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Gottes Güte ist besser als Leben

Renate Brunck-Rieger über Psalm 63.

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Psalm 63

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Wie viele Wassertrinkflaschen haben Sie zu Hause rumstehen?

Ich erinnere mich: an Weihnachten bekam mein Sohn gleich drei Wassertrinkflaschen geschenkt. Wasserflaschen sind oft praktisch, wiederverwendbar und sogar spülmaschinenfest. Aber warum schleppen Menschen Trinkflaschen mit sich herum? Eine Studie fand heraus, dass es vor allem jüngere Menschen sind, die mit einer Trinkflasche durchs Leben laufen. Trinkflaschen in der Hand- oder Stofftasche, in der Uni, im Büro, in der Fußgängerzone. Ja, sogar zum Aus- und Spazierengehen werden sie mitgenommen, um gelegentlich daraus zu trinken.

Okay, für eine Bergtour gehört eine Wasserflasche zur Ausstattung dazu. Aber im Alltag? Muss man dauernd Flüssigkeit parat haben? Oder ist es schon eine Vorsorge für den Klimawandel und die knapper werdenden Wasserreserven? Das Ganze kann auch ein Trend sein. Nachhaltiger Konsum oder der Boom einer großen Umweltbewegung. Leitungswasser trinken und mit jedem Schluck sparen. So werben manche Hersteller für ihre Produkte. Dazu passen Trinkflaschen mit einem Logo, einem Motto oder mit Namen.

Wer auf jeden Fall sogar mehrere Wasserflaschen gebraucht hätte, ist David. Von ihm stammt der Psalm 63, den wir gerade hörten.

David befindet sich auf der Flucht vor seinen Verfolgern in der Wüste. Das Wasser ist knapp und er hat Durst. Er spürt die Wüste auch in seiner Seele. Er braucht eine Wasserquelle. Deshalb hält er Ausschau nach Gott. Er verspürt eine ganz große Sehnsucht nach ihm. Er sucht und ruft nach Gott. David, sein Leib und seine Seele sind wie ausgetrocknet ohne Wasser. Er kommt mit seinem Durst nach Leben zu Gott. Wie selbstverständlich geht er zur Quelle, um sich zu stärken.

David fühlt sich so, als ob in ihm alles Gute aufgebraucht ist. Bei Gott tankt David auf und empfängt viel Gutes. Davon ist er so erfrischt, dass er ein Loblied auf Gott anstimmt. Was er gerade erlebt, ist nicht zu toppen. Das Wasser löscht nicht nur seinen Durst und ein köstliches Essen nicht nur seinen Hunger, auch seine Seele wird satt. David redet hier nichts künstlich gut. Seine Freude über Gott kommt von Herzen. Sein Herz spürt die Güte Gottes und sprudelt gerade über. David erlebt diese Fülle bei Gott in einem überreichen Mahl. In dieser Gemeinschaft mit Gott erlebt er gerade die Erfüllung seines Lebens. Es ist die versöhnte Beziehung zu Gott, die gerade von nichts und niemandem gestört wird. Gottes überreiche Güte ist da, und zwar genau für ihn.

Wir Menschen sind auf Beziehungen angelegt. Unsere wichtigste Beziehung ist die zu Gott. Das betont David sehr stark. Wie kann diese Beziehung zu Gott heute entstehen?

Jesus Christus, Gottes Sohn, kam auf die Welt. Durch ihn können wir wieder in Beziehung zu Gott treten. Jesus Christus macht mich vor Gott gerecht. 

Klingt ja ganz einfach, wenn es da nicht die Reflexe unserer Seele gäbe. Es sind Reflexe der Selbstgerechtigkeit, also, wenn ich denke: „Ich bin es mir ja wert! Ich habe es mir verdient! Ich bin so gut!“ Oder, wenn ich verletzt wurde: „Ich habe das Recht auf Vergeltung! Ich kann in gleicher Währung zurückgeben.“

Vielleicht kennen wir diese Gedanken. Und Gott kennt sie auch. Er übergeht mein Denken und mein Fühlen nicht. Das ist ihm sehr wichtig. Er kennt mein Leben, meine Lebenserfahrungen. Er kennt die schwierigen Situationen, in die ich hineingeraten bin. Er kennt sogar alles Verborgene in meinem Leben, alle Hintergründe und alle Zusammenhänge. Jesus Christus leidet mit mir, an meinen Blockaden und an meinen versperrten Zugängen zum Leben.

Trotzdem bietet er mir immer wieder an, aus seiner Güte zu leben. Weil er mich liebt. Er möchte mir so gerne dienen und mir Gutes tun. Er ist für mich. Dafür ist Gott in Jesus Christus Mensch geworden. Als Heiland der Welt möchte er meine verletzte Seele heilen. Seine Güte soll in meinem Herzen Raum gewinnen. Mein Herz und meine Seele sollen etwas von Gottes Güte erfahren. Sie sollen durch Gottes Güte satt werden.

Manchmal muss ich meine Seele und mein Herz auch mal auffordern: „Trink mal was!“, „Iss mal was!“ Anstatt verbissen aus eigener Kraft etwas verändern zu wollen, kann ich mit Gottes Güte neue Wege gehen. Gottes Güte schenkt Freiraum, selbst weniger zu tun, und Geduld, anderen mehr zuzutrauen.

Ich will lernen, der Güte Gottes zu vertrauen. Mich nicht durch mein Tun rechtfertigen und beweisen zu müssen. Ich möchte der Güte Gottes nachspüren. Ein Gefühl dafür bekommen, was meinem Herzen guttut, Was mein Herz braucht. Ich möchte Heilung an meinem Herzen geschehen lassen. Denn das Herz ist auch der Ort, wo Verletzungen entstehen. Ein Ort, wo Wunden geschlagen werden durch mich oder durch andere. Ein Ort, wo das Leben schmerzhaft empfunden, abwegig gedacht oder verletzend gehandelt wird. Dieser Ort braucht die Güte Gottes. Dieser Ort braucht den Christus, der mein Leben in seinen Händen hält.

 

Deshalb braucht mein Herz immer wieder die frische Erfahrung der Güte Gottes. Gerade dann, wenn zu viel in mir aufgebraucht ist. Ich mich wie ausgetrocknet und ohne Wasser fühle. Ich will es wie David machen: Zur Quelle gehen und mich stärken! Ich darf mein Herz mit der Güte Gottes so reichlich auftanken, bis es überquillt. Dann schwappt Gottes Güte auch in meinen Beziehungen und meinen Begegnungen auf andere Menschen über.

 

Wenn bei mir zu Hause mal wieder die Trinkflaschen rumstehen, will ich mich erinnern: Ein Schluck von Gottes Güte geht immer!

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Kommentare (2)

Philipp S. /

Ich finde es toll, dass seit Neuestem die Andachten auch nachzulesen sind. Dann kann man sich nach dem Anhören der Auslegung die Bibelstelle nochmals verinnerlichen. Dem ERF-Team lieben Dank und Gottes Segen.

Margareta B. /

Wunderbar für mich als Hörgeschädigte, dass das Wort zum Tag auch zum mitlesen ist.Manchmal verstehe ich trotz grosser Lautstärke nich das gesprochne Wort.Danke, hoffe es bleibt so!!!
Habe heute 100,00 Euro überwiesen!