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Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

Christian Oelke über Matthäus 13,44–46.

Vorschaubild: Matthäus 13

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Matthäus 13

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So ein richtiger Schatz, der das ganze Leben verändert! Kinder spielen Schnitzeljagd und können sich dabei voll begeistern. Manche spielen Lotto, pokern oder setzen auf Pferde und bekommen dabei Nervenkitzel. Die im Matthäusevangelium genannten Personen werden bei ihrem großen Fang die größten Glücksgefühle gespürt haben. Der zweite von ihnen, als er endlich das gefunden hat, was er vielleicht schon lange gesucht hat. Der erste wohl eher völlig unerwartet. Bei beiden aber führt es dazu, dass sie alles einsetzen, was sie haben, alles verkaufen, alles in die Waagschale werfen, um des Schatzes oder der Perle habhaft zu werden. Dagegen ist ein Pferderennen-Nervenkitzel technisch nur belanglos, denn wenn ich alles einsetze, steht alles auf dem Spiel, aber so kann ich viel mehr gewinnen.

Was unterscheidet die beiden und was bedeutet das?

Der erste findet nicht nur eine Perle, sondern einen ganzen Schatz. Viel Geschmeide, Münzen und herrliche Spielereien mit einem unschätzbaren Wert. Wer möchte das nicht gerne? Der andere findet nur eine einzelne Perle, aber er wird als Kaufmann bezeichnet. Er weiß genau, was er da vor sich hat, und erkennt das Geschäft seines Lebens.

Mir stellt sich bei Gleichnissen immer die Frage, wo wir Jesus darin finden und wo uns selbst. Ich glaube, dass wir Jesus und das, was er getan hat, in dem Schatz finden. Unzählbar wird die Anzahl derer in der Offenbarung des Johannes bezeichnet, die durch Jesu Blut das Leben in der Gegenwart Gottes gefunden haben. Ein Himmelreich, ein großer Schatz, der aus vielen einzelnen Schmuckstücken besteht. Jesus ist derjenige, der alles dafür gegeben hat, dass wir in den Besitz dieses Schatzes kommen können. Einmal sagte Jesus über sich selbst: Dafür ist der Menschensohn auf die Erde gekommen – um zu suchen und zu finden, was verloren gegangen war.  Dafür hat er alles verkauft, sogar sein eigenes Blut und sein Leben am Kreuz.

Das begeistert mich so, dass ich alles verkaufe, um an diesen Schatz zu kommen, um mit Jesus leben zu können, Teil seines Reiches zu sein!

Wofür steht der andere in dem Gleichnis? Ein Perlenhändler, der sucht und sucht und endlich findet, die eine Perle, für die sich alles andere aufzugeben lohnt? Darin sehe ich den Menschen, der auf Jesu Einladung hört und antwortet. Wir Menschen suchen und suchen in unserem Leben. Was ist kostbar genug, dass wir daran unser Herz hängen? Was ist schön, was ist wertvoll, was ist unsere Zeit und unser Leben wert? Wir sind in der Welt und müssen handeln, wir sind sozusagen Händler. Jesus, seine Botschaft und sein Einspringen für uns, das ist die beste, wertvollste und schönste Perle, die wir finden können. Nicht, weil wir nicht gut genug gesucht hätten oder uns mit der erstbesten zufriedengeben sollten, sondern weil es besser nicht geht. „Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes und das Ebenbild von Gottes Wesen“ - so sagt es Paulus am Anfang des Hebräerbriefs. Er ist, so könnten wir es mit dem Gleichnis sagen, die ultimative Perle. Und wir sind aufgerufen, alles zu geben, um ihn zu finden, ihn zu kaufen, ihm den Ehrenplatz in unserem Leben einzuräumen.

Mich fasziniert an diesem Gleichnis, wie gleich und doch unterschiedlich beide Akteure sind – der Schatzfinder und der Perlensucher. Und doch ist es gleich, alles ist zu geben, so wie es ihn alles gekostet hat. Beide Teile des Gleichnisses fangen so an: Das Himmelreich gleicht einem, der… Himmelreich ist also da, wo beides zusammenkommt – einerseits, dass Jesus unsere Seele freikauft, unseren Schuldschein bezahlt und an das Kreuz heftet und andererseits, dass wir diesen Schatz, diese Perle suchen und mit unserem Leben, unseren Taten, mit unserem Herzen voll und ganz aufkaufen.

Eine Frage, die mich als Menschen mit einem modernen und kulturell geprägten Gerechtigkeitsbewusstsein herumgetrieben hat, ist folgende: Ist es nicht ungerecht, wenn ein Mann einen Schatz findet, der auf dem Acker eines anderen liegt, und statt es anzuzeigen, den Acker vereinnahmt? Mit welcher Berechtigung kauft einer die einzelne, beste aller Perlen? Im Sinne des Gleichnisses kann ich die Frage mit dem eigenen Leben beantworten: Um andere daran teilhaben zu lassen. Beide Akteure verbindet nämlich noch ein anderes, die Freude. Echte Freude geht nach außen und schließt andere ein, sodass sie geteilte Freude ist. Dieses Gleichnis stammt aus der orientalischen Kultur, wo miteinander teilen einen hohen Stellenwert hat. Freude teilen kann ich auf viele Weisen, die einen tanzen, andere neigen eher zum Kaffeekränzchen oder der Schnitzeljagd auf dem Kindergeburtstag - aber eins steht fest: Himmelreich heißt einen Schatz haben! Einen Schatz haben heißt ausufernde Freude. Ausufernde Freude heißt, ich habe viel zu geben, weil ich viel bekommen habe.

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Kommentare (1)

Esther M. /

Herzlichen Dank für die Auslegung. Das Gleichnis mit dem Schatz im Acker ist mir ganz neu aufgegangen
Vor allem ,dass die Gemeinde der Schatz ist und Jesus alles dafür gegeben hat…..
Lg Esther M.