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/ Bibel heute

Leiden und Herrlichkeit des Gerechten (2)

Corinna Schmid über Psalm 22,23–32.

Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeinde rühmen: Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet; ehrt ihn, all ihr Nachkommen Jakobs, und scheut euch vor ihm, all ihr Nachkommen Israels! Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er’s.[...]

Psalm 22,23–32

„Ich will deinen Namen kundtun“ …

… verspricht David im Psalm 22. Er fängt dabei mit seinen Geschwistern in der Gemeinde an, weitet es auf alle Nachkommen Israels aus und macht erst bei den Enden der Welt und allen Völkern Halt.

Da hat er sich ganz schön was vorgenommen!

Da hat Gott uns eine ganz schön große Aufgabe gegeben!

Der Auftrag – die Gute Nachricht in meine Familie zu tragen – kommt mir ehrlich gesagt oft schwerer vor, als der fremden Frau in der Straßenbahn ein „Jesus liebt dich“ zuzusprechen. So oft schon habe ich zu Gott gesagt: „Ich kann das nicht alleine, es ist so schwer zu tragen, wenn Familienangehörige einfach nichts von dir hören wollen. Schick doch bitte mehr Leute, die ihnen von dir erzählen, die für sie beten.“

Dann führte ich für meinen alten Job einmal ein Interview mit einer christlichen Motorradgruppe in meiner Heimatstadt. Nach ein paar Sätzen stellten wir fest, dass einer von ihnen meine Familie kannte. Sein „Ja, ich bete ja schon seit Jahren für deine Familie!“ hat mich umgehauen! Was für eine Ermutigung – Gott schickt seine Leute an die Enden der Erde!

Was ist aber nun ein Ende der Erde?

Was ist IHR Ende der Erde, im Moment? Wem können Sie – so wie David – Gottes Namen kundtun? Ist es ihr Lieblingsbäcker? Das Nachbarsehepaar, der Enkel, die Frau im Wartezimmer – sind es Menschen in anderen Ländern, sind es Politiker? Ist es Deutschland? Ja, auch wir sind ein Ende der Erde. Gott will, dass sein Name jedem verkündet wird – daher beauftragt er seine Botschafter, sein Bodenpersonal. Ich möchte Ihnen hierbei auch Mut machen: Gott sind die Menschen noch viel wichtiger als Ihnen. Wenn wir ihn um Helfer bitten, dann wird er welche schicken, selbst auf dem Motorrad. Und er wird auch UNS gebrauchen.

Wichtig dabei ist unsere Perspektive

Die können wir uns von David abschauen: Im Vers 29 macht er klar: „Des Herrn ist das Reich“ – Gott ist der Chef!“ und im Vers 32 sagt er: „Denn er hat’s getan“ – Gott hat es getan. Nicht ICH trage die Rettung der Menschen auf meinen Schultern bis der Nacken verspannt ist und mir das Herz bricht. Auch ziehe ich mir nicht selbst ein Krönchen auf für besonders gute Leistung, weil ich den Mut aufgebracht habe, jemandem eine Bibel zu schenken. GOTT hat’s getan – es ist SEIN Wirken, aber ich lasse mich von ihm gebrauchen. Gott wünscht sich Menschen, die für diesen Auftrag offen sind.

In meinem Beruf in einem Missions- und Hilfswerk darf ich Geschichten von Missionaren aus aller Welt erzählen und aufschreiben. Sie berichten mir davon, wie Menschen sich aufrichten, wenn sie Jesus kennenlernen. So wie der Jugendliche Luan, der zum Jugendkreis unserer Missionare in Albanien kommt. Luan ist zurückhaltend und macht kaum den Mund auf. Er scheint sich wohlzufühlen, aber er redet kaum von sich. Meistens wirkt er melancholisch. Manchmal entwischt ihm ein Lächeln, doch seine Schultern hängen herunter. Er läuft leicht gebückt. Seine Eltern sind geschieden, er lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung. Mit dem Glauben an Jesus Christus hat die Familie nichts zu tun. Aber er kommt mit zum Sommercamp und das Team erlebt eine faszinierende Entwicklung: Aus dem schüchternen, melancholischen und zurückhaltenden Luan wird innerhalb von zwei Tagen ein Motivator, der lacht und alle mit seiner Begeisterung ansteckt. Sein Körper richtet sich auf. Er läuft mit Energie und geraden Schultern. Mit Hingabe lobt er Gott beim Lobpreisabend, und beteiligt sich an allen Bibelgesprächen. Am letzten Abend sagt er zu unserem Missionar: „Ich möchte gern Christ werden.“ Auf die Frage „Warum?“ antwortet er: „Im Christentum gibt es Vergebung.“ Gott hat Luan aufgerichtet – Körperlich, geistlich und emotional.

Haben SIE das schon erlebt?

Sind Sie Gott begegnet als Retter – als dem, der Sie aufrichtet? Aus der Verlorenheit herausholt? Sein Angebot steht für jeden: Kommt her zu mir, wenn ihr beladen seid. Jesus hat auch Ihre konkrete Last getragen und ist heute für Sie da. Der Name, den alle Welt kennenlernen soll, gilt auch für Sie ganz persönlich. Zum allerersten Mal, falls Sie Gott noch nie erfahren haben. Aber auch immer wieder im Alltag – so wie bei David.
Der hat mehrfach erlebt, wie Gott ihn aufrichtet. Er schreibt diese motivierten Zeilen übrigens, nachdem er 22 Verse lang darüber geklagt hat, wie schlecht es ihm geht, wie seine Feinde ihn verfolgen, wie alles um ihn herum in Trümmern zu liegen scheint. Er scheint gebückt, wie der Jugendliche Luan in Albanien. Aber Gott richtet ihn wieder auf! Weil David weiß, dass Gott bei ihm ist, weil er weiß, dass Gott ihn retten wird und weil er sich erinnert, was Gott schon früher alles für ihn getan hat, kann er mutig sagen: „Ich will deinen Namen kundtun, meinen Brüdern, den Nachkommen Israels, der Gemeinde, aller Welt Enden, allen Geschlechtern der Völker.“

Wo können Sie sich heute von Gott gebrauchen lassen und seinen Namen an Ihre Enden der Erde tragen?

Ich wünsche Ihnen Mut und Vertrauen in Gottes Wirken!

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