Navigation überspringen

/ Bibel heute

Aufnahme um Jesu willen

Andreas Hildebrandt über Matthäus 10,40–42.

Vorschaubild: Matthäus 10

bibleserver.com

Matthäus 10

ERF Bibleserver bietet dir aktuelle Bibelübersetzungen in über 20 Sprachen und viele hilfreiche Funktionen: Übersetzungsvergleich, Kommentare, Notizen, Tags und viele mehr.

bibleserver.com

Einleitung:

Der 7-Jährige Finn und sein Vater spielen im Garten mit dem Ball, als Finn plötzlich innehält und fragt: „Papa, gibt es einen Gott?“

Der Vater, völlig überrascht von der Frage, aber ehrlich: „Finn, ich weiß es nicht.“

Finn bohrt ein wenig tiefer: „Wenn es einen Gott gäbe, wie könnten wir ihn kennenlernen?“

„Ich habe keine Ahnung“, meint sein Vater. „Als ich noch ein kleiner Junge war, sind wir noch manchmal zur Kirche gegangen, wo von Gott geredet wurde. Aber heute weiß ich von solchen Dingen nicht viel …“

Finn denkt einen Moment nach und hat dann eine Idee. Er läuft ins Haus und kommt mit einem seiner Heliumluftballons, die von der Geburtstagsfeier vor einer Woche noch an der Decke hängen, und einem Stift heraus.

„Ich schicke eine Nachricht an Gott“, erklärt er, „mit der Luftpost.“ Und schreibt auf den Karton am Luftballon: „Gott, wenn es dich gibt, schick meinem Papa und mir doch jemanden, der dich kennt. Finn.“

Der Vater will Finn nicht entmutigen und denkt nur leise so etwas wie ein Gebet: „Gott, wenn Du das siehst, bitte mach was …“

Und dann schauen sie gemeinsam dem Luftballon nach, der langsam in den Wolken verschwindet.

Zwei Tage später – sie haben die Sache mit dem Luftballon beide schon längst vergessen – stehen zwei freundliche Jugendliche am Gartentor, mit Eimer und Schwamm und anderen Putzutensilien in den Händen.

„Wir würden Ihnen gern Ihr Auto waschen. Hätten Sie Interesse?“

„Wie viel?“, fragt Finns Vater.

„Für nichts“, meinen die Beiden.

„Wirklich?“

„Ja, wir gehören hier zu der Kirche in der Bonhoefferstraße und als Jugendgruppe machen wir gerade so ein paar Aktionen … Um damit Menschen in unserem Ortsteil Gottes Liebe zu zeigen … naja, so ganz praktisch ...“

Finn und sein Vater schauen sich perplex an. Der Luftballon … sollte Gott wirklich reagiert haben?

„Glaubt ihr an Gott? Hat er euch geschickt?“, ruft Finn.

Jetzt schauen sich die Jugendlichen an: „Naja …, vielleicht …, könnte sein … wir sind einfach junge Christen, die üben … praktisch … mit ihm zu leben …“

Ein triumphierendes Lächeln zeigt sich auf Finns Gesicht: „Siehst Du, Papa, es gibt ihn!“

Die beiden Jugendlichen verstehen nichts mehr. „Ihr wisst es nicht“, versucht Finns Vater ihnen zu erklären, „aber ihr seid vermutlich die Antwort auf eines der krassesten Gebete, die je zu Gott geschickt wurden …“

Und, mit einem großen Grinsen in Richtung von Finn ermutigt er ihn, die Geschichte mit dem Heliumballon und ihrem Brief zu erzählen, den sie in Richtung Gott abgeschickt haben – erst vor zwei Tagen …

Wie kleine Gesten eine große Wirkung entfalten können, davon erzählt auch Jesus seinen Freunden und Nachfolgern im Matthäusevangelium, Kap. 10, 42-42. In diesem Abschnitt  zeigt Jesus, wie man ganz praktisch und mit kleinen Gesten an einer großen Sache beteiligt sein kann.

Im Zusammenhang unserer zwei Verse spricht Jesus davon, wie das Evangelium, die Gute Nachricht von Gottes Liebe, zu den Menschen kommt. Das ist die „große Sache“, an der seine Nachfolger beteiligt sind – dass Menschen verstehen, begreifen und erleben, dass Gott sie liebt und sie in eine Beziehung zu sich einlädt.

