Navigation überspringen

/ Bibel heute

Die Speisung der Viertausend

Frank Fenske über Matthäus 15,29–39.

Vorschaubild: Matthäus 15

bibleserver.com

Matthäus 15

Und Jesus ging von dort weiter und kam an das Galiläische Meer und ging auf einen Berg und setzte sich dort. [...] (Mt 15,29-39; LUT)

bibleserver.com

„Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.“ Dieses Sprichwort drückt deutlich aus, was Gastfreundschaft ist. Gäste sind herzlich willkommen. Sie werden freundlich empfangen. Wenn mehr Leute kommen, als man erwartet hat, so wird improvisiert. Keiner soll hungrig wieder gehen. In unserem heutigen Bibeltext kommen die Leute von sich aus zu Jesus. Sie fragen gar nicht, ob sie zu ihm kommendürfen.  Sie kommen einfach. Jesus geht an das Galiläische Meer. Er setzt sich auf einen Berg. Wir wissen nicht, ob Jesus sich zurückziehen will in die Stille. Wir wissen nicht, ob Jesus Zeit mit Gott haben will. Er setzt sich. Und dann kommt die große Menge an Menschen. Sie bringen ihm Gelähmte, Verkrüppelte, Blinde, Stumme und viele andere Kranke. Sie legen diese Menschen Jesus vor die Füße. Sie wissen: Aus menschlicher Sicht ist diesen Menschen nicht zu helfen. Die medizinischen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Es bleibt nur noch das Vertrauen in Jesus. Und Jesus? Er enttäuscht keinen. Er heilt die Menschen.

Wohin gehen Sie mit Ihrer Hilflosigkeit? Wo legen Sie Ihre Blindheit, Ihr Schweigen oder Ihr Gelähmtsein ab? Machen Sie es doch genauso wie diese Menschen. Legen Sie alles Jesus vor die Füße und sagen: „Jesus, hier bring ich Dir mein Versagen. Ich habe geschwiegen, wo ich Dich hätte bekennen sollen. Ich war blind, wo ich Dein Handeln hätte erkennen sollen. Ich war gelähmt, wo ich hätte handeln sollen. Ich lege es Dir vor die Füße und bitte Dich, heile Du mich. Öffne Du mir den Mund. Öffne Du mir die Augen und befähige Du mich zum Handeln.“ Das Volk zeigt sich erstaunt über die Wunderheilungen. Als Reaktion preisen sie Gott.

Drei Tage heilt Jesus die Menschen. Dann jammert ihn das Volk. Die Menschen tun ihm leid. Er sieht: Das Volk hat nicht genug zu essen. Es ist hungrig. Es könnte den Heimweg ohne weitere Nahrung nicht bestreiten. Ich frage mich: Jammert mich noch die Not von Menschen um mich herum? Wieviele Menschen gibt es doch um mich herum, die einfach geistlich nicht satt werden, weil sie ohne Jesus unterwegs sind. Spüre ich deren Schmerz? Oder habe ich Schutzmauern um mich herum aufgebaut, um der Not nicht ins Auge sehen zu müssen. Die Jünger selbst sehen die Not nicht. Nur Jesus sieht die Not. Er ergreift die Initiative und sagt zu seinen Jüngern: „Ich will die Menschen nicht hungrig gehen lassen.“ Die Jünger haben schon viel mit Jesus erlebt. Matthäus hat nur ein Kapitel vorher das Wunder erzählt, bei dem fünftausend Menschen satt wurden. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der hier anwesenden Menschen eigentlich läppisch. Es sind gerade mal viertausend Menschen. Außerdem sind die Jünger Zeugen von zahlreichen Heilungen. Sie wissen also, welche Fähigkeiten Jesus hat. Und dennoch scheinen sie bereits wieder alles vergessen zu haben. Sie finden den Vorschlag von Jesus gut, äußern aber ein „Aber“. Sie sagen: „Gute Idee, Jesus, aber woher sollen wir hier etwas zu essen holen?“ Welch ein Kleinglaube! Ich ertappe mich dabei, wie es mir oft genauso wie den Jüngern geht. Ich habe schon viel mit Jesus erlebt. Oft hat er mir geholfen. Manchmal habe ich sogar schon in meinem Leben übernatürliche Dinge erlebt. Jesus hat schon so oft in meinem Leben bewiesen: „Auf mich ist Verlass! Leg Deine Last vor meine Füße. Vertraue mir.“ Trotz dieser Zusage und den vielen Erfahrungen mit Jesus kommt dann von mir oft bei einer anstehenden Entscheidung wieder das berühmte „aber“. Aber wir als Gemeinde haben nicht genügend Geld. Aber diese missionarische Aktion führt nicht zum Erfolg. Aber ich bin nicht redegewandt genug, um anderen von Jesus zu erzählen. Aber ich habe keine seelsorgerliche Ausbildung, um dem Einsamen beizustehen. Aber, aber, aber. Jesus schaut dagegen nicht auf das, was fehlt. Er fragt: „Was habt ihr?“ Jesus will seine Wunder nicht allein tun. Er möchte keine „One-Man-Show“, eine „Ein-Mann-Show“ abziehen. Er will mein Mitwirken. Ich bin Teil seines Wunders.

