/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Unrecht bleibt Unrecht
Gedanken von Tobias Schier zum Bibeltext 1. Könige 21,1-16.
Nach diesen Geschichten begab es sich: Nabot, ein Jesreeliter, hatte einen Weinberg in Jesreel, bei dem Palast Ahabs, des Königs von Samaria. Und Ahab redete mit Nabot und sprach: Gib mir deinen Weinberg; ich will mir einen Kohlgarten daraus machen, weil er so nahe an meinem Hause liegt. Ich will dir einen besseren Weinberg dafür geben oder, wenn dir’s gefällt, will ich dir Silber dafür geben, so viel er wert ist. Aber Nabot sprach zu Ahab: Das lasse der HERR fern von mir sein, dass ich dir meiner Väter Erbe geben sollte![...]
Unrecht bleibt Unrecht
Haben Sie schon einmal Unrecht erfahren? Ich schon. Damals war ich hilflos. Ich war unfähig zu reagieren und habe mich wie gelähmt oder auch betäubt gefühlt. Wut und Ärger sind in mir aufgestiegen, gleichzeitig Trauer und Enttäuschung. Erlittenes Unrecht kann viele unterschiedlichen Gefühle gleichzeitig auslösen. Das hängt damit zusammen, dass eigentlich jeder Mensch ein tiefes Bedürfnis nach Fairness, Respekt und Anerkennung hat.
Im 1. Buch der Könige in der Bibel begegnet mir jemand, der keinerlei Unrechtsbewusstsein hat. Isebel, die Frau des nordisraelischen Königs Ahab. 2.800 Jahre ist es her: Ahab will einem Mann namens Nabot einen Weinberg abkaufen. Er bietet ihm viel Geld oder auch einen passenden Ersatz dafür. Der Gefragte lehnt dankend ab. Da kommt Isebel zu ihrem Mann und sagt: „Du übst die Königsherrschaft über Israel aus. […] Ich werde dir den Weinberg Nabots geben.“ (ELB)
Ihrer Meinung nach sollte man dem König geben, was er verlangt. Ohne Widerrede. Kurzerhand schmiedet Isebel also ein Komplott. Nabot wird gesteinigt und Ahab bekommt den Weinberg.
Das ist für mich schreiende Ungerechtigkeit! Was denkt sich diese Isebel eigentlich? Nur weil Ahab ein Staatsoberhaupt ist, gibt ihm das noch lange nicht das Recht alles zu tun, was ihm passt. Selbst als König darf er sich nicht alles nehmen, was er will. Unrecht bleibt Unrecht, egal welchen Titel der Täter trägt. Gott sei Dank sieht Gott das ähnlich. Er konfrontiert Ahab im späteren Verlauf der Geschichte damit und Ahab bereut.
Gott, bewahre mich davor Unrecht zu tun und gib mir die Demut, meine Fehler einzugestehen.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Ist das wirklich ihr Ernst? Die eigentlich Frage ist doch: Wo war Gott als das schreiende Unrecht an Nabot begangen wurde? Es hat ihn nicht gekümmert. Da ist es doch vollkommen egal, dass er später … mehrmal bei Ahab nachfragt. Genausogut könnte man sagen, dass es garkeinen Gott gibt. Die Konsequenz für die, die Unrecht leiden müssen bleibt die gleiche. Nur ist es wenn man Unrecht erleiden muss in dem Wissen um einen angeblich existierenden Gott noch viel schmerzhafter, weil man hautnah erlebt, dass es ihm egal ist, er NICHT eingreift, und man zu gerning ist als dass er sich drum schert, ob es Gerechtigkeit für mich gibt oder nicht. Was soll dann diese Geschichte uns lehren? Gott bewahrt mich davor dass ICH etwas ungerechtes tue? Ist das alles was SIE dazu zu sagen haben?