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/ Bibel heute

Die Herrlichkeit des Wortes Gottes (3)

Esther Mann über Psalm 119,17-24.

Das eben Gehörte ist ein kleiner Auszug aus dem längsten Psalm, den wir kennen.

In diesem Psalm wird das Wort Gottes gelobt und gepriesen. Das Psalmlied 119 hat 22 Strophen mit jeweils 8 Versen.  Ein Vers aus diesem Psalm ist ihnen vielleicht auch schon öfters begegnet, nämlich der Vers 105. Dort steht: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege!

Dieser Vers findet sich wieder auf Postkarten und Postern, verziert mit schönen Laternen oder Waldwegen. In unserer Wohnung habe ich verschiedene Bibelverse aufgehängt. Ich möchte mir das Wort Gottes immer wieder vor Augen halten, möchte mich klammern an die Zusagen und Verheißungen unseres Herrn.

Unsere heutigen Verse befinden sich eher am Anfang des Psalms, in der sogenannten 3. Strophe. Er beginnt mit einer Bitte: Tu wohl, deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte. …. Und öffne mir die Augen, damit ich die Wunder sehe an deinem Gesetz.

Er betet: Tu mir wohl! Die meisten sehnen uns nach Wohltaten und Wohlergehen. Wir suchen sie in Wellnessbereichen von Urlaubsorten oder Hotels. Immer mehr finden wir auch in christlichen Freizeitangeboten: Ein Wochenende mit Wellness für die Seele, Massage für verspannte Muskeln und leckeres Essen.

Wer möchte so etwas nicht? Auch der Psalmbeter wünscht sich vom Schöpfer so eine persönliche Erquickung. Er kennt seine Position, nämlich ein Diener bzw. Knecht Gottes zu sein. Zudem weiß er, dass er nur ein Gast auf Erden ist. Er weiß, seine Zeit auf dieser Welt ist begrenzt. Doch diese Zeit soll besonders sein, sie soll genutzt werden. Er möchte es nicht verschlafen, was Gott in der Zeit seines irdischen Lebens tut. Deshalb auch die Bitte: „Öffne mir die Augen, Herr, damit ich sehe“. Damit ich die Wunder sehe. Wie blind kann ich manchmal durch unsere Natur stolpern, sehe nicht die Blumen am Wegesrand, die keiner gepflanzt oder gegossen hat. In Gedanken versunken höre ich keine Vögel singen, weil Sorgen mein Herz belasten. Innere Nöte machen mich taub. Der Beter dieses Psalms hat eine tiefe Sehnsucht im Herzen: Bitte Herr, lass es mich erkennen, was du für mich vorbereitet hast. Ich habe Sehnsucht danach.

Er sagt: „Meine Seele verzehrt sich vor Verlangen nach deinen Ordnungen.“ Das Wort Gottes bringt Ordnung in die Welt. Sowohl in unserer heutigen Welt und auch schon damals bei der Schöpfung. Dort lese ich, dass Gott Ordnung gemacht hat. Alles hat seine Bestimmung und seinen Platz bekommen durch das Wort, das Gott gesprochen hat. Gottes Wort hat Schöpferkraft. Am Anfang war das Wort und Gott war das Wort. Alle Dinge sind durch das Wort geschaffen, das Gott gesprochen hat.

Inzwischen sind die guten Werte und Ordnungen sehr verschoben. Die Sünde hat Einkehr gehalten. Recht und Unrecht werden vertauscht. Ich leide darunter. Ich suche einen Ausgleich und inneren Frieden.

Körperliche Wellness-Erfahrungen sind sicherlich wichtig und gut, aber wenn es meiner Seele schlecht geht, wenn ich innerlich leide, dann helfen Massage und gutes Essen leider nicht auf Dauer. Ein Sprichwort lautet: Nicht der Pelz hält den Menschen warm, sondern das Brot. Jesus geht noch einen Schritt weiter. Er sagt: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern vom Wort Gottes.