Bin ich bereit, mich von Jesus gebrauchen zu lassen? Bin ich bereit, wie Petrus zu Jesus zu sagen: „Auf Dein Wort hin werde ich es tun?“ Ich persönlich habe in meinem Leben das Eingreifen Jesu nie in Situationen erlebt, in denen es mir gut ging, ich genügend Geld hatte bzw. gesund war. Jesus hat bei mir im Leben stets dann Wunder bewirken können, wenn ich Mangel hatte. Jesus konnte bei mir Wunder bewirken, wenn ich mit meinem eigenen Latein am Ende war. Meine Frau und ich erinnern uns noch an einen Tag in Hannover, als wir im Supermarkt standen und am Monatsende nur noch zwei Euro hatten. Wir wissen bis heute nicht, wie wir das geschafft haben. Wir wissen nur: Wir wurden satt. Jesus sagt im Matthäusevangelium, Kapitel 11, Vers 25: „Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil Du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.“ Es zählt nicht mein eigener Verstand oder meine eigene Klugheit. Es zählt das Vertrauen in Jesus. Wer ihm in jeglicher Situation vertraut, der wird Wunder erleben. Ein Psalmbeter drückt es in Psalm 121,2 so aus: „Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Was ist Ihr „Aber“ in Ihrem Leben, das Sie daran hindert, Jesus zu vertrauen?

Nachdem nun die Jünger Jesus die aus ihrer Sicht geradezu läppische Anzahl von sieben Broten und ein paar Fischen gebracht haben, dankt Jesus. Er dankt für das Wenige, das da ist. Er sagt nicht: „Ach Gott, lieber Vater, wir brauchen deutlich mehr als das, was wir haben, bitte vermehre Du doch diese Brote.“ Nein, Jesus dankt. Er sagt: „Danke, dass wir diese sieben Brote und wenigen Fische haben.“

Und wieder geschieht das Wunder: Es werden alle satt. Wie bei der Speisung der fünftausend Menschen werden auch diesmal die viertausend Menschen satt. Und nicht nur das: Das Volk sammelt auf, was an Brocken übrigbleibt. Und das ergibt sieben Körbe. Ich bin über das Wort „aufsammeln“ gestolpert. Das Volk sammelt auf. Es geht sorgsam mit den Lebensmitteln um. Es ist auch keiner in der Gruppe, der sich, nachdem er gegessen hat, noch seine Taschen füllt, quasi einen Proviant anlegt nach dem Motto „Sicher ist sicher“. Nein. Jeder nimmt sich nur so viel, wie er tatsächlich zum Sattwerden braucht. Jeder ist dankbar für das, was Jesus ihm gibt. Jeder vertraut darauf, dass Jesus weiter für ihn sorgen wird.

Wie ist Ihre derzeitige Lebenssituation? Was ist Ihre ausweglose Situation? Legen Sie alles Jesus zu Füßen. Ich persönlich möchte lernen, Jesus das Unmögliche in meinem Leben zuzutrauen. Dann kann ich in das Lied von Timo Langer einstimmen: „Wenn bei Dir Lahme wieder gehen, Taube hören und Blinde sehen, bin ich gewiss, dass alles möglich ist. Wenn Du zerbrochene Herzen heilst und aus der Sklaverei befreist, kein Zweifel mehr, dass alles möglich ist. Gott der Wunder, Du bist hier, und ich weiß tief in mir: Bei einem Gott, der das Meer teilt, da ist immer ein Weg, da ist immer noch Hoffnung wenn’s scheinbar nicht weitergeht. Ein Gott, der das Meer teilt, kommt nie zu spät. Da ist immer noch Hoffnung. Mein Gott bahnt immer einen Weg.“

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.