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/ Bibel heute

Marias Lobgesang

Henning Kämpf über Lukas 1,46–55.

Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.[...]

Lukas 1,46–55

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, sagt der Volksmund. So auch hier bei Maria, einer jungen Frau in Israel. Bisher hat sie noch mit keinem Mann geschlafen und trotzdem wird sie schwanger. Ein Bote Gottes hat ihr mitgeteilt, dass sie einen Sohn zur Welt bringen wird. Den Sohn des lebendigen Gottes. Unfassbar, auch für Maria: „Was geschieht mit mir, und was werden erst die Leute sagen?“

Mir scheint, dass sie vollkommen überfordert ist. Sie begreift das alles noch nicht und braucht unbedingt schnelle Hilfe. Doch wem kann sie sich in dieser heiklen Lage überhaupt anvertrauen? Da fällt ihr ein, dass der Engel ihr von Elisabeth, einer Verwandten, berichtet hat.  Elisabeth war trotz ihres hohen Alters doch noch unerwartet schwanger geworden. Vielleicht findet die junge Maria hier Antworten auf die vielen Fragen ihres Lebens? Ohne zu zögern, macht sie sich auf den Weg. Maria betritt das Haus und begrüßt Elisabeth. In der Bibel wird die Begegnung der beiden Frauen so beschrieben (Lukas 1, 41- 45): „Als Elisabeth Marias Stimme hörte, bewegte sich das Kind lebhaft in ihr. Da wurde sie mit dem Heiligen Geist erfüllt und rief laut: »Dich hat Gott gesegnet, mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist das Kind, das in dir heranwächst! Womit habe ich verdient, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?  Denn kaum hörte ich deine Stimme, da hüpfte das Kind in mir vor Freude. Wie glücklich kannst du dich schätzen, weil du geglaubt hast! Was der Herr dir angekündigt hat, wird geschehen.«“

Damit hat Maria nicht gerechnet. Dieses mutmachende Wort stellt alles auf den Kopf.

„Wie glücklich kannst du dich schätzen, weil du geglaubt hast!“

 Unsicherheit und Fragen verwandeln sich plötzlich zu einem überwältigenden Lob. Eine bis dahin unbedeutende Frau wird durch Gottes Gnade zu etwas ganz Großem berufen. Maria wird Teil der größten Rettungsaktion der Weltgeschichte. Ihren Namen wird man nie mehr vergessen. Durch Maria wird Jesus als Mensch geboren.

Der lebendige Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde hält sein Versprechen. In Jesus wird er höchstpersönlich zum Retter für eine verlorengegangene Welt mit ihren Menschen.

Maria lobt und dankt Gott von ganzem Herzen. In ihrem Adventslied stimmt sie uns auf die neue Situation ein. Sie erlaubt uns einen Blick in die Zukunft. Mit Jesus wird sich die Welt grundlegend verändern. Menschen werden aus Schuld und Bedeutungslosigkeit herausgeholt.

Das hat Maria selbst erfahren und ist dankbar. Sie schäumt über vor Glück. Das kann sie einfach nicht für sich behalten. Ich stelle mir vor, wie sie vor Freude am liebsten getanzt hätte. Jeder soll von ihrem großen Glück erfahren. Sie lädt uns ein, uns auf Gott einzulassen. Wenn wir das tun, so sind wir keine Außenseiter mehr. Wir dürfen dann ganz dicht bei Jesus sein.

Die Bibel sagt (Epheser 2, 19): „So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu seiner Familie.“
Mit Jesus Christus weht ein ganz neuer Wind. Alte Vorstellungen und Maßstäbe werden über den Haufen geworfen. Mit der Geburt Jesu kommt die Liebe Gottes in die Welt.

Gottes Barmherzigkeit hat Zukunft

Ohne Ende kümmert er sich um die Menschen, die nach ihm fragen. Gottes Handeln in dieser Welt bleibt nicht unbemerkt. Die sich für besonders wichtig halten, bekommen ihre Grenzen aufgezeigt.
Die sich selbst zu Mächtigen gemacht haben, werden an ihren Vorstellungen scheitern.

Rechtlose und Unterdrückte werden bei Jesus wertgeachtet und verschwinden nicht in der Bedeutungslosigkeit. Sogar soziale und gesellschaftliche Unterschiede sollen verschwinden. Hungrige sollen satt werden und Reiche leer ausgehen. In ihren Zukunftsperspektiven erinnert uns Maria an die Versprechen, die Gott bereits Abraham und den alten Vätern Israels vor langer Zeit gegeben hat. All diese Zusagen sollen jetzt wahr werden. Hoffnungsvolle Aussichten!

Ob Maria damals schon geahnt hat, wie dramatisch das Leben ihres Sohnes verlaufen wird, wissen wir nicht. Ihre Verzweiflung, Traurigkeit, Ohnmacht, vielleicht auch Wut, lässt sich nur erahnen, als sie etwa 30 Jahre später ihren Sohn am Kreuz sterben sieht. Was ist aus dem Glück und den Hoffnungen von damals geworden? „Aus, aus – alles ist aus!“ so heißt ein Satz in einem Osteroratorium.

Wenn das allerdings stimmen würde, wäre wirklich alles aus. Dann wäre der Glaube an Jesus Christus vergeblich. Dann könnten wir die Bibel beiseitelegen und alle froh machenden, hoffnungsvollen Visionen der Maria vergessen. Doch es geht weiter. Die Sache Gottes mit den Menschen hat sich nicht totgelaufen - im Gegenteil.

Jesus ist nicht im Tod geblieben.

Jesus ist wahrhaftig auferstanden!

Welch grandiose Botschaft. Jesus lebt, und er ist nicht mehr tot zu kriegen. Viele Menschen wünschen sich das zwar, da Jesu Botschaft unbequem und konsequent ist. Sie stellt mich vor die größte Entscheidung meines Lebens.

Lasse ich Jesus ganz konkret in mein Leben, Maria nennt das „ihn fürchten“? Dann kann ich ohne Ende mit seiner Barmherzigkeit rechnen. Möchte ich von Jesus Christus in meinem Leben nichts wissen, kann ich mich auch gegen ihn entscheiden.

Seit Jesu Auferstehung hat er das Sagen in dieser Welt. Manchmal könnte ich allerdings den Eindruck gewinnen, dass er schweigt, oder sogar wegschaut. Doch er ist die zuverlässigste Größe in der Weltgeschichte – für alle Zeit.

Der Sohn Gottes, als Jesus von Maria geboren, ist allein das Heil für die Menschen. Die Bibel ist oft Einladung und Entscheidungshilfe, wenn es ums Leben geht. Im Johannesevangelium (14, 6) sagt Jesus: “Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Niemand kommt zum Vater, nur durch mich.“

 

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