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Die Zeichenforderung der Pharisäer

Martin Rösch über Matthäus 12,38–45.

Vorschaubild: Matthäus 12

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Matthäus 12

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Als Gemeindepfarrer bin ich mit Menschen ins Gespräch gekommen, die mir mehr oder weniger deutlich zu verstehen gegeben haben: „Das mit dem Glauben überzeugt mich nicht wirklich.“ In Erinnerung geblieben ist mir besonders, was ein älterer Mann als Einwand gegen den Glauben an Jesus vorgebracht hat: „Ja, wenn es damals schon Video-Aufzeichnungen gegeben hätte…“ Mit anderen Worten: „Wenn man heute Video-Aufzeichnungen von den Wundertaten von Jesus zeigen könnte, dann wäre dies ein Argument dafür, dass man an ihn glauben kann.“ Jener Mann hat damals nicht bedacht, dass Video-Aufzeichnungen nicht ohne Weiteres als Beweismittel zählen. Mit der passenden Software lassen sie sich verfälschen. Was ein Video zeigt, muss nicht das sein, was in der Vergangenheit angeblich geschehen ist.

Warum erwähne ich diese Anekdote aus meiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer? Sie erinnert mich an das, was Jesus erlebt hat. Unter seinen Gesprächspartnern sind kritische Leute. Sie fordern von ihm ein Zeichen, eine Wundertat, die belegt, dass er tatsächlich von Gott bevollmächtigt ist. Was ich erstaunlich finde: Jesus ist doch gerade durch zahlreiche Wundertaten bekannt geworden. Warum jetzt die Forderung nach einer weiteren Tat, die ihn ausweist als einen Gesandten Gottes?

Jesus verweist auf den Propheten Jona, der sich an die Menschen in Ninive im Zweistromland gewandt hat. Er hat jene Menschen dringlich dazu aufgerufen, umzukehren von falschen Wegen, vom Bösen  zu lassen. Seine Zuhörer haben ihn ernst genommen, auch ohne dass er Wundertaten vollbracht hätte. Sie haben sich Gott zugewandt und so erlebt, dass Gott sie vor seinem Gericht verschont hat. Die Königin von Saba, die einst König Salomo einen Besuch abgestattet hat, hat sich beeindrucken lassen von den Worten des Königs, von Worten voller Weisheit. Wundertaten hat aber König Salomo nicht vollbracht. Jesus lässt seine Kritiker wissen: „Hier ist mehr als Jona. Hier ist mehr als Salomo.“ Bei einer anderen Gelegenheit hat Jesus über seine einzigartige Beziehung zu Gott, seinem Vater, gesagt: „Ich und der Vater sind eins.“

Ein einziges Zeichen stellt Jesus seinen Kritikern in Aussicht, das Zeichen des Propheten Jona. Bevor jener sich auf den Weg nach Ninive gemacht hatte – im Auftrag Gottes –, war er geflüchtet. Die Furcht vor den Leuten von Ninive hatte Jona dazu getrieben. Auf seiner Flucht über das Meer ist er von einem Fisch verschluckt, aber doch lebendig ans Land ausgespuckt worden. Seinen Auftrag, Ninive zur Umkehr aufzurufen, hat Jona schließlich doch ausgeführt. Vergleichbares wird sich an Jesus wiederholen. Sein Grab wird ihn nach seinem Sterben am Kreuz nicht lange verbergen. Er wird es als Sieger über die Macht des Todes hinter sich lassen.

Was wird dieses Zeichen bewirken? Die Berichte im Neuen Testament zeigen dies: An Jesus, dem Auferstandenen, haben sich die Geister geschieden. Viele seiner Zeitgenossen haben sich ihm angeschlossen. Sie haben ihm die Ehre erwiesen, die ihm gebührt, ihm, dem von seinem Vater gesandten und bestätigten Sohn Gottes. Andere haben an ihren Vorbehalten gegen Jesus festgehalten. Sie haben sich nicht davon beeindrucken lassen, dass seine Auferweckung von den Toten vielfach bezeugt worden ist.

Daran wird deutlich: Zeichen und Wunder können Hinweise darauf sein: Hier ist Gott am Werk. Sie haben aber keine zwingende Beweiskraft. Wer sich Jesus nicht unterstellen will, der ist auch heute um Einwände und Ausflüchte nicht verlegen. Dies ist bis heute so geblieben. Allerdings ist meine Beobachtung die: Wenn Menschen mit letztem Ernst herausfinden wollen, wer Jesus ist, dann hilft er selbst zur Klarheit darüber.

Eine junge Frau in Israel – aus einer traditionell jüdischen Familie – bekommt ein Neues Testament in modernem Hebräisch geschenkt. Zunächst landet das Buch ungelesen auf dem Bücherregal. Schließlich packt die junge Frau aber doch die Neugierde darauf, was sie da geschenkt bekommen hat. Sie liest den ersten Vers im Evangelium nach Matthäus: „Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Wenn dies wahr wäre… Aber ist dies wahr? Die junge Israelin wendet sich in einem Gebet an Jesus: „Wenn du tatsächlich der Christus, der König Israels, bist, dann zeige mir dies bitte!“ Daraufhin erscheint ihr Jesus im Traum, sagt dabei nichts, macht aber eine einladende Handbewegung, welche die junge Frau versteht: „Komm, folge mir nach!“ Sie folgt dieser Aufforderung und lernt Jesus über die Bibel kennen und ihm vertrauen. Sie gehört seit Jahren zu der wachsenden Zahl jüdischer Menschen, die sich zu Jesus bekennen, dem König der Juden und Herrn über die ganze Welt.

Was Jesus an die Adresse seiner Gegner zum Stichwort „unreine Geister“ sagt, das lässt sich verstehen mit Hilfe von Wahrheiten, welche die Bibel durchziehen. Wir Menschen müssen uns entscheiden, wer in unserem Herzen das Sagen haben und wirken soll. Es ist entweder Gott durch Jesus, seinen Sohn, oder es sind unreine Geister. Das sind die Helfershelfer des Feindes von Gott und den Menschen. Bis ins Körperliche hinein schädigen sie uns, nötigen uns auch, Böses zu tun. Etliche Verse vor unserem heutigen Abschnitt sind uns diese Worte von Jesus überliefert: „Wenn ich… durch Gottes Finger die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“

Wir mögen durch Jesus Heilung und Befreiung in mancherlei Hinsicht erfahren, ihm aber nicht Zugang und Herrschaftsrecht über alle Lebensbereiche gewähren. Damit geben wir bösen Mächten die Gelegenheit, dass sie in uns wieder die Herrschaft übernehmen. Umso schwerer wird es uns daraufhin fallen, diesen Zustand rückgängig zu machen. Dazu muss es nicht kommen. Jesus ist stärker als alle bösen Geister und hält Wache an der Tür zu unserem Herzen. Laden wir ihn dazu ein: „Nimm bei mir Wohnung und bleibe bei mir wohnen!“

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