Eine besondere, unglaubliche Mission, ein weltweiter, den eigenen Horizont sprengender Auftrag. Doch daran sind nicht nur diejenigen, die direkt zu den Menschen gehen, beteiligt, sondern auch alle, die diese mit kleinen oder auch großen Gesten unterstützen. Und dabei machen sogar die kleinen Gesten einen Unterschied. Zwei Dinge unterstreicht Jesus an dieser Stelle:

1. Wer Menschen dient, dient Jesus

Was den Jugendlichen in der Geschichte am Anfang offensichtlich gar nicht bewusst war: sie dienten nicht nur Menschen, sondern im Endeffekt dienten sie Jesus. Jesus identifiziert sich absolut mit den Menschen, denen seine Nachfolger dienen.

Hier passiert wohl etwas Übernatürliches. Im Menschen, dem wir mit der einen oder anderen kleinen Geste Gottes Liebe zeigen, begegnet uns Jesus selbst. Insbesondere, wenn diese Menschen in seinem Auftrag unterwegs sind. So können sowohl Menschen, die aktiv, evtl. sogar in Vollzeit, Gottes Liebe weitergeben, z.B. Missionare, Pastoren und Pastorinnen, diakonische Mitarbeiter etc., als auch Menschen mit einem ganz normalen Beruf, die diese erste Gruppe unterstützen, ein Teil von Gottes großer Mission sein.

Sie alle können, zweitens, kleine Gesten beitragen, die eine große Auswirkung haben:

2. Kleine Gesten mit großer Auswirkung

Jesus nennt hier beispielhaft solche kleinen Gesten, die alle Unterstützung und Gastfreundschaft ausdrücken. Dabei drücken die Bezeichnungen „Prophet“, „Gerechter“, „Kleine“ alle dasselbe aus: hier sind „Jünger“ gemeint, wie er seine Nachfolger in Vers 42 bezeichnet. Und speziell Nachfolger, die in seinem Auftrag, Gottes Liebe weiterzugeben, unterwegs sind. Und auch aufgrund der Herausforderungen, die diese erleben, brauchen sie auch immer wieder Unterstützung von anderen Mit-Nachfolgern. Und dies kann eine Einladung zum Übernachten während einer Durchreise, ein Glas Wasser oder auch eine andere Geste der Liebe und des Dienstes sein. Kleine Gesten, die große Auswirkungen haben können. Dadurch werden Menschen Gottes Liebe erfahren, nicht nur die Boten, die sie überbringen, sondern auch die „Endverbraucher“, die davon hören.

Hinter diesen Jugendlichen in unserer Geschichte steht vielleicht ein engagiertes Mitarbeiterteam oder ein Jugendpastor bzw. eine Jugendpastorin. Und eine Gemeinde, die die Jugendarbeit mit großem Engagement und Hingabe unterstützt. Und vielleicht eine ältere Dame, die von ihrer Rente monatlich einen kleinen Betrag gibt, damit die Gemeinde Jugendliche fördern kann, voller Hingabe für Gott zu leben.

Oder ein Geschäftsmann, der selbst zwar wenig Zeit in die Arbeit in der Gemeinde investieren kann, aber immer wieder regelmäßig auf der Fahrt zur Arbeit für die Jugendgruppe seiner Gemeinde betet – und diesmal auch die eine oder andere Aktion der Jugendgruppe finanziell großzügig unterstützt hat. Sie und viele andere beteiligen sich mit kleinen Gesten an einer großen Sache. Sie haben verstanden, dass der Dienst im Grunde genommen der Ort ist, an dem die Liebe Gottes sichtbar wird.

Und Jesus verspricht, dass alle dafür „ihren Lohn“ erhalten werden - wie der auch aussehen mag. Die einen werden es erst in der Ewigkeit merken, wenn Gott sie belohnt. Die anderen schon jetzt - weil ihr Leben erfüllter, sinnvoller und mit einer größeren Perspektive gesegnet ist. Wie der „Lohn“ aussieht, sagt Jesus nicht, aber dass da etwas folgt, das garantiert er. Und manchmal merkt man es nicht einmal, dass man mitten im Dienst an Menschen – bzw. für Jesus – beschenkt, ja „belohnt“ wird. Wie diese Jugendlichen es vermutlich erst gemerkt haben, als sie diese krasse Geschichte beim nächsten ihrer Treffen erzählt haben.

Und so wünsche ich Ihnen, dass Sie ebenfalls an diesem Tag Gelegenheiten entdecken, Menschen zu dienen. Und im Hinterkopf wahrnehmen: hier begegnet mir Jesus selbst. Kleine Gesten machen mich zum Beteiligten an einer großen Sache.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Kommentare (1)

Peter W. /

Der in Mt.10,40ff. versprochene Lohn wird m.E. in Mt.25,31ff.; Offb.20,11ff. erklärt: „Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen… Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?… / Was ihr getan habt mehr