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/ Bibel heute

Gottes ewiges Heil für Israel

Annette Strunk über Jesaja 51,1–8.

Hört mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die ihr den HERRN sucht: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid, und des Brunnens Schacht, aus dem ihr gegraben seid. Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid. Denn als einen Einzelnen berief ich ihn, um ihn zu segnen und zu mehren. Ja, der HERR tröstet Zion, er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüste wie Eden und ihr dürres Land wie den Garten des HERRN, dass man Wonne und Freude darin findet, Dank und Lobgesang.[...]

Jesaja 51,1–8

Haben Sie heute schon Zeitung gelesen? Ich schon! Es ging mir wie meistens in den letzten Jahren: Spätestens auf Seite drei ist meine Laune im Keller und ich fühle mich frustriert und niedergeschlagen. Mein Geist und meine Seele sind da bereits gefüllt mit schlimmen Nachrichten. All die Kriege, die Gewalt, die Katastrophen, die durch Bosheit, Irrglauben, Gier und Lieblosigkeit unsere Welt, und damit uns Menschen, zerstören. Das ist schwer verdaulich, ich ertrage das oft nicht mehr.

Also blättere ich schnell weiter in den hinteren Teil, lenke mich ab mit ein bisschen Promiklatsch und -tratsch, evtl. noch etwas Kulturelles und am Schluss suche ich Entspannung beim Kreuzworträtsel. Danach geht´s ab in den Garten, wo ich meine kleine heile Welt pflege. Puh, für heute bin ich dem Elend dieser Welt gerade noch mal entkommen…

Das Schicksal der Welt

Von wegen! Natürlich ist das ein Trugschluss. Das Grundrauschen unserer Erde hört sich bedrohlich an. Wir können uns davor nicht mehr verstecken. Es bedroht uns tagtäglich. Hinzu kommt, dass wir uns so hilflos fühlen. Darauf kann man unterschiedlich reagieren. Die Palette reicht von wildem Aktionismus bis hin zu "Kopf in den Sand stecken". Wie sieht Ihre Strategie aus? Ich merke, dass mein Lebensgefühl oft nicht mehr zuversichtlich ist. Ich zweifle, ob es irgendwann mal wieder aufwärts geht, ob an irgendeiner Stelle sich die Dinge mal zum Besseren wenden werden? Und ob ich etwas ausrichten kann? Auch wenn ich natürlich in meinem näheren Umfeld viel Schönes erlebe und Grund zur Freude da ist, hängt das Schicksal der Welt wie ein Damoklesschwert über mir.

In einer ganz ähnlichen Situation treffen wir die Menschen des Volkes Israel an, zu denen der Prophet im heutigen Bibeltext spricht. Sie leben schon lange in einer zerbrochenen Welt, alles um sie herum ist zerstört. Sie sind unfrei, unterworfen unter ein fremdes Regime. Es ist keine Rettung in Sicht. Also hängen sie in ihren Erinnerungen an frühere Zeiten nach, in denen doch alles noch gut war... Aber beim Rückwärtsschauen kommt man schwerlich voran, das hilft nicht weiter.

Gott verschafft sich Gehör

In dieser Lage verschafft sich Gott erneut bei den Israeliten durch einen Propheten Gehör. Mir fallen drei Dinge auf:

  1. Gott nimmt sein Volk ernst, holt es dort ab, wo es gerade steht. Er nutzt den Blick zurück, um ihnen ins Gedächtnis zu rufen, wer sie eigentlich sind. Sie sind Nachkommen Abrahams und Saras und damit seine gesegneten Kinder. Sie stehen von Beginn an unter seinem Schutz. Gott wird sie niemals allein lassen! Das hat er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Sie kommen ursprünglich aus dem Garten Eden und Gott hat die Macht, diesen Zustand wieder herzustellen. Wenn die Menschen auf diese Herkunft schauen, sich erinnern, dann werden sie Gott wiederfinden.
  2. Gott ruft alle Menschen dazu auf, ihm zu vertrauen. Recht, Gerechtigkeit und Heil sind seine Angelegenheit. Er wird dafür sorgen. Das heißt, Israel kann nach vorne schauen. Alles Sorgen, das ihnen das Leben schwer macht und die verzweifelte Suche nach Gerechtigkeit sind nicht mehr nötig, denn das Einzige, was auf Ewig Bestand hat, ist das Heil, das Gott bringt!
  3. Zuletzt weist Gott sein Volk darauf hin, dass sie dieses Vertrauen unbeirrt leben sollen. Weil sie Gott schon immer kennen und wissen, was er vermag, müssen sie sich nicht fürchten. Auch dann nicht, wenn die Welt zum Fürchten aussieht und sie selbst nicht verstanden werden.

Gottes Trost

Die drei Punkte, die Gottes Trost für Israel beinhalten, werden alle eingeleitet mit den Worten "Hört mir zu!" Das ist sicher der entscheidende Satz auch für uns heute und Gott macht es sehr dringlich, weshalb er ihn dreimal wiederholen lässt. Das jammernde und traurige Volk damals soll seinen Fokus neu ausrichten. Es soll dahin schauen, wo die Rettung herkommt. Es soll die Ohren aufmachen und nicht mehr dem schrecklichen Grundrauschen folgen. Gott selbst spricht durch einen Propheten. Das Problem ist, dass die Menschen ihm nicht zuhören.

Gilt dieser Trost uns auch heute? Ich denke schon. Denn auch heute gilt: alles Menschengemachte wird eines Tages verschwinden, so wie die Menschen selbst. Kein Tyrann lebt ewig. Nur Gott wird ewig sein. Wem sollte ich mein Schicksal anvertrauen, wenn nicht diesem Gott, der mir verspricht, dass er ein Interesse an mir hat, dass er mich gewollt hat, dass ich eine Bedeutung auf dieser Erde habe? Er hat ausdrücklich gesagt, dass ich mich nicht fürchten muss.

In diesem Vertrauen bleibt meine Seele fröhlich und mein Geist zuversichtlich. Ich darf mich mutig dem Erhalt dieser Erde und dem Ausbau guter, friedlicher Beziehungen widmen ohne den Druck, dass es an mir hängt oder ich ja doch nichts verändern kann. Ich richte meinen Blick immer wieder auf Gott und höre ihm zu, denn in der Bibel spricht er zu mir. Und beim Beten kann ich ihm meine Unsicherheit klagen, wenn das Vertrauen mal wieder nicht reicht.

Dem Elend dieser Welt kann ich nicht entfliehen, aber ich bin nicht allein und ich weiß mich in guten Händen geborgen.

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Kommentare (1)

Gerlinde /

Liebe Frau Strunk,
danke für die Auslegung und für die Mut machenden Worte.