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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Mut für heute

Joachim Bär über Psalm 8,3.

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet.

Psalm 8,3

Meine Kinder sind längst aus dem Säuglingsalter raus. Ich erinnere mich aber noch gut an so manche Situationen, die mich und meine Frau an unsere Grenzen gebracht haben. So viel Protest, so viel Weinen – wir waren oft mehr als genervt.

Und dann gab es diese kleinen Momente, die alles wettgemacht haben. Ein Lächeln unserer Tochter, eine Grimasse unseres Sohns – da waren sie, die unbezahlbaren Momente für uns Eltern. Unsere Kinder waren vielleicht noch unreif, bedürftig, ja hilflos. Sie übten aber eine große Wirkung aus.

Große Wirkung im Kleinen: Das beschreibt sehr gut eine Eigenart, wie Gott handelt. Er wälzt nicht immer die ganze Erde um, stößt nicht ins große Horn und wählt oft nicht die Helden aus. Er handelt gerne durch die, die sich unzureichend fühlen, die schwach sind, die verletzt sind. In einem Psalm des Israelitischen Königs David vor rund 3.000 Jahren lautet das so: „Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge hast du ein Bollwerk errichtet.“ (Psalm 8,3)

Vor Gott sind selbst Säuglinge und Kleinkinder sind nicht unzureichend. Auch sie tragen etwas zu seiner Ehre und Macht bei. Wieviel mehr ist auch mir möglich, wenn ich mich klein fühle, unpassend und alles andere als stark. Wenn ich an meine Grenzen komme, fangen Gottes Möglichkeiten an. Weil ich mich nicht mehr auf mich selbst verlasse, sondern auf Gott.

Gott kann durch mich mehr tun als ich selbst allein. Mit diesem Vertrauen kann auch ich eine große Wirkung im Sinne Gottes entfalten. Das mag ein Wagnis sein und so manchen Maßstäben dieser Welt widersprechen. Das Versprechen steht aber. Und deshalb fasse ich Mut für heute.

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