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Die Verklärung Jesu

Rolf Metzger über Matthäus 17,1–13.

Vorschaubild: Matthäus 17

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Matthäus 17

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Mir geht es manchmal so: Ich schlage meinen Terminkalender auf – und ich schlage tatsächlich meinen Kalender auf! Jüngere Leute machen das mit ihrem Handy … Also: Ich schlage meinen Terminkalender auf und entdecke, dass ich in dieser Woche wieder einmal sehr viele wichtige Termine habe, die ich alle erledigen will. Und ich frage mich: War es wirklich nötig, all diese Termine einzugehen? Ist das, was ich mir da vorgenommen habe, alles so wichtig? Wirklich wichtig ist doch für uns Christen, die wir Jesus nachfolgen, nur eins: unser Herr Jesus.

Christen machen sich oft Gedanken über ihren Weg in der Nachfolge Jesu – auch über die Zukunft und die Wiederkunft unseres Herrn Jesus. Dabei werden wir oft von ganz anderen Gedanken überrascht als von denen, die wir uns gemacht haben. Das muss nicht immer negativ sein; das kann sogar eine recht positive hilfreiche Korrektur sein.

Das erleben auch die drei Jünger, die Jesus mit auf den Berg nimmt und die dann Jesus in einem anderen wunderbaren Licht in einer ganz anderen Welt sehen. Das ist wohl für sie die großartigste Erfahrung, die sie bisher in ihrem Leben machten. Sie sehen plötzlich ihren Herrn auf ganz andere Weise, als sie das bisher gemacht hatten. Die Bibel berichtet das so: „Jesus wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht (Vers 2).“ Und Jesus spricht sogar mit zwei Männern, die sie bisher nur aus den Berichten der Bibel kennen. „Da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm (Vers 3).“

Für die drei Jünger ist das so eine positive Erfahrung, dass sie daraus etwas machen wollen, was sie als schön empfinden. Petrus schlägt vor, drei Hütten zu bauen, für Jesus eine, für Mose eine und für Elia eine. Auch wenn sie für sich selbst keine Hütte bauen wollen, ist es sicher so gemeint, dass auch sie immer dabei sein möchten.

Aber kaum hat Petrus seinen Vorschlag unterbreitet, da lässt Gott den Jüngern von einer Stimme aus einer Wolke sagen, worauf es wirklich ankommt: „Dies ist meine lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören (Vers 5)!“ Es ist wichtig, dass auch wir heutigen Nachfolger Jesu den Menschen nicht sagen, was wir als positiv erleben und gern verwirklicht sehen möchten, sondern was Jesus sagt.

Das ist schon ein phantastisches Erlebnis: Jesus wird verklärt. Kurze Zeit, bevor er von den damaligen Menschen verachtet, schamlos gequält und ermordet wird, dürfen seine Nachfolger ihn einmal in unbeschreiblicher Herrlichkeit sehen, so, wie sie ihn bis dahin noch nicht wahrgenommen haben. Der Bericht in der Bibel kann das auch nur annähernd beschreiben, damit wir wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon haben, was dort passierte: „Jesu Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht (Vers 2).“

Aber eins dürfen wir nicht übersehen: Für die drei Jünger ist dies wohl das gewaltigste Erlebnis, das sie bis dahin mit ihrem Herrn gehabt haben. Aber nicht sie stehen im Mittelpunkt. Jesus redet mit Mose und mit Elia. Wir wissen nicht, was Jesus mit Mose und Elia spricht. Deutlich wird, dass alles, was wir mit unserem Herrn erleben, ein kleiner Teil seiner ewigen Geschichte mit der Errettung von uns Menschen ist.

Wir erleben auch jetzt schon manches Wunderbare in der Nachfolge unseres Herrn. Und wir dürfen uns auf die ewige Herrlichkeit bei ihm freuen. Aber wir sind dabei nicht die zentralen Figuren, um die es geht. Für uns geht es vielmehr darum, auf Jesus zu hören. Deshalb sagt Gott zu den drei Jüngern ganz deutlich: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören (Vers 5)!“

Da die Jünger mit Jesus zusammengelebt haben, ist es wohl kaum etwas Besonderes, dass sie ihn hören. Hier geht es wohl kaum um das akustische Hören, sondern vielmehr um das tatsächliche Tun dessen, was uns mitgeteilt wird. Denn hören heißt auch gehorchen! Das meine ich ja auch, wenn ich zu einem kleinen Kind sage: „Du musst hören!“

Jesus und der Vater sind eins. Und Gott sagt den Jüngern, dass er an seinem Sohn Wohlgefallen hat. Auch wir sollen viel mehr Gehorsam lernen, als wir ihn bisher hatten, damit Gott auch an uns Wohlgefallen hat.

Das Erlebnis der drei Jünger bei der Wanderung mit Jesus auf den „Berg der Verklärung“ – wie er heute genannt wird – hat noch eine viel tiefere Bedeutung. Die Jünger sind nicht nur beeindruckt von dem, was sie hier erleben. Sie sind zutiefst ergriffen. Was sie da erleben, ist einfach umwerfend. Sie hören die Stimme aus einer Wolke. Und dann wird uns berichtet: „Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr.“ Und Jesus erhebt keine mahnende Stimme und fordert sie auf, sich „zusammenzureißen“. Nein, da heißt es: „Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht (Vers 7)!“

Das ist wieder einmal ganz typisch für unseren Herrn Jesus: Wenn wir etwas nicht packen und auf unser Angesicht fallen, weil wir nicht klarkommen mit seiner für uns unbegreiflichen Größe, dann macht er uns keine Vorwürfe. Vielmehr neigt er sich zu uns herab und berührt uns liebevoll. Und er sagt zu uns: „Habt doch keine Angst. Ich bin doch da. Ich trage euch durch alles hindurch.“

Unser Herr ist immer bei uns; in jeder Situation unseres Lebens. Und das gilt nicht nur, wenn wir bewusst mit ihm gehen, wie damals die drei Jünger auf den Berg. Auch wenn wir unseren eigenen Weg gegangen sind, von dem wir wussten, dass es nicht der Weg Jesu für uns ist, und sind jetzt gescheitert, dann kommt er in seiner Liebe zu uns und berührt uns. Er sagt zu uns: „Hab keine Angst; ich bin doch an deiner Seite und helfe dir, auch trotz dieser Situation wieder zurecht zu kommen.“

Inzwischen bin ich schon älter geworden. Ich habe sogar schon die ‚Achtzig-Jahre-Marke‘ geknackt. In all den Jahren ist vieles gut gelaufen. Und leider manches auch ganz anders, als es der Plan Gottes war. Aber immer wieder war mein Herr an meiner Seite und sagte mir: „Fürchte dich nicht! Ich bin ganz nahe bei dir.“ Und er hat meinen Weg immer wieder so verändert, dass er zu seinem Weg wurde.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den nächsten Tagen neu erfahren, wie lieb Jesus Sie hat. Und wie er Sie immer wieder anrührt und sagt: „Fürchte dich nicht!“

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Kommentare (1)

Susanne B. /

Vielen Dank für ihre emutigende und tröstende Auslegung