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Preis der Gottesfurcht

Ulrich Haffer über Psalm 112.

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Psalm 112

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Thema: Christen sind nicht besser als Gottlose, sind nur besser dran! Psalm 112 beginnt mit dem Ausruf „Halleluja!“, was „Preist oder lobt den Herrn!“ bedeutet. Dem unbekannten Dichter ist es wichtig, den Leser damals und heute gleich anfangs an das Lob Gottes zu erinnern, dem als Schöpfer und Herrscher der Welt allein die Ehre gebührt.

Gott war sich später nicht zu schade, seinen einzigen Sohn Jesus aus Liebe für die Menschen zu opfern. Er freut sich, wenn sie seine Liebe erwidern und sich für ihn entscheiden. Gottes Anliegen sind glückliche und gesegnete Menschen, die ihm vertrauen. Erst an zweiter Stelle wird das Thema von Psalm 112 genannt. Die Verse 2 bis 9 befassen sich aus christlicher Perspektive mit Christen, die ihr Leben Jesus zur Verfügung gestellt haben und ihm folgen. Dafür werden sie reichlich von Gott belohnt. Ihr Glück und Segen wird dem Unglück der Gottlosen gegenüber gestellt. Christen sind gerecht, geduldig, barmherzig und glauben an Gott und sein Wort. Sie trachten nach dem, was droben bei ihm ist. Sie fürchten Gott, indem sie aufrichtig und mitfühlend mit ihren Mitmenschen umgehen. Das ist Nächstenliebe, wie sie Jesus seinen Nachfolgern verkündet und vorgelebt hat.

Mit dem bekannten Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“, das im Lukas-Evangelium Kapitel 10 steht, hat er ihnen erklärt, was Nächstenliebe bedeutet. Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten gehören untrennbar zusammen, sind fest miteinander verbunden. Psalm 112 ermutigt alle Menschen, Gott zu fürchten. Aber nicht so, dass sie Angst vor ihm haben. Es geht darum, Gott den ersten Platz im Leben zu geben und nach seinen Weisungen zu handeln. Wer so lebt, gibt die Liebe Gottes weiter und wird dafür von Gott reich belohnt, erhält viel wertvolleren Ersatz. Christen, die auf diese Weise mit ihren Nächsten umgehen, verheißt Psalm 112 in Vers 3 eine reiche Belohnung in der irdischen Zeit und für die Ewigkeit. Sie werden glücklich und gesegnet sein und es wird ihnen gut gehen. Deshalb beginnen die Verse 1 und 5 von Psalm 112 mit den Worten „Wohl dem“. Das kann übersetzt werden mit „Freuen kann“ oder „Glücklich ist“. Psalm 1 verwendet diesen Begriff ebenfalls. Den Psalmen 1 und 112 geht es darum, das Leben eines Menschen, der Gott vertraut und das eines Sünders zu vergleichen. Jesus hat dies seinen Jüngern anhand der „Seligpreisungen“ verdeutlicht, die im Matthäus-Evangelium Kapitel 5, Verse 1 bis 12 stehen. Sie stellen klar, Gott lässt sich nichts schenken. Das haben die Nachfolger von Jesus erfahren. Und nach ihnen viele andere Gläubige wie zum Beispiel der Missionar Paulus. Trotzdem ist der Weg der Frommen kein schöner Spaziergang. Nach dem Motto: „Bist du einmal Christ geworden, hast du keine Probleme mehr.“ Dieses sogenannte „Wohlstandsevangelium“ wurde in den 70er Jahren falsch verkündet, was ich auch oft erfahren habe. Diese Botschaft entspricht nicht dem Wort Gottes. Christen kennen ebenso dunkle Tage, Krankheiten und Kummer allerlei Art. Wenn die Frommen ihr Leben Gott zur Verfügung gestellt haben, werden ihre Beziehungen zu ihm geheilt. Das wirkt sich positiv auf ihren neuen Lebensstil aus. Denn Jesus ist ab dann ihr neuer Herr. Sie erleben, wie lieb, gütig, barmherzig und gerecht er zu ihnen gewesen ist. Wer so verändert worden ist, kann nicht bleiben, wie er ist. Deshalb können Christen nun Gottlose bedingungslos lieben und mitfühlend mit ihnen sein, weil Gott es mit ihnen auch gewesen ist. Dieses Handeln können Gottlose oft nicht verstehen. Wie können Christen so mit ihnen umgehen, ohne eine Belohnung zu bekommen?

Das Handeln der Frommen hat Folgen. Wer von ihnen überall immer nur beliebt ist, kann nicht wirklich beliebt sein bei Gott. Christen ecken mit ihrem Wandel nicht nur bei Gottlosen an. Weil sie sich für die Belange Jesu einsetzen, machen sie sich damit automatisch Feinde. Wie funktioniert der christliche Glaube an Jesus? Stimmt das, was die Frommen in der Bibel lesen? Kümmert sich ihr Herr wirklich immer und in jeder Lage um sie? Ja, es ist wahr. Ich denke an Hiob, von dem im Alten Testament in der Bibel berichtet wird. Er ist Gott treu geblieben. Das bedeutet, er wandelte so, wie es Gott gefiel. Satan stellte seinen Glauben an Gott auf die Probe, weil er meinte, Hiob würde diesen dann aufgeben. Er verlor alles, was er hatte: Familie, Reichtum und seine Gesundheit. Trotzdem blieb er Gott treu. Warum? Er war davon überzeugt, Gott vergisst mich nicht, Gott, der alles unter Kontrolle hat und wird meine Trübsal zur rechten Zeit beenden. Darauf vertraute er wie König David, der es in Psalm 27, Vers 1 so ausdrückt: „Der Herr mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?“

Diese Tatsache bestätigt auch der Missionar Paulus in seinem Brief an die Christen in Korinth. Er gibt zu, dass seine Freunde und er einige Male am Leben verzweifelt sind. Aber sie hielten am Glauben an Gott fest, der sie still und getrost auf die Hilfe Gottes warten ließ. Der Glaubende verkennt nicht die Gefahren, weiß aber Gott auf seiner Seite. Wichtig ist, dass er verbunden bleibt mit ihm. Dann braucht er die Stürme in seinem Leben nicht zu befürchten.

Anders sieht es bei den Gottlosen aus. In Vers 10 von Psalm 112 wird beschrieben, wie es ihnen geht. Sie sehen, wie gut es Glaubende haben und wie glücklich sie sind. Sie hingegen müssen schreckliche Qualen erleiden, werden deshalb zornig und wütend. Sie spüren, ihr jammern, klagen und fluchen kann ihr Schicksal nicht ändern. Sie sind für ewig von Gott getrennt und bekommen deshalb seinen Zorn in voller Härte zu spüren. Diese große Kluft kann keiner überwinden.

Jesus erzählt dazu das Gleichnis vom „reichen Mann und dem armen Lazarus“. Es steht im Lukas-Evangelium, Kapitel 16 im Neuen Testament der Bibel. Zwei Dinge möchte ich aus Psalm 112 lernen: Die Gottlosen haben wie Juden und Christen mit unterschiedlichen Ängsten und Nöten zu kämpfen. Die Christen wissen sich aber geborgen in Gott, der diese Bedrängnisse zur rechten Zeit beenden wird. Aufgabe der Christen ist es, den Gottlosen diese Erfahrungen zu bezeugen und damit einzuladen, sich für Jesus zu entscheiden.

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