Jesus weiß, welche Kraft das lebendige Wort enthält. Ich brauche diese Worte, die mir Kraft geben. Ich brauche die persönliche Ansprache von Gott, denn es ist die Nahrung für meine Seele.

Ich erinnere mich an einen Abend, als ich unseren Kindern eine gute Nacht Geschichte vorgelesen habe. Es lag wohl ein stressiger Tag hinter mir und irgendwelche Sorgen belasteten mein Herz. Ich las in einfachen Worten die Geschichte von Jesus und der Sturmstillung. Es war ein kleines Bilderbuch, welches die Geschichte veranschaulichte. Am Ende der Geschichte, als Jesus den Sturm gestillt hatte, fragt er seine Jünger: Warum habt ihr Angst? Ich bin doch da!!!

Diese Worte haben damals so sehr mein Herz getroffen, dass ich mich bis heute daran erinnere. Die Situation hatte sich nicht verändert, aber mein Herz wurde leicht. Ich hatte ein Wort bekommen und plötzlich war die ganze Situation entschärft.

„Ich bin doch da“, sagt Jesus auch heute durch sein Wort zu Ihnen und mir. Wie wertvoll sind solche Worte für unser Leben.

Graf Zinzendorf hat es in seinem Lied so ausgedrückt: Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir: denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.

Gott redet zu uns durch sein Wort, aber auch wir sollen mit Gott reden. Die Psalmen sind Gebete. Gott dürfen wir alles sagen. Das tut der Beter dieses Psalms auch. Er leidet unter Verachtung, sogar von Menschen mit großem Einfluss. Heute würden wir sagen: Er wird gemobbt. Das tut richtig weh und die Seele schmerzt. Aber was tut er dagegen?  Er sinnt nach über die Gebote Gottes. Er sucht nach einer Lösung beim Betrachten und Studieren des Wortes. Ich denke, er bekommt eine Lösung, eine Idee oder einen gangbaren Weg gezeigt. Sonst wäre im nächsten Vers nicht die Rede von Freude. Denn hier steht: „Ich habe Freude an deinen Zeugnissen. Sie sind meine Ratgeber.“

Das will ich mir mitnehmen aus diesem Abschnitt: Bibel lesen tut immer gut. Es baut auf, es hilft, meine Gedanken zu ordnen. Bibellesen ist Balsam für die Seele.

Gottes Wort zu lesen, ist die beste Grundlage für ein ausgeglichenes Leben. Ich möchte sie heute ermutigen, lesen Sie in diesem Buch. Fangen Sie an, vielleicht gerade mit Psalm 119 oder einem Evangelium.

Was alles passieren kann, wenn ein Mensch die Bibel liest, sehen Sie an der folgenden afrikanischen Kurzgeschichte: Ein junger Mann bekam von einem Missionar ein neues Testament angeboten, doch er wollte es zuerst nicht haben. Nach kurzer Überlegung meinte er etwas spöttisch: „OK, ich nehme es, aber ich werde jede einzelne Seite davon zu einer Zigarette drehen.“ Der Missionar willigte ein, indem er dem Raucher das Versprechen abnahm, vor dem Rauchen jede Seite einmal zu lesen. Der Mann gab das Versprechen und machte sich aus dem Staub.

15 Jahre später begegneten sich die Beiden auf einem christlichen Kongress. Der damals Beschenkte erzählte seine Geschichte: „Ich rauchte Matthäus, ich rauchte Markus und Lukas, aber als ich Johannes rauchte, stieß ich in Kapitel 3 auf Vers 16. Dort steht:

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.

Von jenem Moment an konnte ich nicht mehr weiterrauchen und mein Leben veränderte sich von Grund auf.“  Dieser Mann wurde daraufhin Pfarrer in Simbawe.

Gottes Wort hat Kraft, das sehen wir an dieser Geschichte. Das Wort hat seine Kraft bis heute nicht verloren. Ich wünsche ihnen viele gute Erfahrungen beim Lesen und Studieren der Heiligen Schrift. Denn es gilt noch immer: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Psalm 119, Vers 105.

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