/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Ein Kniefall für die Geschwister
Gedanken von Annegret Schneider zum Bibeltext Epheser 3,14-21.
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat,* dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen,[...]
Als der damalige Bundeskanzler Willi Brandt im Jahr 1970 in Warschau vor dem Ehrenmal für die Helden des Warschauer Ghettos niederkniete, ging dieses Bild um die Welt. Und es hat sich bis heute im öffentlichen Bewusstsein eingeprägt. Da sieht ein Mensch Schuld ein und bittet um Vergebung. Ein deutliches Zeichen.
Von einem Kniefall ist auch im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus die Rede. Von seinem eigenen nämlich. Paulus kniet im Gebet vor dem Allmächtigen Gott und bittet für seine Glaubensgeschwister um Kraft, damit sie vor Gott bestehen können.
Im Wortlaut der Bibelübersetzung Hoffnung für Alle heißt es in Epheser 3, in den Versen 14 und 16: „Darum knie ich nieder vor Gott, dem Vater, und bete ihn an. Ich bitte Gott, euch aus seinem unerschöpflichen Reichtum Kraft zu schenken, damit ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet.“
Bei allen guten Dingen, die Paulus den Menschen mit auf den Weg gibt – er weiß, dass nicht er selbst seinen Geschwistern Mut und Kraft für ihre Aufgaben verleihen kann, geschweige denn kann er ihnen zu Gotteserkenntnis verhelfen. Da muss er schon eine höhere Kraftquelle anzapfen.
Der einflussreiche Apostel ist demütig vor Gott. Von dem erbittet er Wegweisung für sich selbst und für andere. Und zum Bitten gehört für Paulus selbstverständlich auch das Loben und Preisen des Gottes, der über Bitten und Verstehen helfen kann. Dieses Beispiel sollte um die Welt gehen.
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