wenn mir jemand etwas anbietet, was seinen Preis wert ist, aber er sagt: „Es ist umsonst!“, dann bin ich skeptisch. Was steckt dahinter? Es hat doch keiner etwas zu verschenken, oder? Ist das, was dieser Wasserverkäufer da macht, so ein Lockangebot? Werden die Leute hereingelegt?

Nein, hier steht nicht irgendein Händler. Hier steht der Prophet Gottes. Es tut ihm leid, es tut ihm so weh, dass die Leute in Babylon ihr Geld an der falschen Stelle ausgeben. Sie geben Geld aus für das, was nicht wirklich satt macht. Sie investieren in Dinge, die ihre Sehnsucht nach Leben, nach einem erfüllten Leben, nicht wirklich stillt.

„Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben!“ Das sind Worte des lebendigen Gottes an sein Volk. Das sind Worte an Menschen, die mit Schrecken feststellen: „Ich habe an der falschen Stelle investiert. Ich habe auf die falschen Leute gehört.“ Ihnen gilt das Angebot Gottes: „Hört doch auf mich! Bei mir ist das Kostbarste, was ihr habt, nämlich euer Leben, gut angelegt!“ Ist das wirklich so?

Manche Israeliten in Babylon sind skeptisch. Gott hat doch zugesagt: „Ich bin für ewig euer Gott. Ich werde euch immer zur Seite stehen.“ Aber dann kamen die babylonischen Soldaten. Dann wurden sie in die Gefangenschaft nach Babylon geführt. Dann verbrachten sie dort Jahr um Jahr: in dieser fremden Stadt unter einem fremden Volk mit den fremden Göttern. Ob diese Götter stärker waren als der Gott Israels?

Gott selbst meldet sich zu Wort: „Vertraut auf mich! Ja, ich bin noch da. Ja, ich habe es zugelassen, dass ihr dieses Schlimme erlebt. Aber ich bin doch da!“ Vielleicht geht es Ihnen auch so, dass Sie fragen: Worauf kann ich mich verlassen? Worauf soll ich mich verlassen? Ich bin schon so sehr enttäuscht worden. Es ist schon so viel schief gegangen. Ja, es mag auch sein, dass Sie sagen: „Ich habe auch selber schuld, jedenfalls eine Mitschuld an dem, wie es mir jetzt ergeht.“ Und jetzt?

Worauf können wir uns verlassen in dieser Zeit mit all ihren Krisen. Das Krisenjahr 2023 geht zu Ende. Ein neues Jahr steht bevor. Ob der Krieg Russlands gegen die Ukraine beendet wird? Ob es wirtschaftlich bergauf geht? Ob es mir, ob es uns, ob es Ihnen im neuen Jahr besser gehen wird als im Jahr 2023?

Dem Volk, das sich wirklich gottverlassen vorkommt, lässt Gott durch seinen Propheten sagen: „Ich halte an meinem Bund fest. Damals habe ich dem David zugesagt, dass sein Königtum Bestand haben sollte.“

Und dann wurde der König von Jerusalem, der Nachkomme Davids, doch besiegt und selbst als Gefangener weggeführt. Der König und auch die einflussreichen Leute in Jerusalem hatten nicht auf Gott gehört. Sie hatten ihm nicht mehr vertraut und waren nicht mehr seinen Weisungen und Geboten gefolgt. Und nun hatte das Königtum des Davidshauses aufgehört zu bestehen.

„Aber“, so sagt der Prophet, „der Bund Gottes mit seinem Volk bleibt bestehen. Er versichert: Die Zusagen, die ich David gegeben habe, sind nicht ungültig geworden.“ Später haben die Israeliten erfahren: „Ja, Gott, der es zugelassen hat, dass wir als Gefangene nach Babylon gebracht wurden, führt uns auch aus der Gefangenschaft wieder heraus. Er bringt uns in unser Land zurück.“

Der Prophet kündigt einen neuen, einen ewigen Bund Gottes an. Ein neuer David soll kommen. Mehrere hundert Jahre später kam Jesus auf die Welt. Er wurde auch als der Sohn Davids bezeichnet, als der Nachkomme Davids, der den Frieden bringt. Große Hoffnungen wurden auf ihn gesetzt. Und? Sind sie enttäuscht worden?

„Wir hofften, er würde Israel erlösen“, sagen die beiden Jünger Jesu, die auch als „Emmaus-Jünger“ bezeichnet werden, als sie mit Jesus, dem Auferstandenen, unterwegs sind. Zunächst erkennen sie Jesus nicht. Sie sind traurig. Sie sind verzagt. Sie sind enttäuscht, auch von Jesus. Aber dann gibt Jesus sich zu erkennen. Ja, er ist wirklich da! Jesus lebt!

Sicher, sein Reich, seine Herrschaft sieht anders aus als die Herrschaft der Könige und der Mächtigen, anders als die der Regierungen und der Wirtschaftsbosse. Sein Reich ist nicht auf einer Landkarte einzuzeichnen. Aber seitdem, seit der Auferstehung Jesu, begegnet er einzelnen Menschen durch seinen Geist. Menschen aus aller Welt kommen zum Glauben an ihn. Sie vertrauen ihm. Sie rechnen mit seiner Kraft. Sie danken ihm für seine Liebe. Sie orientieren sich an seinem Wort, und sie erfahren: Jesus ist wirklich derjenige, der meinen Durst löscht, den Durst nach Liebe, den Durst nach einem erfüllten Leben, den Durst nach Kraft für jeden neuen Tag.

Auch für das bevorstehende Jahr 2024 gilt sein Angebot: „Kommt doch zu mir! Haltet Euch zu mir! Was auch auf euch zukommen mag, wie es euch auch ergehen mag: Ich bin für euch da. Auf mich könnt ihr euch verlassen.“

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