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Die Speisung der Fünftausend

Wilfried Gundlach über Matthäus 14,13-21.

Vorschaubild: Matthäus 14

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Matthäus 14

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Viele Menschen haben es erlebt, dass jemand, der ihnen sehr nahestand, plötzlich gestorben ist. Das trifft gewöhnlich tief ins Herz und die betroffenen Personen empfinden große Trauer. Dann möchten sie oft nur noch allein sein, um zu sich selbst zu finden und zu trauern.

Jesus ist in genau dieser Situation. Er hat gerade von der grausamen Enthauptung seines engen Freundes, Johannes des Täufers, gehört. Das trifft Jesus sehr. Als er es erfährt, hat er nur noch den Wunsch, mit seinen Jüngern zu trauern und Zeit zur Besinnung zu haben. Deshalb betreten sie ein Boot und wollen über den See Genezareth fahren, vom belebten Westufer zu einem einsamen Wüstenstreifen am Ostufer.

Jesus ist so beliebt und bekannt beim Volk, dass sein Abfahren in Richtung Ostufer nicht verborgen bleibt. Die Leute brennen darauf, Jesus zu sehen und zu hören. Er hat so wunderbare Worte von Gottes neuer Welt, von Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Liebe und ewigem Leben! Dazu heilt Jesus viele Kranke durch seine göttliche Kraft. Ja, die Leute sind begeistert von Jesus und machen sich kurzerhand zu Fuß auf, um den See Genezareth zu umrunden. Das braucht etwa dieselbe Zeit, wie Jesus mit dem Boot benötigen würde. Das Volk will unbedingt Jesus erleben. Beim Durchzug durch die verschiedenen Uferstädte werden viele Juden aufmerksam und schließen sich dem Zug an. Die Menge wird immer größer, bis es am Ziel ca. 5.000 Männer sind, plus Frauen und Kinder, also möglicherweise 10.000 Personen oder mehr.

Die Leute erreichen die einsame Ufergegend sogar schon vor Jesus. Als er mit seinen Jüngern aus dem Boot steigt, ist die Überraschung riesig, die Ruhe dahin und wahrscheinlich die Enttäuschung groß. Kennen Sie das? Sie sind sehr angespannt und haben den starken Wunsch nach Ruhe – und dann kommt Besuch, vielleicht jemand, der Sie dringend braucht. Was tun Sie dann? – Was macht Jesus?

Er überrascht seine Jünger. Kein Wort der Enttäuschung! Jesus bedauert nicht seine zerbrochenen Pläne, sondern sieht die Menschen wie verschmachtende Schafe ohne Hirten. Es heißt: „Es jammerte ihn“. Er sieht die Menschen voller Erbarmen an und nimmt sich Zeit, zu ihnen zu reden. Jesus spricht vom kommenden Reich Gottes und heilt ihre Kranken.

Es ist seine herzliche Liebe, die ihn dazu antreibt. Jeder einzelne Mensch, der ihn sucht, ist ihm wichtig! Er kennt auch Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer. Er hat Sie lieb. Sie haben für ihn eine große Bedeutung!

Was will die Menge eigentlich von Jesus? Alle hatten schon von dem spektakulären Prediger und Wunderheiler gehört. Manche kommen vielleicht nur aus Neugier. Die meisten aber wollen Jesu Worte vom neuen Reich Gottes hören. Jesus erzählt geheimnisvolle Gleichnisse. Er spricht von der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott. Das ist ebenso schön wie neu.

Die Leute haben einen geistlichen Hunger nach Wahrheit, nach Jesus.

Haben Sie schon einmal bedacht, dass auch Ihre Seele einen Bedarf an Nahrung hat? Wir leben nicht nur von Essen und Trinken, sondern von Gottes Worten, wie wir sie in der Bibel finden. Es lohnt sich, täglich eine kleine Auszeit mit der Bibel zu einem Rendez-vous mit Gott zu nehmen.

Nach einer langen Rede von Jesus wird es Abend, aber Jesus macht keine Anstalten, aufzuhören. Die Jünger sehen sich genötigt, Jesus daran zu erinnern, wie spät es ist und dass die Leute in der Eile nichts zum Essen mitgebracht haben. In dieser einsamen Gegend gibt es nichts zu kaufen. Die Jünger schlagen vor, die Leute gehen zu lassen. Jesus überrascht sie mit einer Gegenrede und fordert sie auf: „Gebt ihr ihnen zu essen“. Wie sollen diese mindestens 10.000 Menschen satt werden? Die Jünger schauen nach, wieviel sie haben. Lächerliche fünf Brote und zwei Fische. Aber Jesus fordert die Jünger auf: „Gebt mir das Wenige, das ihr habt und lasst die Menge sich schon mal zum Abendessen hinsetzen“. Wieder überrascht Jesus die Jünger. Sie haben nicht begriffen, was hier vorgeht, aber sie sind gehorsam und tun es. Für Jesus gibt es kein Problem. Er hat alles im Griff. Auch in meinem und in Ihrem Leben.

Dann nimmt Jesus die Brote und Fische, sieht auf zu seinem himmlischen Vater und spricht ein Dankgebet. Er beginnt, die Brote zu brechen, die Fische zu zerteilen und durch die Jünger auszuteilen. Nun geschieht die größte Überraschung. Keiner kann es erklären: Während des Austeilens wird das Brot immer mehr. Während die Jünger gehorsam sind, geschieht die Vermehrung. Alle in der Menge werden satt. Das Volk ist gekommen, um geistliche Speise für ihre Seele zu empfangen und nun bekommen sie auch noch Speise für ihren Leib. So ist Jesus!

Er sagte in der Bergpredigt: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen“ (Matth. 6,33). Dies ist ein Wort, das auch uns gilt.

Wenn wir uns Gott ganz hingeben, unser Leben, unsere Sicherheiten, unseren Stolz, unseren Besitz usw. und ihm dienen, wird er sich um unsere Bedürfnisse und um unser Wohlergehen kümmern. Die letzte Überraschung ist ja, dass am Schluss noch 12 Körbe voller Brot übrigbleiben. Gottes Segen ist überreichlich!

Sie möchten gerne einmal ein Wunder erleben? Dann wagen Sie es doch, Ihr Leben ganz auf Jesus Christus zu setzen und sich für seine Sache, für das Reich Gottes einzusetzen. Dann werden Sie die Fürsorge und den Segen Gottes erleben. Ich selbst kann das bezeugen und nur staunend zurückblicken! Das stärkt mich im Glauben und ich traue Gott noch Größeres zu.

Das Wunder beginnt mit dem Hingeben des Wenigen, das ich habe. Sie möchten Gott dienen, fühlen sich aber so armselig? Sie wissen nicht, was Sie Jesus bringen können? Geben Sie ihm Ihre geistliche Armut. Schenken Sie ihm Ihren schwachen Glauben. Sagen Sie Jesus, dass Sie von nun an Ihr Vertrauen auf ihn setzen und ihm gehören wollen. Laden Sie ihn ein und Sie werden überraschende Erfahrungen mit Jesus machen! Das wünsche ich Ihnen!

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